Tembo

Frittenrezensionen Kartenspiele

Nan ts’ngonya ma bakithi baba

Sithi hu ingonya ma Ingonyama negwebo Hi babo gonya mataba
Nan ts’ngonya ma bakithi baba Sithi hu ingonya ma
Ingonyama negwebor Hey khuzanibo bheki yagelela

Naja, oder so ähnlich halt.

Tembo ist ein Kartenspiel aus dem Hause NSV. Andreas Spies, den Autor, kennt man auch schon von „Take That“ (nee, nicht der Boygroup, sondern dem Kartenspiel vom NSV) und dem einen oder anderen Kartenspiel, bei dem er als Co-Autor beteiligt war.. Gespielt werden kann Tembo ab 2 Personen und bis zu 4 Tierretter können daran teilnehmen. An dieser Stelle auch ein herzliches „Dankeschön“ an den NSV, die uns Tembo als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Bei Tembo müssen, wie gerade schon einmal angedeutet, Tiere gerettet werden. Am besten viele. Die wollen nämlich den großen Fluß – den Mara in Afrika – überqueren. Und das auch gerne lebendig und ohne, dass sie als Löwen- oder Krokodilfutter enden. Die haben ja Ansprüche…..

„Tembo“ bedeutet übrigens auf Suaheli „Elefant“. Und wusstet ihr, dass „Raffiki“ (ja, der aus König der Löwen) Freund bedeutet und „Simba“ Löwe? Und auf Suaheli Bier bestellen geht so: „Mbili bia baridi tafadhali.“ Haha! Da soll nochmal einer sagen, dass man bei der Fritte nix lernen kann. Von wegen. Aber nunja…

OOoaaah

… wie niedlich Baby-Elefanten sind…. Wie die rennen.. und wie dann die Ohren wackeln.. aber ….. ich schweife ab.. Aber wenn´s um Baby-Elefanten geht, dann……Naja, nun wirklich zurück zur Sache….

Wir befinden uns also am großen Fluss in Afrika und mit uns die Gnus, Elefanten, Krokodile, Löwen, Zebras und Antilopen.

Erdkunde-Exkurs

Der Mara-Fluss ist ein ostafrikanischer Fluss und sogar ein ganz stattlicher: 395 km lang ist er und reicht von Kenia bis an den Viktoriasee, in den er mündet. Auf diesem Weg fließt er auch durch das Massai-Mara Reservat in Kenia. Und dort finden sich eben die Tiere, die in Tembo auch mitspielen. Also, bestimmt nicht nur dort, aber da ist es sicherlich idyllisch genug, dass man diesen Ort als Handlungsort von Tembo nutzen kann.

So, nun aber wirklich,wirklich genug mit Unterricht.

Die Zebras, Antilopen und Gnus wollen über den Fluss springen (naja, oder auch durchlaufen oder schwimmen oder was auch immer). Die Elefanten helfen ihnen dabei und die Krokodile und Löwen wollen sie fressen. So ist das nunmal in der Natur: Survival of the fittest.

Es gibt 5 mögliche Stellen, an denen die Tiere den Fluss passieren können.

Jeder Spieler legt in seinem Spielzug einzeln (manchmal auch 2, wenn die Voraussetzungen stimmen) die zu rettenden Tiere ans Wasser an (unter Berücksichtigung vorgegebener Legeregeln) und so füllen sich die Wiesen am Wasser. Oder aber die Spieler spielen die bööösen Krokos und Löwen (böse!) oder aber den lieben Elefanten (lieb!) aus und töten bzw. retten so die am Wasser harrenden Tiere. Für gerettete Tiere gibt´s Punkte – also möchte natürlich jeder so viele Tiere wie möglich, von denen, die er oder sie ans Wasser geschoben hat, retten und diejenigen der anderen den Fieslingen zum Fraß vorwerfen. Hinzu kommt, dass Plätze, an denen Löwen gefuttert haben, im weiteren Spiel nicht mehr genutzt werden können, um über´s Wasser zu kommen. Wer will sich schon an einem Platz aufhalten, an dem Löwen ihren Mittagstisch genießen?! Bis zu 3 Wasserstellen können im Laufe des Spiels blockiert werden – und daher kann es dann auch flott eng werden, am Fluss.

Die gesamten Regeln könnt ihr euch übrigens hier anschauen. Und– und das möchte ich hier direkt mal loswerden – die Regeln sind gut geschrieben, einfach gehalten und erklären alles, was man wissen muss sehr gut. Wie ich ja inzwischen leider schon feststellen musste, ist, dass man auch die Regeln von eigentlich simplen Kartenspielen echt versauen kann. Aber hier beim NSV ist das zum Glück nicht der Fall. Ein guter Einstieg ins Spiel also 😉

Ab ans Wasser – zack, zack.

Genau das haben wir auch gemacht. Wir sind mit dem Zoo an den Mara gereist. Nach der allerersten Partie lag irgendwie ein schales Gefühl im Raum: „Das las sich doch so toll. Aber irgendwie…“ Mh. Okay. Nochmal.

