3×8

Frittenrezensionen Kartenspiele
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Lasche Fritte

Aus der Reihe tanzen

Nein, bei 3×8 handelt es sich nicht um ein neues Deodorant für die Spielerachseln, welches 24 Stunden Frische verspricht. Vielmehr geht es im gleichnamigen Spiel von Christian Fiore und Knut Happel darum 3 Reihen mit mindestens 8 Karten auszulegen. Klingt einfach, kann aber manchmal ganz schön ärgerlich sein, wenn die Mitspielenden einem Blockerkarten in die Auslage schieben. Dann ist eine Reihe mal schnell dem Untergang geweiht. Wir möchten euch heute etwas mehr erzählen von diesem Ärgerspiel aus dem Hause Amigo Spiele.

Für Kartenreihen geht es auf

Ich frage mich, wie lange muss eine Sau gemästet werden, bis das Fleisch nicht mehr schmeckt? Hatten wir schon bei The Game, was an sich eine Solitär-Variante ist, die Aufgabe Karten auf und ab in einer Reihe (in einem Stapel) zu legen, so zogen in den letzten 2 Jahren viele Spiele mit diesem Prinzip nach. Karten ablegen, immer aufwärts, immer abwärts, meist kooperativ, irgendwas mit Zahlen, bla bla bla. Unsere Mästsau wird schön mit Zahlen gefüttert, und immer kommt noch eins drauf. Ein Spiel, was sich ebenfalls dieser Thematik bedient, ist 3×8, ein Kartenablegespiel mit 120 Karten.

Hier sollen wir Kartenreihen bilden. Ab besten 3 Stück, die mindestens 8 Karten lang sind. Die Reihen sollen Zahlen zeigen, die aufsteigend sind. Da die Zahlen von 0 bis 109 existieren, wird es wohl flink möglich sein, eine Kartenreihe aus mindestens 8 Stück zu legen, oder? Zumal diese Zahlen noch nicht einmal unmittelbar aufeinanderfolgen müssen. So geht auch eine Reihe von 6 – 12 – 20 – 21 – 87 – 93 – 94 – 101.

Blöd und gemein ist nur, dass die Mitspielenden einem sogenannte Blockerkarten in die Auslage legen können, die es verbieten, bestimmte Kartenwerte und –spannen auszuspielen. Blockerkarten sind das Halteschild bei 3×8. Sollte eine Kartenreihe sogar so verbaut sein, dass man sie gar nicht mehr vollbekommt, kann man eine Reihe auch einfach so wegwerfen und von vorne anfangen. Da wir generell nur 4 Kartenreihen vor uns ausliegen haben dürfen, kann es gegen Spielende recht eng und vor allem gemein werden am Spieletisch.

In die Auslage grätschen

Bei 3×8 sollte man die Blockerkarten seinen Mitspielenden in die Reihen spielen. Nur so macht das Spiel wirklich Spaß. Spielt man mit Menschen, die Blockerkarten gar nicht spielen können oder wollen, köchelt jede*r nur am eigenen Süppchen rum, und 3×8 verkommt in eine einfache und nicht interaktive Sortiererei. Hmmm, so eine Runde hatte ich auch mal, als wir das Spiel zu zweit gespielt hatten. Gähn! Ich bin da ganz ehrlich, zu zweit ist das Spiel echt langweilig, zumindest haben sich unsere Runden als ziemlich lau angefühlt.

Anders schaut es schon in größeren Runden aus. Hier kann schon mal ärgerliches Spielen auftreten. Schade, dass man das Spiel nur mit bis zu 4 Spielenden spielen kann. Ich müsste mal versuchen, dieses Spiel auch mal in einer 5er oder gar 6er Runde zu versuchen. Die Anzahl der Karten würde dafür auch reichen. Ich glaube, das probiere ich mal.

Also, in einer 4er Runde hat das Spiel wesentlich mehr an Fahrt aufgenommen, als im Duell.

Fliesen im Hintergrund und eine Tüte Gemischtes bitte

Ich möchte noch was zur Gestaltung sagen: Ich weiß nicht, aber stand Azul hier Pate? Ich habe das Gefühl, dass Fliesenoptik gerade in ist. Die Hintergründe in 11 verschiedenen Farben zeigen eine Fliesenlandschaft in Karooptik. Nett, aber irgendwie fühlt sich bei mir 3×8 als Misch-Masch aus vielen Spielen an: Azul und The Game in gegeneinander. Hmmm, ich weiß nicht.

Andererseits, was soll man so einem Spiel auch für die Optik geben, bei der wir Reihen bilden und dessen Name so „ungreifbar“ ist. 3×8? Keine Ahnung, ich wüsste es auch nicht, was man da nimmt.

So zeigt sich 3×8 als leichtes und nettes Kartenspiel, was man mal spielen kann. Mal. Denn bei mir kam jetzt nicht die überschwängliche Freude auf. Kann man mal spielen, kann aber auch gerne wieder zurück in den Schrank.

3×8 ist 24, und mir fallen schnell 24 Spiele ein, die ich lieber spielen würde.

Lecker

  • Die Karten sehen nett aus
  • In voller Besetzung ganz okay

Pfui

  • Jede*r spielt so vor sich hin
  • Bei lieben Mitspieler*innen eher langweilig
  • Karten aufwärts legen - ui spannend, langsam wird es langweilig

Fazit

Funfairist sagt

Ein wertvoller und ausgeglichener Tag könnte sich in 3 Einheiten aufteilen: 8 Stunden gesunder Schlaf, 8 Stunden Arbeit und 8 Stunden Freizeit. Ob ich aber diese 8 Stunden Freizeit mit dem Spiel 3x8 verbringen würde, halte ich für ausgeschlossen. Gerne 3x8 Minuten – das kommt auch bei der Spiellänge des kleinen Kartenspiels hin. Für mich reicht es nicht mehr, als zur laschen Fritte. Herzlichen Dank an Amigo Spiele, die uns das Spiel für eine Rezension zur Verfügung gestellt haben.
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Lasche Fritte

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