Schreck und weg!

Frittenrezensionen Kartenspiele
6

Gute Fritte

Buhhhh…

Genau! Nicht immer nur Mord und Totschlag hier im geselligen Spiel. Elend, Tod und Krieg haben wir schon in der realen Welt, da brauchen wir nicht noch mehr Spiele, die ebensolches zelebrieren. Es reicht, wenn wir Angst und Schrecken verbreiten. He he he … Und damit herzlich willkommen bei Schreck und Weg!, dem kleinen Kartenspiel aus dem Hause Strawberry Studios, was hierzulande über Asmodee vertrieben wird. Wir schauen auf das kurzweilige und echt süß gestaltete Spiel vom Adrian Dinu.

Blutige Mäuler

Was denkt ihr, was passiert, wenn in einem Spiel Mäuse auf Katzen, diese auf Hunde, diese auf Elefanten und diese wieder auf Mäuse treffen? Sicherlich malt ihr euch die blutigsten Szenarien aus, in denen eine Katze sich die blutige Tatze leckt, weil die kleine Mickey es nicht rechtzeitig aus der Klaue geschafft hat, und wie dann ein mit Geifer versehender Hund auf die Miez zuläuft, sie packt und zu Tode schüttelt, und wie dann ein Elefant mit Karacho auf den Hund eintritt, wie Damenfüße auf Trauben nach der Ernte im Weinfass. Nein? Nun, dann seid ihr bei Schreck und weg! genau richtig, denn bevor Tod und Verstümmelung zutage kommen, gibt es erst mal was anderes: Angst und Schrecken.

Und genau darum geht es in diesem kleinen trickreichen Kartenspiel der Erdbeerstudios. Hier wollen wir den Tieren Angst einjagen, und bevor es blutig zur Sache gehen KÖNNTE, verpieseln sich die Tiere lieber quiekend in die Schachtel zurück. Ein Spiel voller Adrenalin und Todesangst.

Dies ergeht aber nur den Tieren im Spiel so. Wir als Spielende haben nicht dergleichen im Gefühlsrepertoire. Stattdessen geht es nachdenklich und planend zu, denn Schreck und Weg! ist nicht einfach ein kleines Kartenspiel für Menschen ab 8 Jahren, sondern ein kleiner Hirnzwirbler der Extraklasse.

Schieberätsel

Ihr kennt doch sicherlich diese kleinen Schieberätsel, die es hier und da im Mickey Maus Heft gab, oder die man in manch Wundertüten vom Kiosk kannte. Ein kleines Plastikteil, auf dem 15 Schiebequadrate horizontal und vertikal verschoben werden konnten, bei denen es galt ein Bild am Ende zu haben oder eine Aufgabe zu meistern.

So in etwa (ein bisschen) funzt auch Schreck und Weg!. In diesem Spiel haben wir auch eine Auslage, hier Karten, die allerdings aus 4 Reihen und 8 Spalten besteht. 4 Tierarten liegen aus. Ziel des Spiels: Punkte machen. Wie bekommen wir Punkte? Wenn am Ende die meisten Tiere und die meisten Farben, die ich benötige (das sagen die Zielkarten), in der Auslage liegen. Bis dahin müssen ziemlich viele Tiere erschreckt, und damit aus der Auslage verbannt werden.

Wer dran ist, wählt ein Tier, was ein passendes anderes Tier in der Horizontalen oder Vertikalen erschreckt. Die Maus erschreckt den Elefanten, die Maus flüchtet bei der Katze, diese macht beim Hund die Biege und, ach oh Wunder, dieser jankt des Weges, wenn ein Elefant kommt. Danach kann man den soeben freigewordenen Platz einnehmen, wenn es sinnvoll ist. In jedem Fall rutschen Karten, die oberhalb liegen, nach unten.

Nach und nach wird die Auslage immer kleiner, und all die Tiere fliehen zurück in die Schachtel und zittern dort wie Espenlaub. Sobald eine Spalte leer ist, oder wenn ein Tier nichts mehr erschrecken kann, ist Sense. Dann gibt es Punkte für meine Farbe und meine Tierart.

Ihr seht, ganz einfach und sehr leicht.

Aber ganz so leicht zeigt es sich nicht im Spielgeschehen, denn die Wahl der Tiere, und das jeweilige Nachziehen, sollten gut abgeschätzt und berechnet sein, denn durch einen Fehler kann ganz schnell eine Kettenerschreckreaktion werden, und schwupp schwupp schwupp sieht man seine Tierart und Farbe flüchten. Sehr ärgerlich. Darum: Immer gut im Blick halten: Die eigene Tierart und Farbe schützen, und versuchen die anderen zu dezimieren.

Dabei sollte man auch gut kombinieren, welche Tierart und Farbe der oder die Mitspieler haben, denn geschickt gilt es genau diese Tiere und Farben zu vertreiben. Tricky, tricky, tricky …

Ein echt schönes Spiel

Strawberry Studios, die eher kleine Kartenspiele produzieren, weisen in ihren Spielen immer eine überaus großartige Illustration vor. So auch in Schreck und Weg!. Magdalena Markowska steckt wieder dahinter, die auch schon die Spiele 3 Wishes, What´s Up und Strawberry Ninja aus dem Erdbeerstudio illustriert hat. Ganz großartig. Wahrlich bei jedem Auspacken war ein „ach wie süß sind die denn“ zu hören, wenn die Karten begrabbelt wurden.

An sich könnte man die Karten auch so auf eine Leinwand ziehen und an die Wand hängen. Ich schätze dass diese Tiere als Poster und Postkarten sicherlich der Renner wären. Also, Chapeaux an die Illustration – wirklich großartige Leistung.

Aber das Spiel sieht nicht nur toll aus, nein, es macht auch noch Spaß. Jetzt wirklich. Ich mag Schrefk und Weg! richtig gerne. Ein sehr einfach Spielprinzip und doch anspruchsvoll und teilweise herausfordernd. Besonders Kiddies im Jugendalter hatten bei dem Spiel so richtig Freude. Aber nicht nur die. Schreck und Weg! kam in jeder Altersrunde gut an und die kurzweilige Spieldauer ließ oft ein nochmal zu. Das ist sehr schön.

Das kleine Spielformat erlaubt es auch das Spiel hier und da mit sich rumzutragen. Nur einen ganz so kleinen Tisch sollte man nicht haben, denn durch die anfängliche Auslage von 48 Karten ist es schon recht voll am Tisch.

Gut, dass die Racker bald die Biege machen und zurück in die Schachtel verschwinden.

Lecker

  • Superschöne Aufmachung
  • Leicht und taktisch zugleich

Pfui

  • Nichts Pfui

Fazit

Funfairist fürchtet heraus

Ich vergebe dem Spiel eine richtig richtig gute Fritte. Ich mag das Spiel sehr und spiele es auch sehr gerne. Sowieso bin ich auch ein Fan von den Strawberry Spielen – hier lohnt immer ein Blick und ne Spielrunde. Die Aufmachung und der Mechanismus sind wunderbar und für ein kleines Kartenspiel richtig gut. Herzlichen Dank an Asmodee, die uns dieses Spiel für eine Rezension zur Verfügung gestellt haben.
6

Gute Fritte

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