Penny Papers Adventures – Im Tal des Wiraqucha

Frittenrezensionen Würfelspiele
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Gute Fritte

Ist das da vorne etwa … ?

Ja, das ist es. Penny Papers Abenteuer ist es und wir reisen zusammen mit der guten Penny ins Tal des Wiraqucha. Für uns deutschsprachigen Menschen ist es eindeutig: Da muss doch irgendwo ein Vokal fehlen? Wiraqucha? Wasn das?

Ich habe mal wieder keine Kosten und Mühen gescheut und habe es für euch herausgefunden!

„Bei Wiraqucha (…) handelt es sich um eine pan-andine Schöpfergottheit, die vor der Eroberung durch die Spanier (…) von allen Völkern des Kulturareales Zentralanden verehrt wurde. Wiraqucha wird oft (…) auch gleichgesetzt mit dem Weltenschöpfer Pachakamaq (…), und es taucht stellenweise auch der Doppelname Pachakamaq Wiraqucha auf. Bei den Aymara wird er in ähnlicher Form als Willkatata verehrt. In der Inka-Mythologie ist Qun Tiksi Wiraqucha (im Huarochirí-Manuskript: Quniraya Wiraqucha) der Schöpfer der Zivilisation und einer der wichtigsten Gottheiten in der Mythologie der Inka.“ (Quelle: Wikipedia)

Ähm. Ja, genau. „DrChnsnmtdmkntrbss“ und so. Das klingt schon ein bisschen nach einem indischen Gericht mit Hähnchen, oder? Aber in Wirklichkeit gehts also ins Tal der Götter für Penny. Und somit auch für uns, denn wir begleiten sie ja. Und wer gut aufgepasst hat, der wird auch bemerkt haben, dass da noch jemand ist! Denn Miss Penny weiß, wie Frau es richtig macht und lässt ihre Koffer tragen. Von wem? Ganz offensichtlich vom Weihnachtsmann! Erkennt ihr ihn?! Wenn wir hier bei uns Bus fahren, dann stehen wir extra für ältere Herrschaften auf und lassen sie sitzen. In den Anden werden die Alten sogar dazu genötigt, Gepäck für junge Abenteurerinnen / Forscherinnen zu tragen. Tja, so unterscheiden sich die Kulturen, nicht wahr?

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So wirklich um Götter gehts bei den Abenteuern von Penny nicht. Es geht darum, zu würfeln und Würfelergebnisse möglichst geschickt und gewinnbringend auf dem eigenen Zettel einzuzeichnen. Es handelt sich hier bei nämlich um eines der unzähligen, sogenannten „Roll & Write“ Spiele, die gerade überall aus der Erde schießen. Nur dass man dieses in eine besondere Story gepackt und so Penny in die weite Welt hinaus geschickt hat.

Es gibt auch noch andere Orte, zu denen Penny gereist ist. Klickt hier, falls euch das auch interessiert.

Das Tal des Wiraqucha gehört zu den schwierigeren der drei Titel und wird somit als Kennerspiel eingestuft. Wie es sich gehört, stehen wir an Pennys Seite und erkunden das Tal. Unsere Aufgabe ist es, Würfelergebnisse möglichst geschickt auf unserem Abenteuerplan einzutragen. Aber nicht einfach irgendwelche Zahlen – nein! Wir erschaffen Bauwerke, entdecken Gebiete und kämpfen gegen giftige Schlangen!

Oder auch: Wir malen Zahlen. Unterschiedliche Gebiete zum Beispiel erfordern, dass gewisse Zahlen (entweder gleiche oder unterschiedliche) in einer bestimmten Form auf dem Zettel arrangiert sind, damit sie zum Beispiel einen Dschungel, eine Stadt oder eine Pyramide ergeben. Bauwerke wiederum bringen uns Punkte, je nachdem, wo wir sie hinstellen. Und da wir nicht alleine sind, können wir natürlich auch auf Menschen treffen und zwar natürlich auf Penny oder auf Dakota Smith (das ist wohl der ältere Herr auf der Schachtel). Sie ermöglichen uns besondere Aktionen: ein Bauwerk zeichnen oder eine beliebige Zahl auf dem Zettel eintragen, auch, wenn die gar nicht gewürfelt wurde. Schlangen sind auch fies, denn sie blockieren einen kleinen Teil des eigenen Zettels. Die bringen am Ende Minuspunkte und können nur mit einer neun vertrieben werden.

Warum die Neun?

Tja, fragen wir mal Wikipedia (c): “Die Neun (9) ist die natürliche Zahl zwischen Acht und Zehn. Sie ist ungerade, eine Quadratzahl sowie die höchste einstellige Zahl im Dezimalsystem.” Wenn das mal nicht Grund genug ist … Die hätte ich dann wohl auch genommen! 😉

Naja, wie auch immer. Was macht denn Penny so besonders im Gegensatz zu den schier unendlich vielen anderen Roll & Write-Spielen, die gerade auf dem Markt sind?

