7 Wonders Armada

Brettspiele Frittenrezensionen

Ich wollt doch nur ein Weltwunder bauen – und jetzt muss ich auf See hinaus?

Leute, Leute. Ihr glaubt nicht, wie sehr ich mich freue, dass ich heute schon die Möglichkeit habe, euch über die neue 7 Wonders Erweiterung berichten zu können! Ich hatte die Möglichkeit, einen Prototypen von Armada zu spielen und ein paar Fotos zu schießen und ich möchte euch meine Eindrücke natürlich nicht vorenthalten. Schließlich warten wir alle schon ganz gespannt auf diese neue Schachtel, oder nicht?

Ein wichtiger Hinweis vorab: Hierbei handelt es sich um einen Prototypen und das bedeutet, dass es sich dabei auch nicht um das finale Spielmaterial handelt. An den Regeln, wie ich sie kennengelernt habe, wird sich wohl nichts mehr ändern, aber natürlich sieht ein fertiges Spiel nunmal anders aus, als ein Prototyp.

7 Wonders hat es gerade mir ja angetan. Daher gibt´s bei uns auch die 7 Wonders Reihe, die ihr hier finden könnt. Für alle, die es nicht wissen: Ich bin immer um 7 Wonders drum herum gegangen, weil mich das Spiel in seiner “Hochphase” um das Jahr 2011 herum überhaupt nicht angesprochen hat. Ja, es hat jede Menge Preise abgeräumt, aber … nee, danke. Und dann – Ende letzten Jahres – wurde ich mit der Nase auf dieses Spiel gestuppst und ich hab mich ein klitzkleines bisschen in 7 Wonders verknallt. Was ein tolles Spiel, in dem man sich echt austoben kann, was verschiedenste Strategien angeht. Und dann gibt´s ja noch die zahlreichen Erweiterungen, die für Abwechslung sorgen. Was soll ich sagen? Ich bin ein Fangirl.

Blabla.

Jaja, ich weiß, ihr wollt jetzt endlich einen Blick auf Armada werfen und euch nicht meine Lebensgeschichte anhören. 😉 Von daher geht´s jetzt dann auch mal los.

Also. Das Grundprinzip, wie wir es aus dem Grundspiel kennen, wird nicht verändert. Es kommt keine neue Phase hinzu – allerdings haben wir jetzt noch einen Spielplan mehr, um den wir uns kümmern sollten: Den Werftspielplan. Jeder hat einen eigenen und sie unterscheiden sich auch voneinander, was die Kosten der einzelnen Stufen angeht. Wir können nämlich unsere Schiffe fahren lassen, die für uns lukrative Boni einsammeln! Insgesamt haben wir 4 Schiffe – je eines in gelb, rot, blau und grün. Und, das habt ihr Füchse euch bestimmt schon gedacht, diese Farben sind natürlich auch die Kartenfarben. Wenn wir eine Karte “bauen”, also offen vor uns auslegen (nicht, wenn wir damit ein Weltwunder bauen!), dann kann das gleichfarbige Schiff auch um einen Platz nach oben bewegt werden. Vorausgesetzt, man besitzt die benötigten Ressourcen oder kann sie kaufen  …… dazu gleich noch mehr.

Durch das rote Schiff kommt auch ein neues Element ins Spiel. Wir führen jetzt nämlich nicht mehr nur auf dem Land Krieg, sondern auch auf dem Wasser. Bei den “normalen” militärischen Konflikten an Land ist es ja so, dass man seine Stärke mit seinen Sitznachbarn vergleicht und dann dort die Gefechte austrägt. Auf See ist das ein bisschen anders – da ist “Jeder gegen Jeden” angesagt. Und abhängig davon, wie gut man sich schlägt, gibt´s entweder Punkte, Strafen oder man geht leer aus. Das variiert von Zeitalter zu Zeitalter. Schön, dass wir ENDLICH mal was zu tun kriegen bei 7 Wonders. Wir wollen also nicht mehr nur Ressourcen ranschaffen, am Weltwunder bauen, forschen, Punkte sammeln, Kohle ranholen, das Militär zu Land aufbauen, die Gunst der Gilden nutzen, Märkte zum billigeren Einkaufen bauen … nein! Jetzt dürfen wir auch noch unsere Flotte auf dem Wasser fit machen.

