Anubixx

Frittenrezensionen Würfelspiele
6

Gute Fritte

Würfel im Sande

Moment, moment, moment! Der NSV bringt ein Roll & Write Spiel heraus, was im Namen ein Doppel-X trägt? Qwixx-Liebhaber*innen mögen hier die Lauscher aber sowas von spitzen. Und ja, es stimmt, denn in Anubixx haben wir wieder Zettel und Stiftchen und Farbwürfel und ein Doppel-X im Namen. Aber ein Qwixx liegt hier nicht vor, sondern was anderes. Wenn Du mehr vom anderen Abstreichwürfelspaß aus dem NSV von Florian Ortlepp, Helmut Ortlepp und Steffen Benndorf lesen willst, dann lies hier einfach weiter.

Eine Würfelpyramide

Das Land der Pharaonen strahlt (zumindest auf mich) eine große Faszination aus. Wenn Spiele irgendwas mit Tiefsee, Nebel oder Wüste (Pharaonen, Pyramiden, verfluchte Schätze und Mumien) zu tun haben, geht meine Augenbraue schon mal hoch und mein Interesse ist geweckt. Und als ich mitbekam, dass Anubixx auch noch ein Roll & Write Spiel ist, und ich Roll & Write liebe, war klar, dass die Vorfreude auf Anubixx hoch war. Mehr noch: Mein Qwixx-Herz raste, denn ich liebe Qwixx, und die beiden Xe haben mein Herz lauter pochen lassen, und dann noch Steffen Benndorf mit unter den Autoren, also, was soll ich sagen, ich war angetan.

Also geschwind die Schachtel auf und drauf losgespielt. 2er Runde, dann 4 und noch jemanden dazu, 5 Menschen. Dann wieder zu Zweit, und so weiter und so fort.

Anubixx spielt sich rund. Keine Frage. Wir würfeln, nutzen Würfel um Bodenreliefs zu xen, eine Pyramide zu stapeln und einen Triumphbogen zu erstellen. Dabei nutzen wir entweder die Würfel, und/oder Steine aus unserem Steinbruch.

Wer zwei Bauwerke fertig hat, leitet das Ende ein und damit wird dann auch abgerechnet.

Die Erklärung von Anubixx dauert gerade mal 5 Minuten. Leicht. Verständlich. Alles klar.

Und so spielt sich Anubixx locker und flockig runter. Beinah zu flockig, denn schnell ist der etwas „sandige und recht unschöne“ Zettel mit ein paar Xen belegt, und das Spielgeschehen ist vorbei.

Ein Geschmack von … hmmm, von was eigentlich?

Ja genau, von was eigentlich? Ich habe jetzt schon so manch Runde Anubixx hinter mir, und es spielt sich auch fein und schön, kein Ding. Schaut man über den recht unschönen Abstreichzettel hinweg, sorry, aber ich finde diesen Zettel leider echt häßlich, hat man vor sich ein echt rundum glattes Würfelspielchen vor sich. Aber irgendwas schmeckt an diesem Spiel so, hmm, wie soll ich schreiben, so unspektakulär. Es ist glatt und gut. Aber bei keiner Partie hatte ich Herzrasen, auch hatte ich keinen großen Ärger empfunden, auch der Konkurrenzdruck blieb aus. Okay, manchmal war es ärgerlich aus dem Steinbruch Steine unbenutzt zurück zu lassen, aber an sich hatte ich keine Hochs und Tiefs im Spiel.

An Anubixx fehlt mir etwas der Geschmack, die Prise Besonderheit, etwas, bei dem ich denke und fühle, ich hätte was Besonderes vor mir und erlebt. Aber leider ist dieses Besondere nicht bei meinen Partien zu erleben.

Jetzt stelle ich mir die Frage: Muss es denn immer was Besonderes sein? Nein, muss es nicht. Es reicht auch aus, wenn es einfach nur gut ist. Und Anubixx ist gut, das kann ich nicht anders sagen. Und ja, es ist auch nichts Besonderes. Weder die Nutzung der Würfel, noch das Thema, noch das Gefühl. Ich gebe zu, die Nutzung des Steinbruchs ist ne nette Idee, aber leider war es das auch. Auf unterschiedlichen Zetteln streichen wir Xe zusammen, sammeln Punkte und versuchen so manche Extrapunkte zu machen. Und ehe man sich versieht ist der Roll & Write Spaß zu Ende.

Unerfahrene Roll & Write Spielende

Nun habe ich das Glück durch meine vielen und unterschiedlichen Spielerunden auch auf Menschen zu treffen, die wenige bis keine Roll & Write Spiel Erfahrungen haben. Und tatsächlich sagten mir diese Menschen, dass sie größeres Empfinden und Erleben bei Anubixx verspürten, als es bei mir und Erfahrenden war. So kann ich schon sagen, dass Menschen, die noch nicht so oft ein Würfel-Abstreichspiel auf dem Tisch hatten, mit Anubixx mehr und intensivere Freude hatten. Darum würde ich für Spieleinsteigende dieses Spiel auf jeden Fall empfehlen. Dauerspielende, Verwöhnte und Erfahrene und Roll & Write Sammelnde werden hier ein Spielempfinden erleben, was eher bekannt vorkommt. Ein gutes Spielen, aber auch eins ohne besondere Hochs und Tiefs.

Lecker

  • Für Einsteiger ein schönes Würfel-Abstreichspiel
  • Nette Idee mit dem Steinbruch
  • Ein Doppel-X im Namen freut mich bei einem Spiel, bei dem man x-en muss

Pfui

  • Ich finde den Zettel unhübsch
  • Na ja, erfahrene Roll & Writeler finden es eher okay

Fazit

Funfairist würfelt heraus

Ich vergebe für Anubixx eine gute Fritte, es ist ja auch ein gutes Spiel. Neueinsteigende haben wenige bis keine Probleme, es spielt sich locker und flockig, und es gibt immer was zu xen. Auch wenn mich die Optik eher die Augen verdrehen lässt, schaue ich gerne hin zum Blatt und lass mein X hier und da nieder. Wenn ich jedoch mehr Anspannung, Nervenkitzel, Ärger und Konkurrenzdruck erleben will, würde ich eher zu anderen Vertretern greifen. Herzlichen Dank an den NSV, die dieses Spiel als Rezension zur Verfügung gestellt haben.
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Gute Fritte

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