Würfelland

Frittenrezensionen Würfelspiele
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Gute Fritte

Und jetzt alle: Komm mit, komm mit mir ins …

Würfelland. So ein Schild könnte ich auch draußen an unser Haus hängen. „Kommt auf die andere Seite – wir haben Würfel. Und Fritten.“ Das dachte sich offenbar auch Reinhard Staupe und Andreas Spies und haben das ganze noch bunt angemalt und in eine Schachtel gesteckt. Und nun liegt es vor uns: Würfelland, eine der Frühjahrsneuheiten vom NSV. Und wir haben unsere Koffer gepackt und sind gereist – in dieses Land. Also klickt rein!

In einem Land vor unserer Zeit.

Vor Kurzem hat sich ein Forscherteam auf den Weg gemacht, einen weißen Fleck auf der Landkarte endlich auszukundschaften. Und sie haben es geschafft – der weiße Fleck konnte einen Namen erhalten, nachdem man ihn erkundet hat. Denn man wusste nun endlich, was
sich dort befindet.

Es war nichts anderes als das Würfelland. Wassertropfen, die im Fluss hüpften, hatten die Form von Würfeln. Gebäude, Pflanzen, Tiere, alle hatten entweder die Form eines Würfels oder sie trugen ein würfelartiges Muster. Würfel waren quasi der Hauptbestandteil von allem, was sie dort gefunden haben.

Nachts, wenn es dunkel wurde und der Würfelmond den Himmel erhellte, dann machten sich auf die Würfelsterne auf den zu ihrem Platz am Himmel, um Licht zu spenden und ihre Energie in den Weltraum abzugeben. Man sagt, wenn in einer sternenklaren Nacht viele Würfelsterne leuchten, dann reicht ihre Energie aus, um einen neuen Würfelstern zu erschaffen.

Und je mehr Sterne nachts am Himmel stehen und Licht spenden, desto besser kann man sich auch auf den Weg machen, die Schätze des Würfellands zu finden – oder was denkt ihr?

Kurzer Einblick in die Würfelwelt


Andreas Spies
und Reinhard Staupe haben wieder einmal ihre Erfinderzellen in den Köpfen auf Hochtouren gejagt und haben etwas neues geschaffen: Nichts anderes als Würfelland. Erschienen ist es im Frühjahr 2018 beim NSV und gedacht ist es für 2-4 Spieler ab 8 Jahren, wobei 20 Minuten pro Runde angesetzt werden.

Also, was haben wir in der Schachtel? 4 abwischbare Tableaus mit bunten Kästchen drauf und einigen Sternchen und zwar auf beiden Seiten. Und eine Baumsilhouette. Dann noch 4 Stifte (von Faber-Castell – uuuh!) und 6 Farbwürfel. Die Farben auf den Würfel finden wir – oh Wunder – auch auf den Tableaus wieder. Wenn man dann noch einen Blick in den Deckel wirft, kommt noch ne Überraschung: Der Deckel ist nämlich gepolstert, sodass er als Würfelteller genutzt werden kann. Wie cool ist das denn?! Da schlägt mein Würfelherz glatt höher.

Vielen Dank an den NSV, der uns dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Und was tut man damit?

Einer würfelt und darf im ersten Wurf eine Farbe rausnehmen – dann aber alle Würfel, die dazu gehören. Dann darf nochmal gewürfelt werden. Wenn nochmal die Farbe erscheint, die gerade rausgenommen wurde,
werden auch diese Würfel rausgenommen und es darf nochmal gewürfelt werden. Und zwar so lange, bis die Farbe aus dem ersten Wurf nicht mehr gewürfelt wurde. Diese Würfel stehen dann dem aktiven Spieler zur Verfügung, der damit Farbfelder auf seinem Tableau ankreuzen darf. Der Rest der Truppe darf sich aus den restlichen Würfeln bedienen und jeder darf für sich entscheiden, welche Farbe er wählen möchte und muss dann entsprechend auch alle Würfel, die diese Farbe zeigen, zum Ankreuzen nutzen.

Beginnen tun alle am weißen Feld in der Mitte und breiten sich dann über das Feld aus, in dem immer angrenzende Felder angekreuzt werden. Allerdings natürlich nicht einfach so, es gibt einige Dinge, die beachtet werden müssen.

So müssen immer alle Würfel einer Farbe genutzt werden. Sprich: Ich habe 4 blaue Würfel gewürfelt, also muss ich auch 4 blaue Felder, die angrenzen, ankreuzen. Kann ich das nicht, weil ich z.B. nur 3 blaue Felder in dem Gebiet frei habe, das ich wähle, dann kann ich auch nix tun.

Und dann kommt schon der nächste Kniff: Wenn ich ein Gebiet einer Farbe angefangen hab (zum Beispiel blau), dann muss ich dieses Gebiet erst komplett mit Kreuzen befüllt haben, bevor ich ein nächstes Gebiet anfangen darf.

*grrrrr*

Und genau das führt zu Grummeln am Spieletisch – denn so sind Fehlwürfe und Runden, in denen man nichts tun kann, schon fast vorprogrammiert. Wenn ich ein Gebiet fertig machen möchte und noch 3 Felder übrig habe und Würfel, weil ich den Hals nicht vollkriegen konnte, mehr als einmal und sorge so für 4 Würfel in der entsprechenden Farbe … Ja, dann ist der Gierschlund natürlich Schuld.

