Frittenplausch mit Peter Jürgensen

Die Fritte kriegt nie genug!

Wir kriegen den Hals nicht voll von den tollen Menschen aus der Brettspielszene! Daher ist heute wieder Frittenplauschzeit! Yeeeeaaaaah!!

Wir freuen uns, Peter als Gast begrüßen zu dürfen. Wer ist Peter?

Kennen Sie Peter?

Peter ist Spieleautor! Nimble stammt aus seiner Feder und jetzt ganz neu auf dem Markt ist Pechvogel, das er auch erfunden hat. Peter haben wir auch auf der #SPIEL18 einige Male getroffen und natürlich direkt zum Frittenplausch eingeladen, damit auch ihr ihn kennenlernen könnt. Und nun ist es soweit. Wir freuen uns, euch Peters Antworten zu unseren Frage auf dem Frittentablett servieren zu können!

Also: Los geht´s!

Pechvogel ist dein neuestes Spiel und es wurde auf der SPIEL’18 komplett verkauft. Was war das erste, was du gedacht hast als du das mitbekommen hast? Hast du damit gerechnet?

Peter: Mein erster Gedanke lautete in etwa: „…*..*….*..-….   ..!“

Später habe ich dann fast geweint. Es gab vor der Messe keinen Hype um das Spiel. Deswegen gehe ich davon aus, dass Leute es in der Regel erst ausprobiert und danach gekauft haben.

Gerechnet habe ich damit nicht. Dafür habe ich das fotografiert und dann allen Freunden und Bekannten auf der Messe das Foto unter die Nase gehalten. (Anmerkung Kaddy: Das stimmt. Auch ich habe das Foto unter die Nase gehalten bekommen! ;-))

Wieso sind bei Pechvogel echte Marmor-Stückchen in der Schachtel? Und was genau ist ein Frustrat? Gibt´s da auch was von Ratiopharm?

Peter: Von Ratiopharm hab ich nichts gesehen, aber dafür verfügt mein liebster Lakritzladen über täuschend echte Replikate.

Ein Frustrat ist eine Ressource in Pechvogel die man bekommt, wenn man verliert. Sie ist schwarz und gibt Minuspunkte am Ende des Spieles. Man verliert ziemlich häufig, meistens gibt es keinen Mangel an Frustrat. Aber man kann es auch einsetzen um einen misslungenen Wurf zu wiederholen oder um einen zu guten Wurf von jemand anderem zu annullieren. Theoretisch kann man es auch einsetzen um anderen zu helfen, aber auf die Idee kommen seltsamerweise nur die wenigsten Spieler.

In der deutschen Version besteht das Frustrat tatsächlich aus schwarzem Marmor, eigentlich sind das Mosaiksteine. Ich hatte solche in meinem Prototypen drin und Zoch fand die Steine so schön, dass sie geschaut haben ob sich das rechnet die auch ins Endprodukt zu packen. Generell mögen sie schöne und ungewöhnliche Materialien und wenn sie eine Idee mögen ist ihre nächste Frage „Was kostet das?“

Das war auch so mit den Unglückskeksen die auf der Messe verteilt worden sind.

Welche ist deine lustigste Erfahrung mit einem Spiel gewesen und weshalb?

Peter: Das war ein Spiel mit den Leuten von Zoch. Dazu muss ich aber erst was über Pechvogel erklären: wenn man gewinnt, kann man einen Punktetoken aus der Auslage nehmen oder von wem anders klauen. Falls man klaut, nimmt man einen Token der Auslage aus dem Spiel raus.

Wir hatten ein Spiel, bei dem sich die Würfel dazu entschieden hatten, dass man nur mit Dreiern (dem niedrigsten Wert im Spiel) zu Erfolgen kommen kann. Alle anderen Zahlen gingen schief. Demzufolge waren die Dreier recht früh schon alle aus der Auslage weg und hatten ein paar Mal ihre Besitzer gewechselt. Andreas, der Redakteur, fühlte sich nun in einem Anfall akuter Häresie dazu berufen die Fünfer anstatt der Dreier zu sammeln. Das hat auch tatsächlich geklappt, aber mit dem unerwarteten Erfolg stelle er dann fest, dass die Fünfer durch das viele Dreier klauen bereits alle aus dem Spiel entfernt waren.

Der Nachbartisch hat sich daraufhin erkundigt, was zum Teufel wir eigentlich geraucht hätten und im Endeffekt ist daraus sogar eine kleine Regel im Spiel entstanden, die mit „Kein Problem, dann kriegst du halt nichts“ hinreichend beschrieben ist.

Hast du gute Tipps für angehende Spieleautoren*Innen da draußen?

Peter: Ja, habe ich, allerdings zu viele für hier. Also nur ein paar wichtige Sachen.

