Voodoo Prince

Frittenrezensionen Kartenspiele
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Gute Fritte

Stich in die Voodoo Puppe

Über 5 Runden hinweg geht es stichreich zu im Kartenspiel Voodoo Prince von Reiner Knizia aus dem Hause Schmidt. Nach Skull King, Vampire Queen kommt nun der Voodoo Prince zum Stich. Aber ob man sich in diesem kurzweiligen Kartenspiel für 2 bis 5 Spielende fremdgespielt oder eigenmächtig fühlt, das erfährst Du in dieser Rezension zu Voodoo Prince.

Zusammenkunft der Voodoo Priester*innen

Alljährlich treffen sich die Voodoo Priester*innen und veranstalten ein großes Fest, an dem sie wie wild Nadeln in Puppen stechen, als gäb´s keine Nadelkissen auf dieser Welt. So, oder so ähnlich könnte man die Story zu Voodoo Prince einleiten, denn laut Verpackungsrückseite und Spielgelen bekommen wir keine Story geliefert. Sucht euch also aus, was der thematische Hintergrund dieses Stichspiels ist. Aber nach Skull King und Vampir Queen, zwei Stichspiele, die ebenfalls bei Schmidt erschienen sind, muss auch ein Prince oder ne Princess her. In diesem Fall hat es der Prinz auf die Verpackung geschafft, und bekommt ein Voodoo Thema. Bin gespannt, was als nächstes kommen wird? Witch Princess? Werewolf Pincess? Succubus Princess? Wir können gespannt sein.

Aber um was geht es denn in Voodoo Prince und wie spielt es sich denn?

Schädel, Schlange, Mörser und Puppe

Nun, die Regeln sind schnell gelesen und leicht zugänglich. Ich werde euch nicht die Regeln zusammenfassen und vorlullern. Die könnt ihr selber nachlesen, zum Beispiel HIER.

Zusammengefasst: Bei Voodoo Prince sammeln wir Stiche. Allerdings sollten wir nicht zu viele Stiche bekommen (hängt von der Spielendenanzahl ab), denn man erhält Punkte, die abhängig von der Anzahl der Stiche der Mitspielenden sind. Haben zum Beispiel in einer 4er-Runde die Mitspielenden je nur einen Stich, man selber aber die Höchststichanzahl von 3, so bekommt man auch nur 3 Punkte (1 Punkt pro Stich der anderen). Hätte man etwas gewartet, so dass die anderen mehr Stiche hätten, würde man mehr Punkte bekommen.

In Voodoo Prince haben wir es mit einer Herauszögerung von Stichen zu tun. Man selbst will bei diesem Spiel gar nicht zuerst fertig sein, denn je später man aus dem Spiel ausscheidet, um so mehr Punkte erhält man.

Nur sollte man sich nicht zu viel Zeit lassen, denn als Letzter in der Runde bekommt man nur so viele Punkte, wie man selber Stiche eingesammelt hat – das kann ganz schön mau werden.

Mehr muss zum Spielverlauf einer Partie Voodoo Prince gar nicht geschrieben werden. Dass es noch einige Sonderkarten gibt, die die höchste Karte schlagen (Voodoo Puppe), oder Stiche zerreißen (bitte nicht die Karten zerstören), machen das Spiel noch abwechslungsreicher und taktischer.

Bunt, grimmig, ekstatisch

Wenn man sich die Zeichnungen der Karten von Voodoo Prince anschaut, hinter der Stephanie Böhm steckt, schauen manchmal keck, manchmal grimmig, manchmal ekstatisch, aber auf jeden Fall bunt die Menschen (und eine Voodoo Puppe) vom Spielblatt herüber. Wahrlich toll gezeichnet und illustriert sind die Karten. Die Optik ist trefflich und wunderschön gestaltet. Das gefällt mir sehr gut.

Fern ab der Optik ist aber auch das Spielgeschehen abwechslungsreich, trickreich und äußerst unterhaltsam. Bei der Vielzahl an Stichspielen, die es auf dem Markt gibt, frage ich mich immer wieder: Was kann man dem Stichspiel noch hinzufügen? Gibt es nicht mittlerweile alles, was so ein Stichspiel schon hatte? Anscheinend nicht, denn in Voodoo Prince gibt es wieder eine Andersartigkeit, die in einem Karten-Stichspiel vorher nicht kannte.

Voodoo Prince ist wirklich leicht verstanden, und spielt sich locker von der Hand. Besonders in voll besetzten Partien, also mit 5 Spielenden, spielt sich Voodoo Prince sehr schön und wirklich angenehm.

