nimble

Frittenrezensionen Kartenspiele
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Knusperfritte

Lila, nein, orange. Ach nein doch blau. Zu spät. Verdammt.

Nimble – ein Spiel mit einer Spieldauer von 1-5 Minuten. Das Cover erinnert an ein Wimmelbild, aber das täuscht. Wir müssen zwar gut darauf achten, was wir sehen, aber es geht nicht um Pinocchio oder Pilze, sondern um Farbe. Und um die inneren und äußeren Werte. Und worum es noch geht, das könnt ihr heute hier bei uns erfahren.

Moby Alice

Heute schauen wir uns nimble mal genauer an. Ein Spiel, das auf der Spielwarenmesse in Nürnberg 2018 auf den Tischen der Edition Spielwiese bzw. Pegasus lag und gespielt werden wollte. Auch Peter Jürgensen, der Autor des Spiels, war natürlich vor
Ort und nahm sich Zeit zum Erklären, Vorbereiten und Mitspielen. Ich muss an dieser Stelle nicht erwähnen, dass man gegen einen Autor eines Reaktionsspiel nicht mal einen kleinen Funken einer Chance hat, zu gewinnen, oder? ?

nimble kann man mit 2-4 Personen ab 6 Jahren spielen und es dauert laut Schachtel 1-5 Minuten. Wenn Menschen, die Reaktionsspiele nicht so gern mögen und dann vielleicht auch zusätzlich noch langsam denken, nimble spielen, kann es aber aus der Erfahrung heraus auch durchaus mal passieren, dass das Spiel 10 Minuten benötigt. ?

Übrigens: Die Fotos, die wir hier sehen sind alle von einem Sample – das bedeutet, dass das fertige, kaufbare Spiel anders aussehen kann, als das, was ihr hier seht. ?

Was ist ein nimble?

Es gibt kein nimble, denn nimble ist ein Adjektiv und bedeutet „flink“ oder „fingerfertig“. Der Name ist auf jeden Fall schonmal Programm. Unsere Aufgabe bei nimble: Unsere Handkarten loswerden und zwar so schnell wie möglich. Jede Karte besteht aus 2 Teilen: einem inneren Kreis und dem äußeren Rand. Dabei haben die beiden Teile immer unterschiedliche Farben. Jeder Spieler erhält zu Beginn des
Spiels sein Kartenset, das aus 30 Karten besteht. Die nimmt jeder auf die Hand. Dann werden 3 Stapel in der Tischmitte begonnen, in dem Spielerinnen Karten in die Mitte ausspielen. Und sobald 3 Karten ausliegen, geht´s auch schon rund. Ab dem Zeitpunkt heißt es: So schnell wie möglich sein und Karten abwerfen. Aber natürlich nicht irgendwie, Karten dürfen nur auf Karten legen, die farblich passen. Und dabei muss die Farbe auf dem Rand der Karte, die man ablegen möchte die gleiche Farbe zeigen, wie der Kreis auf der Karte auf der man seine Handkarte ablegen möchte. Wer als erstes alle seine Karten loswerden konnte gewinnt das Spiel.

Schwer genug …

… sich überhaupt zu merken, welche Farbe wo sein muss. Gerade in den ersten Partien war das immer noch eine zusätzliche Herausforderung. Manchmal stelle ich mich blöd an, aber eigentlich hätte ich immer behauptet, dass ich ganz gut bin in Reaktionsspielen. nimble hat mir das Gegenteil bewiesen. ?Wenn´s dann aber mal läuft, sieht man nur Hände. Hände, die Karten in den Händen aufdecken, Hände die Karten ausspielen und hin und wieder auch Hände, die Karten wieder aufnehmen, weil sie falsch abgelegt wurden.

Nix für Farbenblinde ** (Lüge! Lüge! ;-))

Auf den einzelnen Karten kann man durchaus verschiedene Symbole erkennen, wenn man genauer hinschaut. In den Ecken findet man die Symbole, die auch in der Mitte einer jeden Karten prangen. Allerdings bezweifle ich, dass es jemandem viel Freude bereitet, nimble zu spielen, wenn
er oder sie farbenblind ist oder eine andere Sehschwäche hat. Oder gerade doch? Ich weiß es nicht – ich habe keine Sehschwäche. Aber ich stelle es mir schon unfair vor, wenn jemand anhand der Symbole entscheiden muss, welche Karte er ausspielt und die anderen sich an den Farben orientieren können. Die sind einfach durchaus eingängiger und natürlich auch besser sichtbar. Spielen sollte man´s übrigens auch nicht, wenn man eine Vorliebe für Chips hat. Wieso? Weil dann die Flossen so fettig sind, dass man die Karten nicht umdrehen kann. Aber naja, das ist ja ne andere Geschichte…
Und – meine Güte. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste auch noch auf die Symbole achten und nicht auf die Farben, die einem eh schon ins Gesicht springen, sobald man eine Karte aufdeckt … Ähm, keine Chance. Damit wäre wahrscheinlich dann mein Hirn überfordert.