Aber es gibt einen noch wichtigeren Faktor bei Würfelland, den man bei der Auswahl der Würfel nie aus den Augen verlieren darf: Die Felder mit Stern. Denn die benötigen wir, um zu gewinnen. Und zwar 9 Stück, die wir im Spiel dann mit einem Kreuz versehen haben. Und sie bringen noch einen weiteren Vorteil: Man hat einen zusätzlichen Wurf, mit dem man belohnt wird, von dem die anderen nix haben. Hier muss man also kein Adlerauge auf die anderen werfen, sondern kann einfach mal ganz frei entscheiden.

Außerdem, das ist die zweite Siegbedingung, müssen alle Felder aller Farbe auf dem eigenen Tableau zusätzlich komplett angekreuzt sein. Derjenige, der das als erstes schafft, gewinnt.

A propos Adlerauge …

Bei Würfelland sollte man nicht nur stur auf sein eigenes Tableau starren, sondern wirklich auch nach links und rechts schauen, um dann entsprechend die richtigen und schlauen Entscheidungen zu treffen. Und dann kommt man manchmal nicht drum herum, sich für die Würfel zu entscheiden, die für einen selbst eigentlich nicht so lukrativ sind. Wenn man jedoch damit dafür sorgen kann, dass vielleicht sogar mehrere Spieler dadurch nix oder nur Mist machen können, dann lohnt sich das durchaus.

Wenn man dann auch noch so plant, dass man mehrere Sterne hintereinander erreichen kann und somit Bonuswürfe aneinander reihen kann, weil man einen Stern angekreuzt hat, dann kann man den anderen auch schonmal ein bisschen die Kohlensäure aus dem Bier nehmen, mit so einer Aktion. Wenn man selbst der oder diejenige ist, der zuschauen muss, wie jemand anderes gerade seinen Durchmarsch macht, dann kann das schonmal frustrieren. Aber umso schöner ist es, wenn man auf der guten
Seite des Würfels sitzt. ?

Bekannter?

Wenn man Würfelland so spielt und Nochmal! kennt, dann mag man erst einmal an dieses Spiel erinnert werden. Denn sowohl bei Nochmal als auch bei Würfelland ist das Grundprinzip seeeeeehr ähnlich:

Farbfelder abkreuzen, die man mit Farbwürfeln bestimmt. Die Felder müssen angrenzend sein, es gibt Sterne, die man ankreuzen sollte bzw. muss (bei Nochmal verliert man Punkte, wenn man Sterne nicht angekreuzt hat) und Farben komplett zu füllen ist auch wichtig.

Und ja, so ganz lässt sich das Nochmalgefühl nicht abschütteln, wenn man Würfelland spielt. Auch, wenn es bei Würfelland natürlich einige Besonderheiten gibt, die man so noch nicht gesehen hat.

Schönheit

Was ich wirklich bemäkeln möchte ist das Artwork. Wenn ich das Spiel Würfelland nenne, dann hab ich doch soooooooooo eine Bandbreite an Möglichkeiten, wie ich das Spiel gestalten kann, so, dass es sogar thematisch passt. Ich meine, sogar die Farben, die es gibt, passen in alles mögliche, was man in einem Würfelland finden könnte:
Blau – na klar – Im Würfelland gibt´s Seen. Und zwar jede Menge!

Orange – Vielleicht werden im Würfelland Möhren angebaut? Oder es gibt eine besondere Blumenart, die Würfelblume, die im Sommer orange blüht.
Rot –  Das sind natürlich die seltenen, roten Würfelmohnblumen.
Gelb – Raps, das kennen wir ja auch von uns. Im Würfelland gibt es eine ähnliche Art, die ebenfalls gelbe Blüten hat. Oder vielleicht ist es auch einfach die Würfelsonne?
Grün – Neben den ganzen Blumen gibt es natürlich auch viele saftige Wiesen, über die man im Würfelland spazieren kann.
Grau – Aber natürlich gibt es im Würfelland auch Gebirge. Im Winter tragen sie Hüte aus Schnee, im Sommer glitzern sie in der Sonne.

Naja, ihr wisst vielleicht, was ich meine. Ich hätte mich über ein schönes Artwork gefreut, dass ich wirklich auch abholt ins Würfelland und das quasi dafür sorgt, dass ich Bock hab, meine Koffer zu packen. Stattdessen finden wir hier auch wieder ein funktionelles, buntes Design. Schade!

 

Würfel über Würfel

Würfelland bekommt von mir eine Gute Fritte.

Warum?
Würfelland bringt noch ein bisschen mehr Komplexität in ein schnell gespieltes Würfelspiel – und das ist Würfelland in jedem Fall. Das kann ne echt gute Einstiegsdroge für Neulinge in Sachen spielen sein. Schnell gespielt, schnell begriffen, schnell nochmal ne Runde drangehangen.
Das funktioniert auf jeden Fall in jeder Spielerunde und es kann sowohl für eine Partie oder auch für 2,3,4 oder 5 hintereinander aus dem Regal geholt werden. Denn durch die verschiedenen Tableaus und natürlich auch das Würfelglück, das man immer wieder aufs neue herausfordern muss, läuft keine Runde so wie die andere. Die Sache mit dem Würfelteller im Deckel find ich so, so super und mega praktisch, die Stifte sind hochwertig … Eigentlich gibt es hier wirklich nichts zu meckern. Bis auf das Artwork, das daran Schuld ist, dass ein bisschen Mayo auf den Fritten fehlt. ? Alles in allem haben wir hier also einen Allrounder, der an jedem Spieletisch gern gesehen ist.

Lecker

  • Kurzweilig und schnell gespielt, und noch mal gespielt
  • Immer anders dank der Tableaus
  • Hochwertiges Material
  • Würfeldeckel ist super

Pfui

  • Leider schaut das Spiel nicht so hübsch aus
  • Insel? Häh? Würfelland? Thema ist nicht so toll gewählt
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Gute Fritte