Und es wird ja noch mehr …

Es gibt aber auch noch die anderen Schiffe, die dafür sorgen, dass man ins Schwitzen gerät. Das gelbe Schiff sorgt dafür, dass alle SpielerInnen dazu gezwungen werden, Steuern zu bezahlen. Können sie das nicht, ist das blöd für sie. Sie können der Steuerzahlung entgegenwirken, in dem sie das gelbe Schiff auf ihrem eigenen Tableau nach oben bewegen. Je weiter sie nach oben gelangen, desto weniger (bis hin zu gar nichts!) müssen sie abdrücken.

Das blaue Schiff sorgt, wie es auch die gleichfarbigen Karten tun, für Punkte. Auch nicht zu verachten also.

Ja, und dann kommt das grüne Schiff – das ebenfalls nochmal ein ganz neues Spielelement mitbringt. Das grüne Schiff erlaubt es uns nämlich, über den Ozean zu schippern und Inseln zu erkunden. Die Inseln bringen besondere Boni. Wenn man sich gut anstellt und es schafft, in einer Runde alleine eine Insel zu erkunden, dann darf man sogar 1 von 4 auswählen, die man behalten möchte. Von diesem Bonus profitiert man dann bis zum Ende des Spiels.

Kein Problem, dann erkunde ich auch noch nebenbei Inseln.

Es kommen natürlich auch noch ein paar neue Karten ins Spiel, nämlich 2 jeder Farbe pro Zeitalter. Darüber kann man auch an Inseln kommen, es gibt die Möglichkeit, einen seiner Nachbarn direkt 2 Mal bei den militärischen Konflikten an Land anzugreifen (whaaaat???) und man kann vielleicht sogar ein eigenes Schiff kostenfrei bewegen.

7 Wonders wird zum Fitnessprogramm

Ja, wirklich! Denn ich bin ganz schön ins Schwitzen gekommen …

Bei Armada ist das neue Thema meiner Meinung nach toll ins Spiel integriert worden und bringt uns immer wieder in die Bredouille: Was zur Hölle soll ich als erstes machen? Es ist ja schon im Grundspiel nicht einfach zu entscheiden, welche Karten man baut, abwirft oder zum Bauen des Weltwunders verwendet. Nun sollte man aber auch drauf achten, dass man die Karten so auswählt, dass man auch die Schiffe bewegen kann. Für welches von ihnen man sich entscheidet ist ja hinzukommend auch noch abhängig von den Nachbarn. Vielleicht will man sich ja ggfs. beim Seekonflikt auch verteidigen können oder die Steuerzahlungen minimieren. Ja, man kann manche Dinge sicher auch links liegen lassen, aber ich befürchte, dass das auch mal zu kleineren Katastrophen führen kann.

Hinzukommend sind nun auch die Planungen der Ressourcen wichtig – nicht nur die eigenen Ressourcen, sondern auch die der Nachbarn. Denn steckt man auf dem Werftspielplan fest, weil einem eine geforderte Ressource fehlt und auch die Nachbarn diese nicht produzieren, dann …. ja, dann ist das ungünstig. Dann bleibt das Schiff halt da stehen, wo es steht und man kann nur darauf hoffen, an eine Karte zu kommen, die einem ein kostenfreies Fahren in der Farbe erlaubt. Genau das war übrigens auch mein Problem – ich konnte 2 meiner 4 Schiffe nicht mehr bewegen, weil weder ich, noch meine Nachbarn Tuch hatten. Das war ziemlich ätzend, weil das Ganze einfach brach lag. Da habe ich mich über meine schlechte Planung dann doch ganz schön geärgert. Dafür habe ich dann versucht, mich auf andere Bereich zu spezialisieren. Hat nichts gebracht – ich habe grandios verloren – aber Spaß hatte ich trotzdem.

