Mein Traumhaus – Familienbesuch

Brettspiele Frittenrezensionen
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Knusperfritte

Mensch, Du bist aber groß geworden

Jaja, das kennen wir ja. Kaum ist die Bude fertig und eingerichtet, dann ham se alle wieder Zeit, vorbeizukommen. Daher finden wir in dieser Erweiterung zu Mein Traumhaus den Familienbesuch und jeder will natürlich Extrawürste. Aber nicht nur das, auch gibt´s ein paar neue Räume, ein paar neue Dekorationen und Baupläne, die erfüllt werden wollen. Und noch ein paar weitere Dinge verstecken sich in der Spieleschachtel. Und was genau das ist und wie wir´s so finden, das könnt ihr heute bei uns erfahren.

Ich kneif dir in Wange, du kleiner Racker!

Es gibt Nachschub für Mein Traumhaus – den Familienbesuch! Mit dieser Schachtel können wir jetzt nicht mehr nur zu 4., sondern sogar zu 5. und 6. in den Kampf um die schönsten Räume und Dekorationen einsteigen.
Und für die Singles da draußen gibt´s jetzt sogar auch eine Solo-Variante. Aber nicht nur das ist neu, sondern auch ein paar andere Dinge, die wir gleich auch noch betrachten werden. HIER könnt ihr übrigens unseren Bericht zu Mein Traumhaus nochmal nachlesen, falls ihr ihn verpasst haben solltet. Auch Familienbesuch stammt von Klemens Kalicki, wie auch das Grundspiel.

Danke an dieser Stelle an Pegasus, die uns den Familienbesuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben!

Die Regel

Die Regel ist so groß, dass ich mich fast damit zudecken könnte (ja, ich bin ganz schön klein). Falls hier in meinem Traumhaus mal die Heizungen ausfallen sollten, muss ich auf jeden Fall schonmal nicht frieren!

Beim ersten Lesen hatte ich ein bisschen das Gefühl, dass ich gerade eine Anleitung für Excel lese … Wenn ihr diese Karte mit ihm Spiel habt müsst ihr das beachten. Wenn die und die aufeinander treffen, dann müsst ihr das zuerst machen und danach dann dieses abhandeln. „Wenn ihr diese Karte wertet gibt es e = mc² Punkte, aber nur mittwochs.“ (das steht so nicht in der Regel, sondern soll nur mein Gefühl wiederspiegeln ;-)). Da Mein Traumhaus keine komplexen Regeln hat, ist das trotzdem im Spiel gut umzusetzen. Aber es gibt schon recht viele WICHTIG! und Hinweis!-Anmerkungen zu einigen Karten und auf diese Hinweise muss man entsprechend im Spiel auch achten. Ansonsten verrät uns die Regel, dass es neue Raumkarten, Dekorationen, neue Helfer und neue Werkzeuge gibt, die uns beim Bauen helfen werden. Außerdem kommen noch 2 neue Module ins Spiel: Die Baupläne und der Familienbesuch. Und natürlich noch die neuen Regeln für das Solo-Spiel sowie allgemeine Hinweise zum Aufbau des Grundspiels mit den neuen Karten.

Auf die neuen Karten werde ich hier an dieser Stelle nicht so detailliert eingehen. Sie sorgen für neue Möglichkeiten, wenn sie im Spiel sind oder sorgen einfach für mehr Abwechslung durch ihr Vorhandensein.

Die Karten haben jetzt oben in der Ecke eine Markierung, die angibt, bei welcher Spielerzahl sie jeweils ins Spiel kommen. Trotzdem kann man sie auch ins Spiel mischen, wenn man mit 2-4 Spielern spielt. Der Ingenieur, ein neuer Helfer, kommt nur ins Spiel, wenn man zu 6. spielt (über sie erhält man die Möglichkeit, mehrere Räume der gleichen Art miteinander über verschiedene Stockwerke zu verbinden). Oder man mischt ihn bzw. sie (Die Karte heißt Ingenieur, aber eine Frau ist drauf – ich kann mich daher nicht entscheiden, welchen Artikel ich benutzen soll) in die anderen Helferkarten ein, wenn man mit 2-4 Spielern spielt. Dann sind allerdings nicht alle im Spiel, sondern nur 5 von ihnen. Aber was ist denn mit 5 Spielern? Da wird er offensichtlich gar nicht benutzt. Schade.

Modul 1: Die Baupläne

Das ist das erste Modul, das beim Familienbesuch mit dabei ist. Wenn damit gespielt wird, bekommt jeder 2 Baupläne (einen leichten und einen schweren) und kann diese Pläne im Laufe des Spiels erfüllen. Da stehen dann so Sachen drauf wie „Du brauchst die gleiche Anzahl an Bade- und Kinderzimmern“ oder „2 Schlafzimmer im 2. Stock“. Diese kleinen Kärtchen sorgen dafür, dass wir unsere Strategie beim Bauen unsere Traumhauses das eine oder andere Mal nochmal überdenken. Denn auch wenn die Auslage vielleicht seeeehr interessant ist in der einen Spalte (zum Beispiel weil man jetzt auch einen Ponyhof bauen kann – wie geil ist das denn?! ;-)), würde es dann doch mehr Sinn machen, andere Karten zu wählen, um an meinem Bauplan zu basteln. Das sind am Ende schließlich nochmal 3 oder 5 Punkte, die man darüber erhält.

