King of Tokyo – Power Up!

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Superfritte

Pandabär, na komm doch her!

Los, weg da!!! Platz, macht doch mal Platz! Oh Mann, die Messe hat erst seit 10 Minuten geöffnet und schon trödeln die ersten Besucher völlig orientierungslos auf den Gängen herum! Ich glaub ich spinne … Geht weg, mir aus dem Weg. Spielt mit Kreide auf der Autobahn, oder mit Gift. Ich muss zum iello-Stand! Es gibt die erste King Of Tokyo Erweiterung – Power Up! Muss ich haben!


Pandabär Pandabär

King Of Tokyo kennt ihr vielleicht schon aus unzähligen Berichten wie beispielsweise hier auf der Spielfritte.de oder auch bei Tric Trac. Ihr wisst schon, eine Horde Kreaturen kloppen sich gegenseitig und trampeln dabei die Östliche Hauptstadt auf der japanischen Insel Honshū in Trümmern. Genau: Tokyo. Der Spieler übernimmt dabei die Rolle eines der sechs Monsterfiguren aus Pappe und knüppelt mittels sechs großer Würfel auf seine Gegner ein. Oder er macht Punkte damit. Oder verdient sich Energiewürfel, die inoffizielle Währung des Spiels, mit denen er sich dann Karten einkaufen kann, die das Spiel ordentlich pimpen.

Jedenfalls wird es ein Jahr später wirklich Zeit, hier mal eine Erweiterung in die agile Spielerschaft zu werfen. Mit dem Titel Power Up!Trifft Richard Garfield ins Schwarze der King of Tokyo Gemeinde. Mit Power Up!kommt nun ein neuer Pappkamerad ins Spiel: der Pandakai. Ein riesenhafter Pandabär, der eine Stinkwut auf seine Kumpanen hat. Keiner hatte den Pandabären zum Spielen eingeladen. Tja, blöd, wa? Aber so ein Pandabär hat ja auch seinen Stolz. Also rennt der nun, mit einem riesen Bambusstab wildfuchtelnd, nach Tokyo.

Im Gepäck hat er nicht nur ein paar neue Tokens aus Pappe, nein, es gibt erstmals … Achtung aufgepasst … Evolutionskarten!!! Krass, wa?! Diese Evolutionskarten sind quadratisch und praktisch. Es gibt sie in achtfacher Ausführung für jedes der bisher erschienen Monster, den Pandakai eingeschlossen. Nur der fluffige Brockenbär der Heidelbärenund der süße Pouic von Tric Trac, dürfen da (noch?) nicht mitspielen. Tja inoffizielle Promos haben da leider ein Nachsehen.

Wie wird das nun gespielt?

Was bringen diese Evolutionskarten, wollt ihr wissen? Gute Frage! Jedes Monster von King of Tokyo, erhalten mit diesen Karten ihre eigenen, speziellen Fähigkeiten, die sie im Kampf gegen den ganzen Rest einsetzen können. Die Karten haben entweder einen Vorteil für den Spieler selbst, oder sie torpedieren die Gegner. Die Karten werden einfach gemischt und verdeckt neben seinem Monsteranzeiger bereitgelegt. King of Tokyo wird nach den Regeln des Basisspiels gespielt, das ihr unbedingt dazu braucht.

Und jetzt kommt’s: Jedes Mal, wenn ein Spieler seine Runde mit mindestens drei gewürfelten Herzen beendet, darf er die oberste Evolutionskarte ziehen, für sich im Geheimen lesen und offen oder verdeckt auslegen. Es gibt Karten die abgeworfen werden, wenn sie eingesetzt wurden. Andere bleiben permanent aktiv. Wann sie eingesetzt werden, kann der Spieler selbst entscheiden. Und: Die Herzen dienen dabei auch weiterhin der Heilung – außer in Tokyo. Aber auch in Tokyo darf man diese Karten ziehen.

Optional: Ihr könnt auch einen Schnellstart hinlegen, indem jeder Spieler für sein Monster vor Spielbeginn eine Evolutionskarte zieht. Oder ich macht einen gemeinsamen Kartenstapel, in dem alle Karten der teilnehmenden Monster gemischt enthalten sind. Es wird dann immer die oberste Karte des Gemeinschaftsstapels gezogen. Somit sind alle Fähigkeiten für jeden Spieler zugänglich. Ihr seht also, es gibt jede Menge Power in der Spielbox!

Und wer nun mit wem?

King of Tokyo ist wirklich gut für das „Anreißen“ eines Spieleabends geeignet. Oder auch für zwischen durch. Es besticht durch einfache Abläufe und Regeln. Es spricht so herrlich die menschlichen Instinkte an: die Schadenfreude beispielsweise.  Und es erlaubt einem mal wirklich fiese und hinterhältig zu sein. Andere aufzustacheln, um unliebsame Gegner gemeinsam aus dem Weg zu räumen. Hach … herrliche fiese das Ganze. Das ist was für Overlords in Ausbildung!

Wenn ihr das mögt und herzhaft darüber lachen könnt, wenn alle gegen Euch sind, dann ist das Spiel für Euch richtig. Wenn Euch Würfelglück herausfordert und nicht vergrault, dann ist das Euer Spiel. Und wenn ihr gerne mal Eure Gehirnwindungen ausschütteln und entspannen lassen wollt, indem ihr Euch in stoische und martialische Action stürzt, dann greift zu! Andernfalls kneift die Arschbacken zusammen und spielt zumindest eine Runde mit. Ich mein, wir sind ja alle erwachsene Menschen, oder wie?

Lecker

  • Noch mehr Katzengeballer, finde ich super.
  • Etwas mehr Abwechslung und Level up!

Fazit

I´ve got the Power, Junge!

Mal ganz ehrlich: King of Tokyo und diese Erweiterung sind halt geil! Wusstet ihr eigentlich, dass der Begriff „geil“ schon im Althochdeutschen gebräuchlich war? Da hieß es Geilstelle: Ein Wiesenfleck, der durch besonders grünem und dichtem Bewuchs hervorstach. Oder in der Neuzeit: In den frühen 1980ern hielt er Einzug, um in knappen vier Buchstaben auszudrücken, dass man etwas echt supertollo fand. Is‘ heute auch noch so. Ich finde das Spiel allerdings nicht wegen seiner farbenprächtigen Dichtigkeit supertolle, sondern weil es wirklich einen enormen Spaßfaktor für mich hat. Das kommt so richtig raus, wenn sich einer der Gegner schwarzärgert, weil ich so fiese zu ihm bin. Oder wenn ich jemandem wüste Beschimpfungen entgegen schmettere, weil er eben nicht angreift und wir damit eben nicht einen Gegner aus dem Spiel kicken können … so ein Weichei! Das Spiel ist schnell verstanden und lässt sich schnell spielen. Und durch die Power Up!Erweiterung bekommt das Ganze noch mal richtig Biss. Supertollo … geil … tschüss!
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