Knister

Frittenrezensionen Würfelspiele
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Lasche Fritte

Zeitreise

2007 – wisst ihr noch? Das ist jetzt schon 10 Jahre her! Schon damals gab es das Spiel des Jahres und auch natürlich gab es auch die Empfehlungen zum Spiel des Jahres – also all diejenigen, die nicht den großen Pöppel abstauben konnten. Zooloretto ist es in dem Jahr geworden, aber auf der Empfehlungsliste schlummerte auch Würfelbingo von Heinz Wüppen. Damals noch unter der Ravensburgschen Flagge.

Aber wir leben ja nicht in der Vergangenheit, sondern im Hier und Jetzt. Und hier und jetzt liegt Knister vor mir, ein Spiel von Heinz Wüppen. Mit 2 Würfeln und einem Block. Spielbar ab einer Person – bis hin zu 12 Personen laut Schachtel, obwohl man es wahrscheinlich auch mit 20 Personen spielen könnte. Der Block gibt auf jeden Fall einige Blätter her. ? Klingt nach Würfelbingo – ist es quasi auch! Aber in neuem Gewand. Und nicht mehr von Ravensburger, sondern vom NSV. An dieser Stelle danke wir dem NSV auch ganz herzlich für das Rezensionsexemplar.

„… zündet sofort.“

sagt die Schachtel. Sehen wir das genauso? Naaaaaaaaaaaaaaaaaja. Das werden wir weiter unten erfahren. Jetzt aber erstmal kurz zum Spielprinzip.

Das Spielmaterial ist … sagen wir übersichtlich. Wir finden 2 rote Würfel in der Schachtel und einen Block. Auf dem Block finden wir ein Raster von 5 x 5 Feldern im Quadrat. Außenrum auch nochmal leere Felder und auf der linken Seite eine Übersicht der Kombinationen, für die man Punkte bekommt.

Zum Spielen braucht man auf jeden Fall noch Stifte (ohne wird´s echt schwierig). Jeder bekommt nen Zettel, einen Stift und der Jüngste in der Runde beginnt. Wenn man an der Reihe ist würfelt man die beiden Würfel einmal und sagt die Summe der Augenzahlen beider Würfel laut an. Dann tragen alle Spieler (also man selbst und alle anderen) diese Zahl auf dem Zettel ein. Dann ist der nächste an der Reihe und wiederholt das. So kommt es also, dass sich das Blatt peu à peu mit Zahlen füllt.

Wenn man solitär spielt, dann macht man´s genauso. Nur, das eben keiner mitwürfelt. ?

Wenn das Blatt voll ist, dann hat man alle Reihen gewertet – sowohl die horizontalen, als auch die vertikalen und auch die diagonalen. Und für jede Reihe gibt´s Punkte, abhängig davon, welche Kombinationen man in dieser Reihe gebildet hat. Die diagonalen Reihen werden sogar mit der doppelten Punktzahl belohnt! Yeah!

Wer dann am Ende die meisten Punkte hat, der gewinnt das Spiel. Die ganzen Regeln (sind nicht viele ? ) könnt ihr euch hier anschauen.

Und, zündet´s?

Naja, ich hab das Spiel als erstes solitär gespielt – 5 Runden hintereinander. Und irgendwie kam jetzt kein so besonders spannendes Spielgefühl auf. Und die magische Punktemarke von 50 Punkten habe ich auch nicht geknackt.

Das Kuriose: Im Spiel zu 2. oder mit mehr Spielern kam das Gefühl dann doch – das gute Spielgefühl. Warum kurios? Na, weil sich am Spielprinzip ja überhaupt nichts ändert! Man würfelt nur nicht die ganze Zeit selbst. Ansonsten ist ja alles, wie sonst auch. Die Mitspieler haben keine Möglichkeit, Würfelergebnisse zu verändern. Daher gilt: Gewürfelt ist gewürfelt. Von daher: Merkwürdig, aber mit mehreren Leute hat´s mir um einiges besser gefallen.

Abgucken sollte man in jedem Fall nicht tun – denn wenn alle Spieler eh schon die gleichen Zahlen notieren und sie dann auch an die gleichen Stellen schreiben würden – naja, dann wäre das Spiel irgendwie witzlos. Aber wenigstens gäbe es dann keine Verlierer, sondern nur Gewinner oder ein Unentschieden!

Und? Ist alt immer besser?

Knister sieht auf jeden Fall schonmal schöner aus, als Würfel Bingo, und der Name ist auch cooler. Da ich selbst Würfel Bingo noch nie gespielt habe, kann ich hier keinen direkten Vergleich ziehen. Vom Lesen her würde ich aber sagen: Da hat sich nicht viel geändert. Nur, dass man Knister nur über eine Runde spielt und Würfel Bingo über 3 Runden, da es dort ein abwischbares Spielfeld für jeden Spieler gibt.

Generell muss ich sagen, dass ich den Glücksfaktor durch die Würfel und die Tatsache, dass nur einmal gewürfelt werden darf, fast ein bisschen zu viel finde. Ja, ich kann durch meine Entscheidungen, welche Zahl ich wohin eintrage, natürlich bis zu einem gewissen Maß steuern, was auf meinem Blatt steht und vor allem wo es steht, aber wenn Scheiße gewürfelt wird, wird halt Scheiße gewürfelt. Da bringt mir das auch nichts, wenn ich die ganze Zeit eine sinnvolle Strategie verfolgt habe.

Ich finde, man hätte Knister durchaus noch ein bisschen aufpeppen können. Irgendwie noch mit Aktionsplättchen oder einigen Möglichkeiten, Würfelergebnisse noch zu verbessern oder anzupassen. Das hätte einfach noch etwas mehr Interaktion ins Spiel gebracht. Und dann könnte man die anderen auch gut aktiv ärgern. Ich mag ja ärgern. ?

Fazit

Zwiegespalten

Ich muss hier 2 Noten vergeben, weil ich finde, dass Knister alleine nicht besonders spannend ist.  Daher gibt´s für Knister in der Solo-Variante nur ein Lasches Frittchen. Ja, es mag herausfordernd sein, die Zahlen sinnvoll auf dem Blatt einzutragen – auch, wenn man alleine vor dem Block sitzt. Und ja, vielleicht stelle ich mich doof an, aber: wie kann man bei Knister in der Solo-Variante 100 Punkte machen? Gibt es Menschen, die es schaffen, ÜBER 100 PUNKTE ZU MACHEN???? Ich find schon 50 eine stattliche Hausnummer. Auf der anderen Seite hat es mir dann mit mehreren ja doch Spaß gemacht. Und dafür gibt´s dann eine Knusperfritte. Obwohl ich selbst nach wie vor noch gar nicht genau benennen kann, warum das so ist!  Vielleicht bin ich einfach gerne nicht alleine. ?
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