“Alle spielen zur gleichen Zeit, keiner muss warten.” – hatten wir schonmal.
“Man kann es alleine spielen.” – kennen wir auch schon.
“Auf den Würfeln sind nicht nur Zahlen oder Farben, sondern auch Bilder.” mmh…. Bei Railroad Ink gibt´s sogar verschieden geformte Straßenteile! Whaaat?! 😉
“Das Spiel ist in eine Geschichte verpackt.” Das gibt´s auch schon. Die Burgen von Burgund das Würfelspiel, Steam Roller, Railroad Ink und einigen anderen.
“Ich male Bilder und nicht nur Zahlen!” Joa, das macht man auch bei Würfelgemüse. Da malt man Karotten!
“Es gibt einen Hauptcharakter, der uns durch mehrere Spieleschachteln in der Reihe hindurch begleitet und mit zu abenteuerlichen Reisen und mysteriösen Orten nimmt!” Okay, Punkt, das gibt es so in der Form wohl noch nicht. Und selbst wenn: Eine Frau wie Penny ist sicherlich sehr gut in der Lage die Herzen aller SpielerInnen im Sturm zu erobern.

Und hat das auch bei mir geklappt?

Die Illustrationen und die Geschichte rund um Penny haben mich direkt super neugierig gemacht – und haben aber irgendwie auch dafür gesorgt, dass sich falsche Erwartungen bei mir eingeschlichen haben. Ich bin direkt auf den Indiana Jones Zug aufgesprungen und wollte mich in die Abenteuer mit Penny stürzen – die dann jedoch “nur” daraus bestanden, zu Würfeln und Zahlen einzutragen. Ich habe mich nicht gefühlt, als würde ich neue Welten entdecken, Bauwerke errichten oder sonst irgendetwas heroisches tun. Ich hab mich gefühlt, als würde ich ein komplexes Noch mal! spielen. Und ja: Ich finde dieses Abenteuer von Penny echt knackig. Da macht man nicht mal eben Kreuze oder trägt hier und da eine Drei ein. Nee – hier muss man echt gut überlegen, was man wie machen möchte. Denn wenn man hier irgendwas an einem falschen Ort eingetragen hat, dann kann das schonmal für Katastrophen sorgen und somit einen Plan B erfordern, um trotzdem noch an Punkte zu kommen.

Liebevoll designed und mit einer wirklich tollen Idee versehen ist die Reihe um Penny und ihre Adventures, das muss man einfach so sagen. Jedoch wurde ich – für meinen Geschmack – zu früh ins Würfelspiel hinein- und aus dem Abenteuer, das ich mir gewünscht hätte, hinausgezogen. Ein Roll & Write mit Storymodus, das wäre es hier doch gewesen. Dann würde ich mich in meinen Lara Croft Anzug stopfen, um mit Penny Südamerika unsicher zu machen.

Danke an Pegasus Spiele, die uns dieses Spiel als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben!

Lecker

  • Ein Roll & Write mit Thema!
  • Die ganze Abenteuer-Reihe um Penny macht neugierig.
  • Liebevoll designed

Pfui

  • Irgendwie bleibt Roll & Write aber auch Roll & Write. Ob mit Geschichte, oder nicht!
  • Die Regel fand ich irgendwie unübersichtlich.

Fazit

Auf in den Dschungel!

  "Ich muss sagen, dass mich Penny Papers Abenteuer nur bedingt von den Socken gehauen hat. Wie bereits erwähnt: Die Erwartungen waren groß - und gingen aber irgendwie in eine etwas andere Richtung. Irgendwie ist dieses Spiel dann doch nicht "innovativ" genug, um ich total vom Hocker zu reißen. Nun kommt das große A B E R: Um alles aus Penny herauszuholen, muss man das Spiel wirklich einige Male gespielt haben, um die ganzen Facetten, die das Spiel bietet, einmal kennenzulernen. Es wird nicht langweilig, mit Penny zu den Wiradingsbums zu reisen, denn tatsächlich habe ich keine einzige Partie erlebt, die so war, wie die davor. Dafür gibt es einfach genug Dinge, die erstens kommen und zweitens anders als gedacht. Das ist zwar kein grammatikalisch korrekter Satz, drückt aber sehr gut aus, was ich sagen möchte. Von daher bleibt er so stehen. Aber Achtung: Wer glaubt, er hole sich mit dieser Schachtel einen mal-eben-gespielten-Verwandten von Noch Mal oder Qwixx nach Hause, der irrt sich, meiner Meinung nach. Hier rauchen die Köpfe ganz schön!"
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Gute Fritte

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