Wenn Stichspiele damit ausgezeichnet sind, dass man sie auch zu Zweit spielen kann, werde ich immer hellhörig. Bisher habe ich nicht viele Stichspiele kennen gelernt, die auch in einer 2er-Besetzung richtig viel Spaß machen. So bin ich auch bei Voodoo Prince neugierig geworden.

VooTwo

Voodoo Prince ist zu Zweit spielbar. Hier ändert sich allerdings das Spielgeschehen geringfügig. Auch hier haben wir ein Limit an Stichen, die das Ende des Spiels einleiten. Während derjenige, der als erster 7 Stiche bekommen hat, die Stichanzahl des Mitspielers als Punkte erhält, bekommt man selbst die Differenz zum Spieler, der die 7 Stiche gemacht hat. Anders ausgedrückt: Wir spielen also Voodoo Prince als Nullspiel und versuchen möglichst keine Stiche zu bekommen.

Das kann in manchen Runden etwas schwierig sein, kommt auf die Verteilung der Karten an, aber in unseren Partien zeigte sich, dass so manches Spiel leicht auf Null runtergespielt werden konnte. Das hat uns bei manchen Partien nicht ganz so gut gefallen. Darum kann ich hier sagen: Voodoo Prince eignet sich nicht als gutes 2-Personen Spiel. Man kann es zu Zweit spielen, aber ganz ehrlich, zockt Voodoo Prince lieber in einer größeren Runde, das macht echt Spaß.

Voodoo Spaß

Apropos Spaß: Wir hatten mit Voodoo Prince in 3er bis 5er-Runden wirklich unseren Spaß gehabt. Dazu ist zu sagen, dass wir in unseren Runden Stichspiele sehr gerne mögen. Voodoo Prince hat uns aber sehr gefallen, und war für uns wieder mal etwas anderes. Wir mochten sehr, dass in manch Situationen „gute Karten“ abgeworfen wurden, nur um nicht zu viele Stiche zu bekommen. Auch die „5“ und die „7“, die Stiche teilen, sind echt übel und hauen manche Planung vollends in
den Wind, bzw. in den Voodoo-Beutel. Verdorri noch ma, wenn man auf einmal die notwendige Anzahl an Stichen hat, auch wenn man das gar nicht wollte. Oder schlimmer, wenn man durch diese Stichteiler noch mehr Stiche hat, die Punkte für die anderen geben. Grrrr…
Geschickt gespielt ist so ein Teiler aber auch recht hilfreich, besonders wenn nur noch 2 Spielende in der Runde sind, und man durch einen „Teil-Stich“ als Vorletzter die Voodoo-Bühne verlässt, he he he …

Wünschenswert (zumindest in unseren Partien) wäre es, wenn dem Spiel manch „Blankokarte“ beigemischt wäre, die man spielen könnte, um nicht die Farbe zu bedienen, die gespielt wurde. Auch wäre es nett gewesen, wenn in den Trumpfanzeigekarten eine Karte dabei gewesen wäre, die keine Farbe anzeigt, so dass keine Trumpffarbe für eine Partie zur Verfügung stünde. Das verändert eine Runde auch noch mal komplett.

Aber hätte hätte Fahrradkette, wir sind hier ja bei Voodoo Prince, und nicht bei Wünsch-Dir-Was. Und darum lassen wir das Wunschkonzert und kommen lieber zum persönlichen Fazit.

Lecker

  • Tolle Kartenoptik
  • Wieder ein Stichspiel, was in einer größeren Runde sehr gut klappt
  • Wir mögen, dass es wieder was "Neues" im Stichspiel gibt

Pfui

  • Zu Zweit sehr lahm

Fazit

Funfairist tanzt sich die Socken qualmig und singt

Toll, ich mag mag Voodoo Prince und hatte mit dem Spiel viel Freude. Vor allem in größeren Runden. Je mehr Menschen mitgemacht haben, desto spaßiger wurde es. Zwar war auch so manch 3er-Runde toll, aber den meisten Spaß hatten wir in einer 4er- und 5er-Besetzung. Zu Zweit fand ich das Spiel eher langweilig und irgendwie gähn. Ich vergebe hier eine superliebe und gute Fritte. Im Gegensatz zu den beiden King- und Queen-Vertretern, spiele ich Skull King weit aus lieber. Herzlichen Dank an Schmidt Spiele und der Firma Biss, die uns dieses schöne Kartenspiel als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben, wir haben uns echt sehr darüber gefreut.
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Gute Fritte

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