Exploding Kittens

Frittenrezensionen Kartenspiele
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Lasche Fritte

Geh weg da, Mieze.

Exploding Kittens kam 2015 auf den Markt, damals allerdings nicht über Asmodee, sondern über The Oatmeal. Das ist eine Cartoonwebseite und dessen Betreiber haben die Katzen damals über Kickstarter in die große, weite Welt geschickt. Genauer gesagt waren Elan Lee, Matthew Inman und Shane Small Nicht ganz unerfolgreich, schließlich halten wir hier jetzt die deutsche Version des Spiels in der Hand, die bei Asmodee veröffentlicht wurde.

Jetzt haltet mal eure Buchsen fest. 2015, als die Kittens auf Kickstarter erschienen, war es das Ziel, 10.000 Dollar zu sammeln. Im Endeffekt wurden es 8.782.571 $, die durch 219.382 Unterstützer zusammengetragen wurden. Ich wiederhole in Worten: Achtmillionensiebenhundertzweiundachtzigtausendfünfhunderteinundsiebzig Dollar. Für ein Kartenspiel mit Katzen!! Von über 219.000 Menschen – das sind mehr als die Einwohner, die letztes Jahr in Lübeck gelebt haben. Alter. Das muss man sich echt mal auf der Zunge zergehen lassen …. Ich denke, man könnte hier von einem Hype sprechen. Ein bisschen. Vielleicht auch ein bisschen viel.

Wir danken Asmodee an dieser Stelle auch herzlich dafür, dass wir jetzt auch explodierende Katzen zu Hause haben dürfen.

Nun zum Spiel.

Exploding Kittens ist ein Kartenspiel nach dem Last Man Standing Prinzip für 2-5 Spieler, dauert beim Erklären 2 Minuten und beim Spielen 15 Minuten.

Das Spiel besteht aus 56 Karten und einer Spielregel. Die Schachtel ist doppelt so groß, wie sie sein müsste, denn alle Karten passen auch in ein Fach, anstatt auf 2 aufgeteilt zu werden. Wahrscheinlich ist da noch Platz für kommende Erweiterungen oder so. (Kurze Pause, weil ich immer noch über die Kickstartersumme nachdenke, die für diese sechsundfünfzig Karten gesammelt wurden …….. )

Ziel des Spiels ist es, der oder die letzte zu sein, die noch in der Runde ist. Wie scheidet man aus? Das ist leicht erklärt. Immer, wenn man eine Karte ablegt und auch dann, wenn man es nicht tut (denn man kann auch passen), muss man eine Karte vom Nachziehstapel ziehen. Darin befinden sich explodierende Katzen. Zieht man eine solche und kann sie nicht entschärfen durch eine „Entschärfen-Karte“, scheidet man aus dem Spiel aus.

Die Karten, die man ablegt, sind natürlich nicht irgendwelche Karten sondern bringen besondere Aktionen mit. So kann man NÖ! Karten spielen, um Aktionen anderer Spieler zu verhindern, es gibt Hops-Karten, die es einem ermöglichen, darauf zu verzichten, eine Karte nachzuziehen (und so die Chance zu verringern, eine explodierende Katze zu ziehen), es gibt Wunschkarten, durch die man Karten von den Mitspielern geschenkt bekommt und noch einige mehr.

Am Spielprinzip kann es nicht liegen …

Das Spielprinzip ist sehr, sehr simpel. Das ist auch nicht das besondere an Exploding Kittens, meiner Meinung nach. Das Spiel zeichnet sich eigentlich dadurch aus, dass die Illustrationen lustig und die Texte auf den Karten witzig sind. So gibt es die Regenbogenrülpsende Katze, eine Katzelone, ein ziemlich hässliches Einschwein, Überziegen und noch viele Dinge mehr, die man vorher noch nicht gesehen hat. Daher sorgt Exploding Kittens in der ersten Runde für den einen oder anderen Lacher, wenn man sich die Karten anschaut und auch den kompletten Text den anderen vorträgt, wenn man eine Karte ausspielt.

Ich habe von einigen Bekannten gehört, die sonst gar nicht so gern spielen, dass Exploding Kittens voll super ist. Auch wurde das Spiel von Spielerfreunden als Geschenk empfohlen, weil das einfach mega witzig ist. Und Spaß macht. Und toll ist. Auch hatten ein paar (wenige) Menschen, mit denen ich Exploding Kittens gespielt habe, Spaß. Glaub ich.

Nachdenklich.

Und da sitze ich nun, denke zurück an diese Spielerunden, in denen Exploding Kittens auf dem Tisch lag und frage mich, welches Spiel wir gespielt haben. Mehr als „ganz nett“ haben die meisten meiner Mitspieler nicht gesagt, als wir die Karten nach einer Partie wieder zurück in die Schachtel gepackt haben. Egal, ob wir zu zweit, zu viert oder zu fünft gespielt haben. (Der einzige Unterschied war dann, dass mehr explodierende Katzen im Spiel waren …) Aber so geil, dass es gleich nochmal auf den Tisch kommen sollte, war es nicht ein einziges Mal.

Ja, natürlich haben wir auch mal gelacht, denn die Karten sind witzig. Aber hierbei meine ich die Beschriftung und Bemalung der Karten – nicht die Karten an sich.

Aber … also … umgehauen hat mich Exploding Kittens nun wirklich nicht, auch, wenn ich es kaum abwarten konnte, die ersten Runden zu spielen, weil auch ich vom Hype angelockt wurde – ohne Frage. Da sieht man mal wieder was Marketing und Katzen so auslösen können. 😉

Exploding Kittens scheint ja wirklich den Nerv vieler Menschen zu treffen und ich frage mich, woran es liegt. Sind es die witzigen Beschreibungen? Sind es die oft ziemlich hässlichen und trotzdem niedlichen Tiere auf den Karten? Ist es wirklich das Spielprinzip, das Leute aufgeregt werden lässt, weil alle Angst vor einer explodierenden Katze auf der Hand haben? Ist es vielleicht die witzige Beschreibung und die Spielregel? (Ja, ich finde die Spielregel cool und witzig).

Ich weiß es nicht …

Lecker

  • Lustige Bilder
  • Witzige Sprüche

Pfui

  • Langweiliges Spielprinzip
  • Auch die Witze werden irgendwann langweilig
  • Hat mich ab der 2. Runde gelangweilt

Fazit

Oh je ... miau?!

Exploding Kittens bekommt von mir für das Spiel an sich ein lasches Frittchen. Denn Karten ablegen, Aktionen ausführen und darauf hoffen, dass man keine explodierende Katze zieht ist irgendwie weiß Gott kein neues Rad - also, bis auf das mit den Katzen. Die Karten wiederum find ich ganz cool und lustig. Wenn ich also an Exploding Kittens denke, dann eher an das Design und die Texte als ans Spiel an sich. Auch, wenn das Design und die Sprüche der Karten echt witzig sind - diese Witze nutzen sich irgendwann ab und wir haben ein Spiel vor uns, in dem wir Karten ablegen müssen und uns vor explodierenden Katzen schützen müssen. Wow. Nicht.
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