Und zack!
„Aaaah okay.“ Bei Tembo brauchte es bei uns erst einen weiteren Anlauf, bis wir richtig ins Spiel gefunden haben. Das hat gar nichts mit dem Verständnis des Spiels zu tun – denn wie bereits gesagt sind die Regeln verständlich und gut. Vielmehr wurde uns in der ersten Partie noch nicht richtig klar, welche Taktik wir an den Tag legen sollten. Nach dem ersten Spielen wussten wir dann, dass wir eine Menge besser machen könnten, als wir es in der ersten Runde gemacht haben. So sollte man wohlbedacht seine Tiere am Wasser anlegen:

  • Konzentriere ich mich auf lange Reihen, in denen sich möglichst viele Tiere von mir befinden?
  • Oder soll ich vielleicht lieber gucken, dass ich möglichst an allen Plätzen ein eigenes Tier liegen habe?
  • Am besten sollte dann wohl auch nicht immer die gleiche Tierart von mir in einer Reihe liegen – denn es gibt ja auch Krokodile, die alle Tiere einer Rasse aus einer Reihe auf einmal futtern können.
  • Behalte ich die Elefanten lieber noch auf der Hand, um abzuwarten, bis die längste Reihe von mir heile über´s Wasser kommt?
  • Welches meiner Krokodile setze ich am besten ein und ist es vielleicht sogar sinnvoll, auch einige meiner Tiere zu töten?

Na? Wo steckt das Kätzchen?!

Spannend ist vor allem, dass 5 der Tierkarten nicht im Spiel sind. Naja, sind sie schon – sie sind die 5 Flussfelder – aber welche der Tiere sich darunter befinden, das bleibt unbekannt. Von daher ist vor allem in den letzten Runden die Frage „Okay – hat der/die andere jetzt noch ein Krokodil auf der Hand? oder einen Elefanten, der noch ein paar meiner Tiere retten kommt?!“ äußerst präsent. Und dann muss man sich eben entscheiden: Zocken oder doch lieber auf Nummer sicher gehen und vielleicht noch den einen oder anderen Punkt mitnehmen? Und man darf ja auch nicht vergessen: nur, weil man selbst keinen Elefanten mehr auf der Hand hat, heißt das nicht, dass die eigenen Tiere dem Tode quasi ins offene Messer laufen müssen. Denn einer der Mitspieler kann genauso gut noch einen Elefanten auf der Hand haben, den er dann dafür nutzen muss, die fremden Tiere zu retten, wenn er nichts anderes tun könnte..

Design

Das Design der Karten finde ich … sagen wir: okay. Das ist nix, was mich umhaut, aber die Tiere sind ganz hübsch anzusehen. Was ich mir allerdings gewünscht hätte, wäre, dass Tiere einer Art, die unterschiedliche Siegpunkte bringen, auch anders aussehen, als die anderen. So könnte es die „normale“ Antilope sein, die 2 Punkte einbringt, wenn sie gerettet wird. Diejenige, die schon ganze 5 Siegpunkte verspricht, könnte dann aber auch mit einem prächtigeren Geweih und einem anderen Fellmuster daherkommen. Die LeserInnen unter euch, die meine Bewertungen schon häufiger gelesen haben, wissen glaube ich inzwischen, dass ich totaler Fan von schönen Illustrationen und einer geilen Atmosphäre bin. Das hat mir bei Tembo leider ein wenig gefehlt.

Lecker

  • schnell gespielt
  • schnell geärgert
  • schnell retourkutschiert

Pfui

  • Der Löwe kann echt ärgerlich sein!!
  • Manchmal fühlt es sich an, als würde man gegen Windmühlen arbeiten.

Fazit

Kaddy zieht ihren knallroten Badeanzug an und hüpft in den Fluss:

  "Tembo ist ein schnelles Kartenspiel, das man auf jeden Fall als Icebreaker gut nutzen kann: Die Regeln sind schnell erklärt und easy und das Spiel ist schnell gespielt. Zu zweit sollte man etwa 15 Minuten für eine Partie einplanen, bei 3 oder 4 Spielern passt die 20-Minuten-Angabe auf der Spieleschachtel nach unseren Erfahrungen schon ganz gut (+ – ein paar Minütchen). Was ich gut finde, ist, dass es sich hier nicht um ein „simples“ Kartenablegespiel handelt und man sein Hirn schon ein bisschen anschmeißen und nachdenken muss, damit man an Siepgunkte kommt. Super ist ebenfalls, dass man seine MitspielerInnen fleißig ärgern kann und auch manchmal nen Dämpfer bekommt, weil man sich auch selbst ärgern muss. Tembo ist ein Kartenspiel, das mir in 2er und 3er/4er Runden gleich viel Spaß gemacht hat: Ärgern kann man immer und grübeln muss man gleichermaßen. Daher gibt´s hier ne solide Knusperfritte."