Agricola – Die Bauern und das liebe Vieh

Brettspiele Frittenrezensionen
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Superfritte

Vie(h)le Tiere – wenige Spielrunden

Uwe Rosenberg veröffentlicht beim Verlag Lookout Spiele das Zweipersonenspiel „Agricola – Die Bauern und das liebe Vieh“, was ein schnelles und taktisches Workers Placement Spiel ist. Dabei bekommen nicht nur die Arbeiter_Innen, sondern auch die Spieler es unter anderem mit Schafen, Schweinen, Rindern und Pferden zu tun.

Agri-Cola Light

Wenn Uwe und ich eine Verbindung hätten, dann wohl die, dass Dortmund uns beide irgendwie verbindet. Zwar bin ich weit weg davon gewesen ein Statistikstudium zu absolvieren, auch wenn ich während meines Psychologiestudiums durch die Statistik musste, aber immerhin verbindet uns die Stadt. Während er nun mit Kind und Kegel Gütersloh unsicher macht, halte ich der Meisterstadt die Treue. Haben wir sonst noch etwas gemeinsam. Hm, wohl kaum. Doch, eine Sache schon: Während er einen Brettspielknaller nach dem anderen erfindet, bin ich es, der sie wohl alle kaufen wird. Die zwei Letzten zum agrarischen Treiben („Agricola – Die Bauern und das liebe Vieh“ und „Farmerama“) habe ich mir gleich gekauft, wobei hier „Agricola – Die Bauern und das liebe Vieh“ besprochen werden soll.

Mit dem Spiel setzt er seinen Landwirtschafts- und Workers Placement Spielen eins oben drauf; ein abgespecktes „Agricola“, wenn man so will. Hier wird nicht der Boden gepflügt, ausgesät, Ausbildungen absolviert oder angeschafft, ne, hier wird mit Viehzeug rumgemacht. Und der Wehmutstropfen dabei: Dies wird noch nicht einmal geschlachtet. Während beim großen Spiel noch die eine oder andere Sau über die Klinge springen musste, um die hart arbeitende Famerfamilie als Nahrungsquelle zu dienen, laufen bei Agri-Cola Light die Tiere höchstens weg. Auch die Arbeitenden bleiben gleichdumm und können nur aus den bestehenden möglichen Handwerken ihre Tat vollrichten. Hier gibt es keine Karten, kein Bauwerke, kein zusätzlicher Schnick-Schnack. Stattdessen nur Schafe, Schweine, Rinder und Pferde.

Das reicht aber vollkommen aus, denn „Die Bauern und das liebe Vieh“ kommen sehr gut mit den wenigen Gegebenheiten aus und machen aus einer Partie eine sehr Schnelle.

Genauer hingeschaut

„Agricola – Die Bauern und das liebe Vieh“ ist eine schnelle Agricola-Runde in Light, die man fix und ohne Probleme einfach so wegspielen kann. Das Spiel ist für 2 Personen, dauert so round about 20-30 Minuten und macht echt viel Spaß. Zwar kommt schnell wieder das Gefühl auf, was man bei Workers Placement Spielen hat: „Was? Gleich schon zu Ende? Aber jetzt könnte ich doch erst richtig loslegen …“, was aber dem Spielespaß nicht einschränkt. Da heißt es taktisch und gut geplant an die Sache rangehen. Das Einsetzen der Arbeiter_Innen ist hier die Strategie, vielleicht auch die Haltung der Tiere, vor allen Dingen aber: Schneller sein, als der/die Gegenüber.

Die Spielzüge werde ich hier nicht genau aufzählen, dafür lohnt es sich in die Spieleanleitung hineinzuschauen, die ausführlich und sehr gut den Ablauf wiedergibt. Nur soviel sei gesagt: Erst füllt man das Tableau mit Rohstoffen und Tieren auf, dann setzt man Arbeiter_Innen ein, die die jeweilige Aktion ausführen, dann holt man alle Arbeitenden zurück, und schaut dann, welches Vieh sich vermehrt. Fertig. Das geht 8 Runden so, und dann steht der/die Sieger_In fest.

Schnell wird versucht allen Tieren gerecht zu werden, ausreichend Weiden zu bauen, Futtertröge zur Verfügung zu stellen, Ställe zu Stallungen umzubauen, und Sondergebäude anzufertigen. Aber, wer sich auf so vieles konzentriert, kann sich auch schnell verstricken. Andererseits winken Minuspunkte, wenn man diversem Vieh nicht mal einen Wimpernschlag widmet. Da sei eine raffinierte Balance zu finden, die erst im zweiten, dritten, fünften … Spiel erst kommt.

Das finde ich so wunderbar an den Spielen von Uwe, keine Partie ist gleich, immer anders verlaufen die Runden. Zwar kommt beim original „Agricola“ noch mehr Action auf dem Hof, aber „Agricola – Die Bauern und das liebe Vieh“ ist für eine kurze Runde genau das Richtige. Des Weiteres steckt, wie in den Spielen von Lookout Spiele ganz üblich, die Liebe im Detail. Die Spielpläne, die Plättchen, einfach alles ist mit viel Liebe zum Detail verziert und macht Spaß beim Anschauen, Anfassen und Träumen.

Also, ein echt klasse Spiel, das langfristig für kurzweilige Amüsierminuten sorgt und so manchen von den vielen Agrarbrowserspielen wegzerren könnte: Also an alle Farmville und Co. Spieler, Arsch hoch und ran an den Tisch, hier gibt´s Viehzeug wenigstens noch aus Holz.

 

Funfairist meint

Ein super kurzweiliges Spiel für zwischendurch. Passt auch sehr gut in die kleine Tasche und auf den Kneipentisch. Das Material ist super und die Optik haut einem wie immer von den Socken. Ich sage: Turbogeil.

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Agricola – Die Bauern und das liebe Vieh

Die Agricola-Welt ist noch lange nicht zu Ende. Die Sau kann noch weiter gemästet werden. Gerne, denn ich liebe Agricola und lasse mir den kleinen Ableger für 2 Personen gerne gefallen.

Erscheinungsdatum:
Personenzahl:
Dauer:
Alter:
Mechanismus:

Lecker

  • Ein kleines Agricola in abgespeckten Form
  • Ne Menge drin in der kleinen Schachtel
  • Großes Spiel in kleiner Schachtel

Pfui

  • Zu wenig Zeit für das, was man alles machen will
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