Newton

Brettspiele Frittenrezensionen
8

Absolute Superfritte

Newton, wir haben ein Problem.

Ja, genau. Und zwar ein paar – aber dazu später mehr.

Heute ist es an der Zeit, einen genauen Blick auf Newton zu werfen, ein Spiel, das bei Cranio Creations erschienen ist und von Asmodee vertrieben wird. Und in dem wir uns im 18. Jahrhundert wiederfinden. Wir sind wissbegierige, junge Gelehrte und wir wollen unseren Teil zu den wissenschaftlichen Forschungen beitragen. Allerdings müssen wir auch Geld für unsere Studien zusammenkratzen, wir müssen uns bei den Meistern der Wissenschaft einschleimen, damit sie uns helfen und wir reisen von A nach B, um Wissen zu sammeln.

Das klingt ja…

nach einem netten Studentenalltag, denkt ihr euch? Ich kann euch ganz klar sagen: NEIN! Hier bei Newton haben wir so viele Optionen, Möglichkeiten und Ziele, dass der Kopf schon nach der ersten Runde qualmt.

Fangen wir mal vorne an:

Jeder hat sein eigenes Studierzimmer. Darin gibt’s ein Bücherregal, in das wir Bücher stellen können, für die wir unterschiedliche Voraussetzungen erfüllen müssen. Ganz Reihen und Spalten bringen Punkte. Die Bücher, die da rein kommen, sind links auf dem Tableau abgelegt. Für ganze Stapel, die wir einräumen, kriegen wir Boni.

Unten ist außerdem noch Platz für unsere Aktionskarten. Denn in jedem Zug spielen wir eine Aktionskarte, die wir dort ablegen. Die Symbole, die ausliegen, werden dadurch immer mehr und je mehr Symbole einer Art wir haben, desto stärker ist die Aktion. Am Ende einer Runde muss eine Karte aus der Hand aber auch dauerhaft abgelegt werden – unter eine der Schubladen, sodass am Ende unter jeder Schublade eine Karte liegt. Von ihnen zählt für den Rest des Spiels das untere Symbol als aktiv. Allerdings verschwinden so auch die Symbole auf dem oberen Teil der Karte. Das können Bücher, Siegpunkte, Geld oder andere Dinge sein. Die sind aber wiederum auch wichtig für die verschiedensten Aktionen, die zur Verfügung stehen. Es ist also irgendwie wie eine Wahl zwischen Pest und Cholera.

Aktionen

Gibt´s ne Menge. Ich reiße sie hier einfach mal an, damit ihr ein Gefühl dafür bekommt, was man alles tun kann. Wie intensiv ich die Aktion nutzen kann hängt davon ab, wieviele Symbole der Art ich in meinem Zimmer liegen habe. Habe ich 3 Arbeiten-Symbole, darf ich 3 Schritte nach vorn gehen, zum Beispiel. Und damit sind wir auch schon bei der ersten Aktionsmöglichkeit:

Ich kann arbeiten gehen – das heißt ich bewege mich auf der Geldleiste nach vorn. Auf dem Weg dahin kann ich die Gunst eines Meisters erhalten und am Ende wartet ein Zielfeld – das mit jeder Partie neu zufällig bestimmt wird – mit Belohnung auf mich. Dadurch, dass die Plättchen für die Zielfelder zufällig gezogen werden, sind die an den unterschiedlichen Stellen auch von Partie zu Partie anders. Das Problem: Es ist müßig, hier voran zu kommen, denn es geht eben immer nur Schritt für Schritt …

Ich kann auch reisen gehen. Auf den Reisen sammel ich Boni und außerdem habe ich die Möglichkeit, Städte mit Unis zu besuchen, die wiederum wichtig sind, damit ich mein Bücherregal füllen kann. Ihr erinnert euch? Das Problem: Es ist müßig und teilweise echt teuer, hier voran zu kommen, denn es geht eben immer nur Schritt für Schritt.

Ich kann mich aber auch auf den Technologieleisten weiterbewegen. Ich muss mich bald entscheiden, welchen der diversen Wege ich einschlagen möchte, denn wenn ich erstmal unterwegs bin, gibt es kein Zurück mehr. Auf dem Weg kann ich Boni einsammeln (wenn ich schnell genug bin) und am Ende der einzelnen Leisten warten wieder Zielplättchen, die am Ende nochmal was bewegen können. Das Problem: Es ist müßig, hier voran zu kommen, denn es geht eben immer nur Schritt für Schritt und die Wege sind lang.

Eine Aktion, die nicht so müßig ist: Lernen. Ich kann mir für ausliegende Hut-Symbole neue Karten aus der Auslage nehmen. Was aber ärgerlich ist: Wenn weg dann weg. Die Auswahl wird im Verlauf einer Runde immer kleiner und die Wahrscheinlichkeit, dass die geilen Karten so lang liegen bleiben, dass ich davon noch eine abbekommen könnte, ist eher gering.

Hier könnt ihr euch die ganzen Regeln mal anschauen, falls ihr mehr Details wollt! Danke an dieser Stelle auch an Asmodee, die uns das Spiel als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben!

Wie ihr seht …

… der Weg zum Gelehrten ist lang und steinig. Und bei Newton kommt man am Tisch echt ins Schwitzen, weil man das Gefühl hat, dass man nix vernünftig zu Ende bringen kann. Ich fange halt hier was an, will das weiter machen, stelle dann aber fest, dass ich entweder

  • nicht die richtigen Symbole auf der Hand habe, um das zu tun oder
  • ich eigentlich auch an einer anderen Stelle was tun müsste, damit das alles auch irgendwie lukrativ werden kann.

Es ist ein himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt und die Emotionen geben sich hier ganz oft und fleißig die Hand. Ich konnte auch noch keine Strategie herausfinden, die einen auf jeden Fall zum Sieg führt. Das hängt natürlich auch immer davon ab, welche Schiene die anderen Spieler so fahren. Aber es gibt auf jeden Fall eine Menge Möglichkeiten, wie man versuchen kann, sich den Sieg zu holen.

Lecker

  • Zu viel zu tun.
  • Sehr viele verschiedene Wege, den Sieg anzugehen.
  • Abwechslung durch zufällige Aufbauten

Pfui

  • Zu viel zu tun.
  • Durch die vielen Möglichkeiten kann es öfter mal zu Downtimes kommen.

Fazit

Kaddy weiß nicht, was sie tun soll!!

  "Wow, Newton ist wirklich ein klasse Spiel, das meiner Meinung nach auch zurecht auf der Empfehlungsliste für´s Kennerspiel des Jahres 2019 gelandet ist. Vielleicht ist es aber auch etwas zu viel "Experte" als Kennerspiel, wenn man sich die Kennerspiele des letzten Jahres mal so anschaut. Wie auch immer: Newton macht ganz viel richtig. Viele Aktionsmöglichkeiten sorgen für verschiedene Strategien, die möglich sind. Teilweise modulare Spielaufbauten sorgen für Abwechslung, auch, wenn es nur an gewissen Stellen ist. Newton hat ganz viel Wenn-Dann in sich, was dafür sorgt, dass man schonmal ein bisschen weiter planen muss, damit die ganze Runde gut läuft und nicht nur der aktuelle Zug. Das macht wirklich Spaß, ist aber auch nichts, das man mal eben zwischendurch spielen sollte. Dafür braucht man Zeit und Ruhe. Und die passenden Spieler, die im besten Fall keine Langzeitdenker sind."
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Absolute Superfritte

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