Quamory

Frittenrezensionen Kartenspiele
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Gute Fritte

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Du verdrehst die Augen, wenn Dich jemand fragen würde, ob Du Lust auf ne Runde Memory hast? Hmmm, evtl., Memory ist ja jetzt schon etwas ausgelutscht und die Spielewelt hat sooooo viel mehr zu bieten. Aber!!! Versucht doch mal eine neue Version von Memory: Quamory. Das ist wie Memory nur in ultraschwer, denn hier müssen wir 4linge finden. Nicht ganz 4linge, denn nur 2 sind gleich und 2 haben mit dem Zwilling zu tun. Ufff! Wir schauen heute auf das echt tolle Quamory von Hans-Jürgen van der Gieth, Emanuel Manor und Ulli Potofski, welches bei, Spiel(e)MacherVerlag erschienen ist.

Dieses eine Spiel, was alle haben, und niemand nennt und (mehr) spielt

Mit Memory ist das ja so eine Sache. Jeder Haushalt hat eins, aber wenn man (Viel)Spielende fragt, was spielst Du so, dann wird sicherlich Memory nicht mit aufgezählt. Memory ist eher ein Kinder- und Familienphänomen, wenn die Kleinen drängeln mal wieder diese Doppelbilder zu suchen. Vielleicht spielen Erwachsene auch nicht so oft Memory (mit Kindern), weil sie dabei keine Schnitte haben, weil die kleinen Racker die „Großen“ immer so maßlos abziehen. Keine Ahnung. Jedenfalls ist Memory eher ein nennenswertes Spiel abseits des Gesellschaftsspiels. Oder liege ich mit dieser Vermutung falsch?

Das Prinzip von Memory ist in vielen Spielen enthalten: Dinge behalten, aufdecken, verdecken, sammeln und die grauen Zellen strapazieren. An sich ein ganz toller Gedanke und für den Verfall des Cortexklumpens nicht schlecht, aber Spielspaß soll ja auch im Vordergrund stehen. Oft erlebe ich es, dass Menschen mir sagen, dass sie an Memory keinen Spaß haben. „Immer das gleiche“ höre ich dann, oder „Das ist für Kinder!“, das ist auch eine oft gehörte Aussage, wenn ich mal frage, wie die Spielenden zu Memory stehen.

Ich gebe recht, bei Memory macht man nicht viel: Karte aufdecken, vergleichen, Karten wieder zudecken, merken. Immer und immer wieder der gleiche Zug. Aber machen wir bei manch anderen Spielen nicht auch „immer das Selbe“? Bzgl. der Annahme, Memory sei „Kindersache“, so kann ich das nicht bestätigen. Besonders bei Älteren Menschen steht Memory immer noch sehr hoch im Kurs, und wird was die Gehirnaktivität angeht sehr gerne und wohlwollend gespielt.

Aber was hat das alles mit der heutigen Rezension zu Quamory zu tun? Nun, Quamory ist zwar vom Spielmechanismus und von der Handhabe wie ein Memory, aber ob es ein Kinderspiel ist? Bei Nichten!!!

Ein Knoten im Kopf

Ich spiele Memory, ich will nicht sagen gerne, aber ich habe nichts dagegen, wenn es auf den Tisch kommt. Allerdings spiele ich Memory-Spiele nicht gerne mit Kaddy, denn die zieht mich immer so brachial ab, wie sonst kein Mensch. So freut es mich, dass wir mit Quamory echt einen Memory-Brocken auf den Tisch bekommen. Leute, ich sach euch: Uns qualmen die Köppe, ohne Witz! Quamory ist echt ein Cortexverdreher, der die Fettverbrennung durch Grübelkraft anregt.

Das Prinzip ist ganz einfach: Die 100 Quadratplättchen werden auf dem Tisch ausgelegt, verdeckt selbstverständlich, gemischt und dann geht es los. Wer dran ist deckt 4 Plättchen auf, schaut, ob sie zusammenpassen, und darf entweder weitermachen, wenn sie passen sollten, oder wieder alle verdecken, so dass der*die Nächste dran ist. Klingt wie Memory mit 2 Spielen. Ist es aber nicht, denn ein Quamory besteht aus einem Zwilling und 2 unterschiedlichen Bildern, die mit dem Zwilling zu tun haben.