** Dank einer App, die es möglich macht, mal mit eigenen Augen zu erleben, wie Farbsehschwächen aussehen, habe ich erleben können, dass das sehr wohl geht. Schaut hier:

 

Geschichtenstunde

Die einzelnen Kartenarten sind verschiedenen, bekannten Geschichten zugeordnet. Die Randfarben der Karten zeigen das quasi an. Hellblau ist Moby Dick und das passende Symbol dazu sind Seemannssachen – eine Pfeife, Knochen, ein Schiffslenker … Orange ist In 80 Tagen um die Welt. Kompass, Pflanzen, Heißluftballon. Lila ist Krieg der Welten – mit Dingen, von denen ich nicht weiß, wie man sie nennt. So Sci-Fi-Roboter-Dinger halt. Rot ist Alice im Wunderland mit Uhren, Schlüsseln und Spielkarten. Beige ist Pinocchio mit Hüten und Holzkreuzen und Kirschen. Und dann gibt´s noch türkis – Don Quijote – Weinglas, Schilder, Hufeisen.

Wie die einzelnen Symbole auf den Karten zu den unterschiedlichen Themen passen kann ich nachvollziehen. Allerdings verstehe ich nicht den Hintergrund, weshalb gerade das die zugrundegelegte Story zum Spiel ist … Das Spielprinzip kann mit jeder möglichen Geschichte hinterlegt werden. Was haben denn die ausgewählten, bekannten Geschichten miteinander zu tun? Gibt es Parallelen, die ich nicht verstehe? Und warum lege ich Don Quijote auf Pinocchio? Sind es vielleicht die Erfindungsdaten der Urgeschichten, die hier wichtig sind? Mal sehen … Was sagt denn Doktor Google?
Nein, passt auch nicht. Ja, sie sind alle zu unterschiedlichen Jahren veröffentlicht worden, aber ob da was hintersteckt? Ich weiß nicht …

Ich mag das Artwork sehr und es lädt zum Träumen ein und zum Geschichten ausdenken, wenn man sich auf die Symbole konzentriert und einfach mal schaut, was das Gehirn so aus dem, was es sieht, macht … Allerdings passt die Story für mich leider nicht zum Spiel. Schade.

Lecker

  • Auch für Farbenblinde geeignet
  • Schön kurz - 1 - 5 Minuten
  • Alle spielen gleichzeitig

Pfui

  • Die ersten Runden super, danach immer langweiliger
  • Das Spiel passt irgendwie nicht wirklich zur Story.

Fazit

Farben über Farben …

"Nimble ist wirklich schnell gespielt – obwohl ich es mir gar nicht vorstellen möchte, was im Gehirn eines Spielers vorgeht, der es schafft, innerhalb von einer Minute all seine Karten abzulegen. Wenn das bei mir so wäre, würde ich mich danach wahrscheinlich erstmal hinlegen und ausruhen müssen, damit mein Gehirn meinem Körper auch wieder Signale geben kann, die zur Lebenserhaltung beitragen. Atmen und so. Da Nimble aber so oder so echt schnell geht, ist es schnell gespielt. Allerdings hat der Langzeittest ergeben, dass der Spielspaß mit ansteigender Rundenanzahl abnimmt. So macht mir Nimble nicht mehr so viel Spaß, wie in den ersten Runden, während meine Mitspieler, die das erste Mal Nimble spielen, voll dabei sind.So, wie ich am Anfang auch. Vielleicht hätte Nimble eine Variante noch gut getan, um das Spielgeschehen ein bisschen abwechslungsreicher zu gestalten. Daher reicht es hier leider nur für eine Knusperfritte. Wir danken Pegasus Spiele und der Edition Spielwiese für das Rezensionsexemplar von Nimble!"
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