Die Dritte Fritte | Robin packt aus

Hä? Die Dritte Fritte?

Ja, ganz genau.

Wir haben ein neues Format für euch, das euch ab sofort mehr oder weniger (naja, eher weniger) regelmäßig beglücken wird: “Die Dritte Fritte.” An dieser Stelle geht ein Gruß und Dank an Monique raus (HUHU!), denn die hat diesen großartigen Namen ins Rennen geworfen. Und wir finden: Der passt. Richtig geil.

Wir wissen ja nicht, ob ihr es wisst, aber gaaaanz am Anfang der Spielfritte waren wir mal zu dritt, denn da war der Alex noch bei uns. Aber der Alex macht jetzt in Burgen und nicht mehr in Spiele. Ansonsten sind da noch Funfairist und ich und sonst gar niemand. Dabei gibt es dort draußen Menschen, die auch gern mal eine Fritte wären. Und daher gibt es nun Die Dritte Fritte!

In dieser Kategorie servieren wir euch Texte und anderweitige Beiträge von “Gastautoren”, die auch mal in die Fritteuse hüpfen und ihren Senf dazugeben wollen. (Oder Mayo oder Ketchup …). Das werden ganz unterschiedliche Leute sein.

Mal männlich, mal weiblich und mal divers. Mal Hund, mal Katze, mal … was oder wer auch immer! 😉

 

 

 

Heute lernt ihr – falls ihr ihn noch nicht kennt – Robin kennen.

Robin packt aus.

Und zwar ein Spiel.

Weil er das gern macht.

Robin packt aus.

Kaum etwas ist für uns Spieler so schön, wie ein neues Spiel zum ersten Mal in den Händen zu halten und auszupacken. Heute möchte ich euch an meinem letzten Unboxing teilhaben lassen. Aber ein einfaches Video war dann nicht meins. Also lehnt euch zurück und entdeckt mit mir, was in der Box steckt.

Das Spiel, in diesem Fall Rune Stones von Rüdiger Dorn im Verlag Queen Games, liegt vor mir auf dem Tisch. Durch die stramm umspannende, glitzernde Folie sehe ich das gelungen gestaltete Cover. Meine Vorfreude auf das Auspacken und Auspöppeln ist groß. Ich weiß, der Inhalt ist gut, ich weiß, das Spiel macht mir Spaß. Ich habe Rune Stones schon gespielt, es ist also nicht so sehr die Vorfreude auf eine neue Entdeckung, die meine Fingerspitzen erwartungsvoll kribbeln lässt. Vielmehr ist es das Wissen, dass unter der durchsichtigen Folie ein Spiel auf mich wartet, das gut gestaltet ist, gutes Material hat und auch noch wirklich gut zu spielen ist. Und natürlich die Erwartung des Auspöppelns selbst – das geht bei jedem Spiel leider nur ein einziges Mal, ein echtes Manko.

Es beginnt schon beim Aufreißen der Folie. Ich nehme keine Messer oder Scheren dafür, das wäre langweilig. Mir macht es mehr Spaß, wenn ich die Folie an der Schweißnaht mit den Fingern öffne und sie einfach abreiße. Bei Geschenken gehöre ich auch zu den Reißern. Das Abziehen ging bei meinem Spiel ganz schnell. Fast schon zu schnell, die Naht hat kaum Widerstand geleistet,  ich musste nicht einmal die Fingernägel einsetzen … Sei’s drum, der wirklich schöne Teil kommt ja erst noch.

Ich liebe den Geruch von neuem Spiel am Morgen

Als nächstes kommt der Deckel runter. Rune Stones kommt in der typischen Stülpschachtel daher. Also fasse ich, behutsam aber doch fest, mit den flachen Händen links und rechts an die Seiten des Deckels. Langsam, ganz langsam ziehe ich den Deckel nach oben. Das Spiel ist schwer genug, das Material wiegt einiges, der Deckel löst sich nach oben. Begleitet vom leichten Seufzen von Pappe, die über Pappe gleitet. Sofort steigt mir der Geruch nach neuem Spiel in die Nase: Diese Mischung aus Papier, Kleber, Druckerfarbe und diesem unverkennbaren, undefinierbaren Geruch nach abgestandener Luft – nur im Positivem. Warum gibt es eigentlich noch kein Raumspray mit diesem Duft? Neuwagen-Geruch gibt es doch auch aus der Dose!

Als erstes fällt mein Blick nun auf die Regeln. Oben auf sehe ich Niederländisch und bin kurz verwirrt, ich bin sehr sicher, ein deutsches Spiel gekauft zu haben. Ach so: Die Regelhefte entpuppen sich als zwei Stück mit je zwei Sprachen. Das ist ein netter Service, das Material selbst ist schließlich sprachneutral, wie ich weiß. Darunter lugt der Spielplan hervor. Er füllt die gesamte Box aus, lässt sich aber trotzdem einfach herausnehmen. Schön schwer, eine dicke Pappe, wirklich groß ausgeklappt und toll illustriert. Da braucht man etwas Platz auf dem Tisch. Darunter dann endlich das, worauf ich am meisten gewartet habe: die Stanzbögen. Leider sind es nur zwei, da hatte ich auf mehr gehofft. Schließlich ist das Rausdrücken der Pappe das Beste am Auspöppeln, oder?