Die Version, die uns vorliegt, ist die Deutschland-Ausgabe. So haben wir auf den Bilder 25 Quamorys vertreten, die Orte, Landschaften, Städte und Sehens-Besonderheiten Deutschlands aufweisen. Es gilt diesen Zwilling und die beiden weiteren Bilder zu finden. Ein farblicher Rahmen um die Karten soll unterstützen und helfen. Gemein nur, dass der Rahmen so verdammt ähnliche Farben aufweist, dass man mit dieser Strategie nicht all zu gut fährt. Sylt hat einen hellblauen Rahmen zum Beispiel, aber auch Hamburg ist hellblau, und München ist auch blau, und der Rhein ist auch blau, und warum verwechsle ich diesen Farbrahmen immer mit dem vom Quamory Mecklenburg-Vorpommern???

Quamory ist pervers. Wirklich! Dachten wir bei unserem Startvorhaben, ach das wird schon, waren schon nach wenigen Zügen verzweifelte Blicke zu sehen. Ach Du meine Güte! Das schaffe ich nie! „Ein 4ling finden, der keiner ist? Ach Du Kacke!“ Quamory ist ein Brett für Kopf und Gehirn. Augen und Gedächtnis kleben an den Karten und man versucht irgendwie diese 4 Karten auf Anhieb aufzudecken. Schwer!

Gegeneinander zum Zusammenspiel

Erstaunlich ist, dass aus unseren Quamory-Partien immer ein kooperatives Spiel geworden ist. Waren wir anfangs noch darauf aus, unsere Gegenspieler auszuschalten und selber die meisten Quamorys so sammeln, so wurden im Laufe der Partien die Gegenspieler immer mehr zum Mitspieler untereinander. Das 100-Plättchen-Rätsel wollte gelöst werden, auch gerne zusammen. Solche kooperativen Wendungen habe ich in einem Memory-Spiel noch nie erlebt. Quamory gibt das her. Warum? Weil es so schwer ist. Ja, Quamory ist schwer.

Und wer jetzt glaubt, Kinder sind immer noch im Vorteil und ziehen alle ab: Denkste! Es werden nicht nur gleiche Karten gesucht, sondern auch Karten, die einen inhaltlichen Zusammenhang haben. Ufff, das ist schon n Brocken. So werden schnell Eselsbrücken versucht zu bauen: Zum Beispiel beim Niederrhein merkt man sich nicht nur den orangefarbenen Rahmen, sondern auch: Nebel, Kerzen, Burg. Jedes Quamory besteht aus 4 Hinweisen: 1 x Farbe und 3 x Bildinhalt. Das ist schon echt eine Herausforderung; auch für Kinder.

Quamory hat noch mehr

Neben einem (un)gewöhnlichen Memory hat Quamory auch ein paar Varianten und sogar weitere Spielarten in sich. So wird auch in den Regeln erklärt, wie man aus dem Spiel ein Wissens- und Fragespiel macht, wie man es als Kartenspiel zum Sammeln von Quartetten macht, und wie man Memory-Regeln variiert. Weiter ist das Spiel eine tolle Vorlage einen Einblick in die Welt Deutschlands zu bekommen. Die Bilder geben jetzt an sich nicht sooo viel her, dass man sich wirklich ein Bild von Deutschland machen kann, aber die Beschreibungen der Quamory-Karten in den Regeln sind echt toll. Auf 13 Seiten werden die Karten erklärt, Besonderheiten der Regionen und Städte genannt und ein paar interessante und wissenswerte Fakten genannt. Eine tolle Ergänzung, um bei dem Spiel nicht nur Freude zu haben, sondern auch um was zu lernen.

Lecker

  • Wow, ein Memory mit Herausforderung.
  • Kooperativ am besten.

Pfui

  • Ist halt Memory ...

Fazit

Funfairist sagt

Ich bin echt begeistert und frustriet zugleich. Quamory ist für mich echt ein tolles Memory-Spiel, was wirklich eine Herausforderung ist. Zugleich ist das Ding echt ein Brett und ziemlich schwer. Ufff, wir haben hier und da echt geochst, bis wir alle Quamorys gefunden haben. Teilweise frustriert es ganz schön, was aber dazu anregt kooperativ zu spielen. Im kooperativen Spiel ist Quamory ein großartiges Spiel und macht ultra viel Laune. Wir hatten echt sehr großen Spaß und können diese Mamory-Variante nur wärmstens empfehlen. Eine richtig richtig richtig gute Fritte, fast schon super! Herzlichen Dank an den Spiel(e)MacherVerlag, die uns dieses tolle Spiel für eine Rezension zur Verfügung gestellt hat. Wir hatten echt viel Freude und Frust zugleich in unseren Runden gehabt. Es waren aber tolle Erlebnisse.
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Gute Fritte

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