  • Es ist nichts falsch daran ein Spiel zu erfinden, das nicht veröffentlicht wird. Das geht Musikern, Schriftstellern und anderen Kunstschaffenden übrigens genau so.
  • Herauszufinden, was für Spiele man eigentlich machen möchte ist unglaublich hilfreich und gibt einem die Richtung vor wenn man nicht weiß, wo es weitergeht. Das ist nur leider ziemlich schwierig herauszufinden und geht nur, indem man etliche Spiele erfindet.
  • Es zählt nicht, was Leute beim spielen erleben sollen oder wie sie das Spiel zu spielen haben, sondern nur was sie erleben wenn sie es spielen und wie sie es tatsächlich spielen. Also bei Playtests. Jeder Exploit, jedes Missverständnis und jede Sackgasse zählt.
  • Ob ein Spiel gut ist oder gut ankommt ist eine schwere Frage. Eine ganz gute Daumenregel ist, dass ein Spiel erst dann irgendwie okay ist, wenn man selber davon überzeugt ist, das müsse das nächste große Ding in der Welt der Spiele sein. Wenn es dann wirklich rauskommen sollte, ist von dieser Großmachtfantasie aber wahrscheinlich ziemlich schnell nicht mehr so viel übrig.

Glaubst du, dass es Aliens gibt?

Peter: Diese Frage hat mich zu komplizierten Erwägungen bezüglich epistemologischer Implikationen der Relativität der Gleichzeitigkeit gebracht.

Warum nicht? So lange sie grün sind.

Welche 3 Spiele würdest du mit auf eine einsame Insel nehmen? Genug Freunde dürftest du , wenn nötig, natürlich auch mitnehmen 😉

Peter: Schach, Skat, 504

Welches Spiel würdest du am liebsten in kochendes Frittierfett tauchen, damit du es niemals wieder spielen müsstest?

Peter: Cards against Humanity hätt das glaube ich am ehesten verdient.

Erstens ist es eine Cards against Humanity-artige Antwort, zweitens ermöglicht das Spiel irgendwelchen Arschlöchern, ganz offiziell Arschlöcher zu sein, weil es ja „nicht so gemeint ist“.

Ich sehe zwar ein, dass manche Leute ein Spiel benötigen um sich mal zu trauen was unangemessenes zu sagen, aber ich denke eher die könnten auch so an sich arbeiten.

In welchem Spiel würdest du gerne einmal 24 Stunden in real verbringen, wenn du es dir aussuchen dürftest?

Peter:  „Who was I?“

Ein unfertiger Prototyp der bei mir im Regal verstaubt. Da geht es darum herauszufinden, wer man in einem früheren Leben gewesen ist.

Ich glaube zwar nicht an Reinkarnation, aber wenn man 24 h in dem Spiel der Wahl zubringen kann, müsste das ja trotzdem funktionieren.

Was bestellst du, wenn du in eine Pommesbude gehst?

Peter: Pommes rot-weiss, selten Currywurst, gerne mit Cola.

Gibt es jemanden, den du uns als einen unserer nächsten Frittenplauschgäste vorschlagen würdest, weil er oder sie so richtig cool ist??

Peter:Carlo Bortolini! Er hat mit Memoarrr gerade den deutschen Spielepreis für Kinderspiele abgeräumt und ist auch Teil des Berliner Spieleautorenmontagsstammtisches in der Spielwiese.

Aber dann müsst ihr Englisch reden.
Falls das auf jeden Fall alles auf Deutsch ablaufen muss, würde ich stattdessen Jeffrey D. Allers vorschlagen.
Beide sind absolut fantastische Typen und können einiges über das Autorendasein erzählen.

Und nun – deine letzte Aufgabe – Sekt oder Selters? Bitte wähle eine der beiden Möglichkeiten aus und entscheide aus deinem Bauch (oder Herzen?? Wenn es um Pommes geht, ist es ja doch meistens das Herz…) heraus.

  • Mayo oder Ketchup?

Peter: Ketchup

  • Bier oder Wein?

Peter: Bier

  • Pommes oder Pizza?

Peter: Pizza (sorry…)

  • Herr der Ringe oder Das letzte Einhorn?

Peter: In dem Fall wohl Herr der Ringe.

  • Kalt oder Warm?

Peter: Kalt bitte.

  • Wanne oder Dusche?

Peter: Dusche

  • Kaffee oder Tee?

Peter: Kaffee bei der Arbeit, Tee zu Hause.

  • Horror oder Schnulze?

Peter: Das ertrage ich beides nicht. Im höchsten Notfall die Schnulze

  • Karten oder Würfel?

Peter: Karten. Für das Spiele erfinden sind sie flexibler als Würfel. Ich mag das zwar sehr zu hoffen und zu bangen während ich würfele (siehe Pechvogel), aber Karten… sind immer noch Karten.

Danke, Peter, du hast es geschafft! Und ihr, liebe Frittenfreunde, hattet hoffentlich genauso viel Spaß an diesem Frittenplausch, wie wir. Und hoffentlich Peter auch. 😉

Bis zum nächsten Plausch!
Bleibt fettig.

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