Oberfies

… sind Nachbarn, die einen Krieg am Ende eines Zeitalters gegen einen ausführen – und zwar mit dem Invasions-Marker (den bekommt man, wenn man den Hafendamm, den Bootsanleger oder die Landungsbrücke baut). Landet der vor einem ist das gaaaar nicht gut. Der sorgt nämlich dafür, dass nicht nur die benachbarten SpielerInnen desjenigen angegriffen werden, der den Marker verteilt hat, sondern auch der, der einen Platz weiter sitzt, als der Nachbar (geht in beide Richtungen, abhängig vom Gebäude, s. Bild auf der rechten Seite hier drüber). Bedeutet aber auch, dass der, der den zusätzlichen Konflikt auslöst, sehr gut schauen sollte, wie es in Sachen Militär rundherum aussieht, und ob er das Gebäude wirklich bauen möchte.

… wenn du auf das gegnerische Militär schaust und nur schluckst, weil es sich anfühlt, als sei man selbst Donnerstag morgens bei Aldi die Kassiererin – und das gegnerische Heer sind die Menschen, die um 8 Uhr Schnäppchen ergattern wollen. Da gibt´s dann echt mal ordentlich die Hucke voll, wenn man keine Möglichkeiten mehr hat, das eigene Heer aufzustocken.

Hä? Weltwunder?

Oft baue ich bei 7 Wonders zuerst einmal die Weltwunder mit Priorität, damit das schonmal weg ist. Natürlich dauert auch das etwas, weil man alles dafür erstmal sammeln muss. Aber mit Armada ist es vielleicht auch ein bisschen anders. Wenn ich eine Karte für´s Weltwunder nutze, dann darf ich dafür mein Schiff nicht bewegen. Möchte ich das denn oder will ich dem Namen des Spiels gerecht werden? Was ist lukrativer? Was kann ich eher erledigen? Was bringt mir das eine oder auch das andere auch in Bezug auf meine MItspielerInnen? Was haben die denn eigentlich so ausliegen? Und WIE kann es sein, dass mein quer-gegenüber in Münzen badet? Wann hat der die bekommen???

Daher ist hier durch Armada einfach einmal mehr die große Frage: Worauf verdammt spezialisiere ich mich denn nun? (und dann kommen die gedrafteten Karten und man denkt einfach nur: “Ernsthaft!? ooooah.”

Fazit

Es gibt Erweiterungen zu Spielen, die den Spielspaß noch weiter ausdehnen und das Spiel vielseitiger machen. Ich glaube, das ist auch bei Armada so. Ich bin noch nicht auf den Grund des Spiels getaucht, da ich es bisher erst einmal spielen konnte. Mir hat diese Partie aber sehr viel Spaß gemacht und mich von himmelhochjauchzend bis hin zu Tode betrübt geschleudert. Ich mag das maritime Thema und finde die neuen Möglichkeiten gut (auch, wenn ich im Spiel natürlich geflucht habe ohne Ende, weil ich nicht wusste, welchen Brand ich zuerst löschen soll ;-)). Von daher freue ich mich sehr auf die Veröffentlichung und auf noch mehr Spielerunden mit 7 Wonders und der Erweiterung “Armada”. Ich möchte die Kniffe der Erweiterung gern noch genauer kennenlernen und bin gespannt, wie sich diese neue Schachtel in der 7 Wonders-Familie in Sachen Langzeitspielspaß und Abwechslung macht.

Da es aber mein erstes und bisher einziges Mal mit Armada war, vergebe ich hier auch keine Frittennote. Vielmehr wollte ich den Eindruck nach dem ersten Mal mit euch teilen und euch vor allem auch einen Einblick ins prototypische Material geben!

Solltet ihr noch spezifische Frage zu Armada haben, dann schickt mir gern eine Mail an kaddy@spielfritte.de. Wenn ich kann, sorge ich gern für Aufklärung 😉

Lecker

  • Die Schiffe sind ein sehr präsentes, neues Spielelement.
  • Passt für mich thematisch ganz toll zu 7 Wonders und bereichert die Reihe noch weiter.
  • Das sind die Eindrücke nach der ersten Partie des Prototypen!

Pfui

  • ... noch mehr, um das man sich kümmern muss ... aaaaaah! *Haarerauf*
  • Die Inseln bringen zwar gute Boni, aber man kann es auch ohne sie schaffen
  • Das sind die Eindrücke nach der ersten Partie des Prototypen!
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