Nach dem Leid kommt zum Glück auch die Freud

Doch dann spüre ich dieses warme Gefühl freudiger Überraschung im Bauch. Die beiden Stanzbögen sind zum Ausklappen – und haben dann noch eine weitere Lasche zum Ausklappen! Damit kann ich arbeiten und nehme mir direkt den ersten Bogen zur Hand.

Dieses leicht reißende Plopp, wenn sich das erste von vier Spielertableaus aus dem Bogen löst … Die ausgezeichnete Stanzung macht es leichtgängig, aber trotzdem mit angenehmem Gegendruck. So mag ich meine Stanzbögen! Fünf Erze folgen, schnell mit dem Daumen herausgedrückt: plopp, plopp, plopp, plopp, plopp! Die ersten Runensteine gehen mit einem satten Geräusch aus der Form. Dann noch einmal das gleiche. Ich atme den Geruch ein, dieses Aroma des neuen Spiels, genieße den Geruch, bevor er verfliegt. Die runden Artefakte gehen genauso leicht heraus. Ich liebe dieses Geräusch einfach: Es erzählt von kniffligen Entscheidungen, leichter Interaktion, wenn jemand „mein“ Artefakt vor mir kauf,t und von Strategien mit den verfügbaren Runensteinen und ihren Sondereffekten. Ein gutes Geräusch, ein Geräusch voller Verheißung.

Ein Startspielermarker und der Thron machen den Abschluss der Pöppelei. Der Thron ist ein absolut unnötiges Teil, auf dem man am Ende den Siegerpunktemarker platziert. Braucht kein Mensch, ist aber dabei. Und trotz der schmalen Aussparungen, die man für den Zusammenbau braucht, geht auch hier beim Lösen nichts kaputt. Das ist wirklich top gestanzt.

Nach 24 Runensteinen, 36 Artefakten, 4 Spielertableaus, 20 Erzen, dem Startspielermarker und dem Thron ist dieser Teil des Auspackens leider schon vorbei. Das ist nicht wenig Material, aber ich hätte gerne noch ein wenig länger gepöppelt – so gut liegt es in der Hand.

Zum Schluss ein wenig Gejammer

Der Rest ist schnell sortiert: Kunststoff-Edelsteine in einer Tüte, die Holzmarker für die Siegpunkte und der sechsseitige Holzwürfel, dazu ein Bogen mit Stickern für die Holzelemente und zwei Decks mit Karten. Die Sticker lassen sich ganz gut lösen und aufkleben. Trotzdem bin ich kein Fan dieser Variante. Ich mag das Geknibbel an den Stickern nicht und bin auch nicht immer so perfekt mit dem Aufkleben, wie ich es gerne hätte. Wäre es so viel teuer gewesen, den Würfel bedrucken zu lassen und den Markern eine jeweils eigene Form zu geben? Naja, das ist Jammern auf hohem Niveau, aber trotzdem.

Die Kartendecks sind noch einmal in Folie verpackt. Die haben diese praktische Lasche zum Aufreißen, die es total einfach macht. Einfach – und auch irgendwie langweilig. Anders als bei Stickern, knibbel ich an so einer Folie gerne rum. Andererseits habe ich mir an Kartenpacks auch schon nen Wolf gefummelt und sogar mit den Zähnen nachhelfen müssen (aber nie mit ner Schere)… Die Karten selbst riechen neu. Der Geruch beißt ein wenig in der Nase, wird aber verschwinden, wie ich weiß. Da hatte ich schon ganz andere Gerüche in der Nase, die dann auch ewig an den Karten hingen. Die Kartensätze sind oben und unten mit Deckkarten versehen. Es gibt Werbung für andere Spiele unten und eine Nummer oben: 1 von 2 und 2 von 2. Vermutlich sind die Nummern für die Packer der Boxen, denn zum Spielen braucht man sie nicht. In den Decks selber finde ich die Kartensets für jeden Spieler, also vier Stück, und natürlich die Kreaturen. Die Karten fassen sich gut an, nicht überragend, aber auch echt nicht schlecht. Sie sind vielleicht etwas dünn und biegen sich erst einmal leicht. Aber das gibt sich sicher. Das Artwork der Karten ist durchaus gelungen. Allerdings hätte ich mir mehr Abwechslung bei der grafischen Gestaltung der Kreaturen gewünscht.

In der Box selber findet sich noch eine Unterteilung in Form eines X, das die Schachtel in vier Fächer unterteilt. Das ist eine nette Sache, bringt so aber recht wenig. Gut, der Spielplan ist so über dem Material, das war‘s aber auch schon. Denn die Unterteilung ist recht wabbelig und lässt die Karten zum Beispiel unten drunter durch rutschen. Also müssen die in eine Tüte. Auch die Runensteine und die Artefakte kann man nicht einfach reinwerfen. Aber ich habe ja genügend Tüten im Haus, welcher Spieler hat das nicht? 

Images

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