Ich frage mich allerdings: Warum bekomme ich 2 Pläne – einen leichten, der mir weniger Punkte bringt, und einen schweren, der mir mehr Punkte bringt – wenn ich nur einen von beiden erfüllen kann? Wenn ich den leichten und den schweren erfülle, bekomme ich trotzdem nur Punkte für den schweren. Dass ich den leichten ebenfalls erfüllt habe, wird nicht belohnt. Da entscheide ich mich doch lieber dafür, nur den schwereren zu bearbeiten und nur im Notfall auf den leichten umzusteigen. Wenn ich dann am Ende gar keinen erfüllt hab ist es auch nur halb so wild: Minuspunkte gibt es dafür keine. Hätte ich aber durchaus für ganz gut gehalten, denn dann hätte man Druck, die kleinen blauen Kärtchen wirklich zu erfüllen. So müsste man sich dann nicht einschränken und könnte einfach bei den ausliegenden Karten zuschlagen, wie man lustig ist und versuchen, die 5 Punkte, die man über die Baupläne erhalten hätte, über andere Dinge reinzuholen.

Für mich war dieses Modul in den meisten Spielerunden nicht präsent genug, ganz frei nach dem Motto „Alles kann, nix muss“, zumal jeder seine Baupläne auch geheim auf der Hand hat und das Mutmaßen, was der andere gerade da bei sich baut, eher schwierig ist.
Von daher würde ich behaupten, dass dieses Modul „ganz nett“ ist, aber mehr auch nicht …

Modul 2: Familienbesuch

Beim Familienbesuch kommen uns dann Familienmitglieder besuchen, die unterschiedliche Vorlieben haben. Es werden doppelt so viele Karten wie Spieler am Spiel teilnehmen ausgelegt und immer dann, wenn ein Spieler eine Bedingung von einem Familienmitglied erfüllt hat, dann kommt es zu ihm zu Besuch. Allerdings kann nur ein Besuch pro Stockwerk hereingelassen werden. Da keiner in die Garage will, heißt das demnach auch, dass jeder max. 2 der Familienkarten ergattern kann. Auch die bringen Punkte.

Beim Familienbesuch laufen die Gemüter schon ein bisschen heißer – denn hier beginnt der Kampf um Omi, Tante und Sohn. Schließlich stehen alle ausliegenden Personen nur einmal zur Verfügung. Wer wech ist, ist wech. Und das kann dann auch schonmal ärgerlich sein, wenn man daran gebaut hat, dass Omi sich wohl fühlt und die dann einfach einen anderen besucht. Unverfrorenheit! Auch, wenn es hier weniger Punkte gibt, als in den Bauplänen, hat dieses Modul für mehr Spaß am Tisch gesorgt. Denn bei Mein Traumhaus beginnen wir ja schon damit, den anderen Dinge wegzuschnappen, wenn wir uns für die ausliegenden Karten zum Anbauen entscheiden. Dass man hier immer nur das nimmt, was man selbst wirklich braucht, würde ich bezweifeln. ? So zumindest bei mir. Ich nehm gerne auch mal Karten, von denen ich glaube, dass sie jemand anderes gebrauchen könnte. Einfach, weil ich es kann. ?

 Die Solo-Variante

Ich bin nicht dafür bekannt, dass ich der Fan der Solo-Spiele bin. So auch hier. Traumhaus alleine zu spielen finde ich irgendwie traurig. Und mir fehlen da zu viele Elemente, die ich im Spiel mit mehreren gut finde. Man baut halt sein Haus so vor sich hin, kann niemanden ärgern oder beeinflussen. Man spielt das Solospiel mit Bauplänen und den Karten aus dem Grundspiel.

Lecker

  • Schönes Material
  • Macht aus dem Spiel etwas mehr
  • Ne nette Erweiterung

Pfui

  • Die Baupläne sind eher semi
  • Solo-Variante ist eher so la la

Fazit

Mensch, bist du aber groß geworden.

  "Zuerst einmal möchte ich den Illustrator hier im Abschluss mal loben – ich finde, Mein Traumhaus sieht wirklich toll aus und auch die neuen Familienmitglieder sind toll gezeichnet. Das mag ich! Ich gebe dem Familienbesuch alles in allem eine Knusperfritte mit einem kleinen Minus dran. Ich finde, das Modul der Baupläne hätte irgendwie noch ein bisschen mehr besonders sein können. Leider ist das bei uns nicht so richtig in den Vordergrund gerutscht, auch wenn 5 Punkte schon nicht ohne sind. Das wurde irgendwie nebenbei erledigt, obwohl es Grund genug gäbe, solch eine Aufgabe vorrangig zu erledigen. Der Familienbesuch hingegen hat mir besser gefallen – warum, das habe ich ja gerade bereits beschrieben. Mein Traumhaus jetzt mit 5 oder 6 Spielern spielen zu können ist natürlich auch nicht verkehrt – es kommen mehr Karten auf den Tisch, die zur Verfügung stehen. Allerdings dauert das ganze dann natürlich auch ein bisschen länger. Für mich ist jedoch die beste Spielerzahl immer noch 4. Da fühlt sich das alles gut an und ist recht kurzweilig (es sei denn, man hat Langzeitdenker mit am Tisch sitzen ;-))."
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Knusperfritte

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