Storiez

Frittenrezensionen Kartenspiele
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Gute Fritte

Es war einmal …

Du willst Deinen eigenen Actionfilm erzählen? Ihr habt Lust zusammen eine Kindergeschichte zu erstellen? Du willst Deine erzählerische Kreativität für eine Abenteuergeschichte einsetzen? Und Du scheust Dich nicht vor einer düsteren Horrorgeschichte? Dann ist Storiez genau das richtige für Dich, denn in Storiez kannst Du und könnt ihr eine Geschichte ganz nach eurem Geschmack erzählen und erfinden. Die gezogenen Motiv-Karten bringen Würze in die Entwicklung der Geschichte. Die Herausforderung ist nur: Kannst Du alles behalten und erneut wiedergeben? Hmmm… Wir schauen auf das Erzähl- und Erinner-Spiel Storiez von Jürgen Heel, was bei Amigo Spiele erschienen ist.

Ich packe meinen Koffer

Bei Erinner-Spielen nutzen Mitspielende unterschiedliche Strategien, um sich Dinge und Sachen zu merken und um sich an die zu erinnern. Einige erinnern sich an die Anfangsbuchstaben. Andere finden Zahlen für die Wörter und erinnern sich an die Zahlenreihen. Wieder andere merken sich Synonyme, Düfte, Farben oder dergleichen. Und wieder andere erzählen sich im Geiste eine Geschichte, um sich an die Dinge und Gegenstände zu erinnern. Storiez nutzt diese Vorgehensweise genau als Spielemechanismus. Eine Art „Ich packe mein Koffer“, nur als Geschichte, und dass man nicht alles immer und ständig wiederholt. Im Grund aber genau so!

Wir legen mit der Themenkarte ein Setting vor: 10 unterschiedliche Karten gibt es, die ein Genre oder eine Gattung definieren. In diesem Genre eingebettet wird eine Geschichte erzählt. Der Kartenstapel mit den 50 Motiven wird gemischt. Dann deckt der Startspielende eine Karte auf und beginnt mit der Geschichte: Es war einmal eine gelbe verschrumpelte Banane …

Nach und nach decken die anderen Mitspielenden ebenfalls eine Karte auf und versuchen in diesem Setting die Geschichte weiter zu erzählen. Die Motivkarten werden übereinander gestapelt und nicht mehr angeschaut. So geht das frohlockende und lustige Geschichtenerzählen weiter, bis jemand denkt, dass die Gruppe die Geschichte nicht noch einmal wiederholen kann. Sollte man das glauben, deckt man die Motivkarten um, dreht die Sanduhr um, und dann hat die Gruppe Zeit sich an die Reihenfolge der aufgedeckten Karten zu erinnern. 90 Sekunden stehen zur Verfügung. Schafft es die Gruppe, erhalten alle (bis auf den Herausforderer) eine Motivkarte als Punkt. Schafft die Gruppe es nicht und macht einen Fehler, bzw. läuft die Zeit ab, bekommt der Herausforderer 2 Motivkarten. Ziel ist es 5 Motivkarten zu bekommen.

Ein Spiel ohne Spielgewinnreiz

Schon ab der ersten Runde war bei uns klar: Wir wollen Storiez anders spielen. Unsere Partien haben so tolle und interessante Geschichten zutage gebracht, dass wir gar kein Interesse hatten die Gruppe herauszufordern, sondern Interesse hatten als Gruppe die Geschichte zusammen zu repetieren. So wurde aus Storiez schnell ein kooperativer Erzählspaß, statt eine Koffer-Packen-Variante ohne Wiederholung in der Aufzählung und Herausforderung. Storiez bietet mit seinen Motivkarten derart wunderbare Vorlagen, dass das Erzählen eine wahre Freude ist. Die Illustrationen von Jan Bintakies sind so großartig, dass das Erzählen eine wahre Freude ist. Ein bisschen wie Story Cubs nur mit Karten in bunt.

Spielt man Storiez dennoch den Regeln entsprechend ist man erstaunt, an wie viel man sich erinnern kann, und wie viel einem durch die Gehirnmaschen sickert. Hier kommt es ganz klar auf die Eindeutigkeit des Erzählens der Mitspielenden an. In unseren Runden zeigte es sich, dass „eindeutige“ Erzählungen leichter erinnert wurden, als „synonymhaft“ benutzte Wörter. Beispiel: Wenn der PAPST in seiner Freizeit BERGSTEIGER ist, wurde sich leichter an Papst und Bergsteiger erinnert, als wenn es hieß: Mit dem PAPST ging es BERG AB. Das war ganz spannend zu erleben, wie Mitspielende sich was wie gemerkt, aber auch wie sie Bilder genutzt haben.

Storiez ist hier in der Regel sehr frei und solange eine schöne und spannende Geschichte erzählt wird, ist alles erlaubt.

Erzählen und Geschichten schreiben

Wie so viele andere Erzählspiele auch, bietet Storiez eine wunderbare Möglichkeit kreativ mit Sprache und Erzählen umzugehen. Für Kreatives Schreiben, Erzählen, Geschichten erfinden und dergleichen ist Storiez einfach nur super. Ich mag solche Spiele sehr und freue mich immer über diese Form des Spiels. Die Zeichnungen und Gestaltungen machen aus Storiez ein tolles und wirklich sehr kurzweiliges Spiel, was nur mit Menschen funktioniert, die ebenfalls Bock auf diese Art von Spiel haben.

Ich spiele Storiez tatsächlich sehr gerne bei Hundespaziergängen. Wenn ich mit Menschen draußen bin, nehme ich den Motivkartenstapel mit und schon erfinden wir beim Spaziergang eine Geschichte. Die kleinen Karten eignen sich wunderbar diese in der Tasche zu tragen und immer wieder andere Geschichten zu erfinden. Ein Spiel für mich als Spaziergänger super für so einen Zweck geeignet.

Lecker

  • Viel Potential für 1000 Geschichten
  • Die Grafiken sind super
  • Lernen sich zu erinnern

Pfui

  • Wir erfinden unsere eigenen Regeln

Fazit

Funfairist erinnert sich und sagt

Ich vergebe eine sehr sehr gute Fritte und freue mich über die vielen Geschichten, die wir uns bereits erzählt haben. Storiez ist ein Spiel ganz nach meinem Geschmack. Leider finden nicht viele Spielende so viel Freude an Erzählspielen, was ich schade finde. Darum kam es in manchen Spielrunden eher so la la an. Für mich ein tolles Spiel mit ganz grandiosen Zeichnungen. Die Themenkarten gefallen mir ausgesprochen sehr. Vor allem, weil es mein geliebter Jason Voorhees auf die „Horror-Karte“ geschafft hat. Herzlichen Dank an Amigo Spiele, die uns dieses Spiel für eine Rezension zur Verfügung gestellt haben.
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Gute Fritte

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