Kobold

Brettspiele Frittenrezensionen
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Gute Fritte

Sowas wie Kobolde gibt es doch gar nicht …

Ganz ehrlich? Wenn ein Dreikäsehoch daherkommen und behaupten würde: „In meinem Kinderzimmer gibt es Kobolde und die klauen mir die Spielsachen.“, da würdet ihr doch auch dem Lausebengel die Handaußenfläche warnend hinhalten, wegen der dreisten Lügerei, oder? Von wegen Kobolde. „Zähne putzen, pullern, und ab ins Bett!“, sag ich da nur.

Nicht aber so im Falle Moritz, denn bei ihm im Kinderzimmer tummeln sich tatsächlich Kobolde herum, die ihm die Spielsachen zocken. Wir sind diese Langfinger und beklauen den kleinen Moritz aufs übelste. Wir schauen auf das kurzweilige Kobold von Marco Ruskowski und Marcel Süßelbeck, was bei Queen Games erschienen ist.

Wer am meisten zockt …

… gewinnt das Spiel Kobold auch. Oder zumindest, wer am klügsten zockt, hat Chancen auf Platz eins. In Kobold sind wir kleine Racker, die keine Lust auf ehrliche Arbeit haben. Nicht, dass Kinder auch was von ehrlicher Arbeit verstehen, aber das steht hier nicht zur Debatte. Wir, die Kobolde, wollen also nicht groß bei Rewe anne Kasse sitzen, oder in der Schrauberbude das Öl in die Fresse bekommen wollen, stattdessen zieht es uns in die Kinderzimmer dieser Welt, um die kleinen Blagen zu beklauen. Na bravo. Weltbild ade. Aber da es sich um Kobolde handelt, lassen wir mal den Wirklichkeitscheck.

Zurück zum Thema: Wir Kobolde – da fremde Spielsachen. Dieses Mal ist Moritz dran. Die kleine Ratte hat eh viel zu viel Pling-Pling. So viele Bälle und Teddys und so braucht kein Mensch. So rechtfertig sich die Koboldpolizei und geht auf Streifzug. Doch dieses Mal ist Moritz wach und hat die Taschenlampe gezückt. Wenn wir schon zu der Untergrundorganisation Spielzeugklaukobold AG gehören, so könnte man denken, das wir voll die abgewrackten Zockertypen sind, die sich durch nichts einschüchtern lassen. Tja, denkste. Licht geht ja mal so gar nicht. Und Moritz hat die Flashlight gezückt. Au Backe – jetzt nicht erwischen lassen.

Es reicht nicht aus, dass unsere Kobolde vom Stamme Nimm sind. Gehässig, gemein und fies sind wir auch noch, und wir gönnen uns einen Dreck und noch nicht mal ein begehrtes Spielzeugauto. Denn wenn Moritz mit seinem Taschenlampenlicht auf die Klaukobolde zeigt, dann machen wir aber hauruck die Waschfrau die Biege. Das glaubt aber mal.

Diebische kleine Kobolde

Genau, darum geht es: Klauen, sammeln und sich nicht vom Taschenlampenlicht einfangen lassen. In Kobold können wir entweder einen unserer Kobolde auf ein Spielfeld stellen, oder alle eigenen Kobolde zurückrufen. Wenn man sie zurückruft, lassen sie das Spielzeug mitgehen. Leider nicht ne PlayStation, die gibt es nämlich nicht im Kinderzimmer von Moritz. Dafür hat der Verwöhnte aber Edelsteine im Raum versteckt. Uh uhhhhh, na der Bengel hat es aber …

Immer dann, wenn wir unsere Kobolde zurückrufen von der Klautour, wird gewürfelt, was dazu führt, dass Moritz sich links herum oder rechts herum oder gar nicht bewegt. Wir hoffen selbstverständlich, dass der kleine Angsthase sich nicht rührt, denn wenn uns der Taschenlampenschein erwischt, trollen wir uns aber ganz hurtig von dannen. Grrrr…

Das Spielprinzip ist also mehr als einfach, und die sehr gut geschriebene und wirklich toll aufgemachte Spieleanleitung lässt keine Fragen offen.

Unsere Beute können wir eintauschen in Edelsteinmarker, die fett Punkte bringen, oder wir hörten bestimmte Spielsachengruppen, von deren Mehrheit wir auch Punktekämpfe profitieren. Da die Auslage von allen offen ausliegt, kann man in diesem Spielzug so richtig schäbig spielen, um den anderen Kobolden eins reinzusemmeln.

Freudiges Spielzeugstehlen

Kobold ist ein echt tolles und unterhaltsames Kinderspiel. In meinen Runden war es oft so, dass die kleinen Kleinen immer mal wieder „noch maaaal“ krakelten. Und auch nach Tagen kam hier und da die Frage: „Spielen wir das Koboldspiel?“ Also, die Kleinen mögen das Spiel schon mal sehr. Ein Spiel, was man auch öfter und an anderen Tagen spielen kann.

Erwachsenenrunden hatten meistens nach 2, 3 Partien die Faxen dicke. Da würde nicht gejauchzt: „ Wollen wir das Koboldspiel noch mal spielen?“ Aber man kann nicht sagen, dass es denen nicht gefallen hat.

Im Spiel ist man oft dem Würfelglück ausgeliefert. Wenn manch Taschenlampenschein ständig und ständig die eigenen Figuren vergrault, und um andere echt nen Bogen macht, dann weiß man echt nicht, ob das Spiel partiell gegen einen ist. Ich zum Beispiel hab immer das Glück vom Licht erwischt zu werden. Na ja, sei es drum. Kobold macht mir dennoch Spaß.

Die wunderschöne Aufmachung und das erstklassige Material macht aus Kobold ein total schönes Spiel, was gut in ein Kinderzimmer passt. Doch Vorsicht!!! Sollte es irgendwann mal verschwunden sein, hat es sich vielleicht selbst geklaut. Welch philosophischer Ansatz …

Lecker

  • Tolle Aufmachung
  • Leicht erlernbar
  • Wiederspielreiz für Kleinere groß

Pfui

  • Kinder beklauen, was ne Pädagogik

Fazit

Funfairist klaut heraus

Ich mag das Spiel, auch wenn ich mich in letzter Zeit an Kobold echt satt gespielt habe. Das liegt wohl daran, dass ich des Öfteren dieses „Koboldspiel spielen wollen blablabla…“ gehört habe. Egal. Kommt ja gut an das Ding. Einfache Regeln, schneller Zugang, nette Spielzeit, super Material. Was will man mehr? Herzlichen Dank an Queen Games, die uns dieses tolle Kinderspiel für eine Rezension zur Verfügunggestellt haben.  
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Gute Fritte

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