Carnival of Monsters

Frittenrezensionen Kartenspiele
7

Superfritte

Für schaulustige Tauschmonsterliebhabende

Was macht man nicht alles um in den feinen elitären Kreisen zu verweilen? Manche buchten sich mit Geld in die höheren Kreise, andere brauchen so manch Doktortitel oder Adelsnamen, um aufgenommen zu werden, und wieder andere fangen Monster. Schreckliche Monster. Unwirkliche Monster. In Carnival of Monsters erblicken wir Monster, fangen wir Monster, stellen Monster aus. Und warum? Um Mitglied der Königlichen Monstrologischen Gesellschaft zu werden. Amigo Spiele veröffentlicht Richard Garfields Carnival of Monsters, und hat damit ein Spiel im Programm, was sich über den Familienrand an Kennerspielende richtet.

Bitte um Verfilmung

Manch Spiele haben auf Biegen und Brechen keine Story. Da fällt es einem schwer sich in eine Welt zu denken und in ihr einzutauchen. Andere dagegen bieten ein wahres Potpourri aus Traumwelten und Diegese. Carnival of Monsters zum Beispiel ist so ein Spiel, welches ich zu gerne mal als Film umgesetzt sehen würde. Stellt euch mal vor, es gebe eine Welt, in der Monster in unterschiedlichen Landen leben, in der wir mit Abenteurern und Monsterhuntern auf Suche und Jagd gehen würden, eine Welt, in der schaustellerisch die Abnormitäten der Welt präsentiert werden. So manche würden sich schütteln, andere kommen aus dem Staunen nicht heraus.

Amigos Carnival of Monsters ist so ein Spiel zum Staunen, denn 7 Illustratoren haben sich ausgelassen und uns eine Welt der Monstrositäten geschaffen. Und wenn ich Monstrosität schreibe, dann meine ich Monstrosität. Amigo Spiele schreibt in ihren Regeln: „… falls ihr mit jüngeren Kindern spielen möchtet …“ Ähm, also, ich weiß ja nicht. Carnival of Monsters kommt mit dermaßen unheimlichen Bildern daher – ob das so in den Kinderkreisen angebracht ist. Nun ja, dann wird halt pädagogisch begleitet – warum nicht.

Aber neben dem Aussehen der Karten, die reichlich in der Spielebox enthalten sind (über 200 Karten), gibt es allerhand dazu: Ein Spielfeld, über 100 Münzen in unterschiedlichen Stanzungen, Würfel, Jägermarker und noch mehr. Eine Menge drin, und in der Verpackung ist noch Reichlich Platz für viel weiteres. Wäre schön zu erfahren, ob Amigo Spiele bei einem guten Verkauf noch nachlegen wird und die Monsterwelt noch monströser gestalten will. Wir werden sehen.

Aber jetzt schauen wir mal ins Spiel, denn was haben wir bei Carnival of Monsters vor uns liegen und wie spielt es sich denn?

Fang das Monsterlein

Um in der Königlichen Monstrologischen Gesellschaft (KMG) aufgenommen zu werden, präsentieren wir in unserer Menagerien die spektakulärsten Monster diesseits und jenseits der Landesgrenze. Aus den Höhlen, Dunkellanden, Wolkenlanden, Tiefseen, verwunschenen Wäldern und Traumlanden stibitzen wir uns Geschöpfe, die nicht schrecklicher sein können. Greife, Ghoule, Mondbestien und Flammenspinnen, Hydra-Monster, Moosgnome und stille Beobachter, nicht zu vergessen grausige Nachtmahre und richtig uralte Feinde. In der Welt der Monster gibt es die absurdesten und grausigsten Wesen, die vorstellbar und unvorstellbar die jeweiligen Lande bevölkern. Wir machen uns auf und fangen mit Expert*innen, Jägermeister*innen und Monsterbändiger*innen und weiteren noch so schlimme Kreaturen, um sie in unserer Menagerien auszustellen.

In Carnival of Monsters spielen wir 4 Runden durch, die alle gleich verlaufen. Jede Runde, die Saison genannt wird, wird in 4 Phasen gespielt. Phase 1: Saison-Karte aufdecken: Da wir im Sinne und den Regeln der KMG, also der Königlichen Monstrologischen Gesellschaft, agieren, stellen diese uns Aufgaben und Forderungen. Wenn wir es schaffen zum Rundenende diese Forderung zu bedienen, warten Trophäen auf uns – und damit ein weiterer Schritt Richtung Gesellschaftsaufnahme.

In Phase 2, der Hauptphase, erwerben wir Carnivalkarten, also Karten, die uns Ländereien, Monster, Mitarbeitende, Events und geheime Ziele bringen. Phase 3: Gefahrenprobe. Manch Monster lasst sich nicht mit einfacher Schlinge um den Schlund bändigen. In dieser Phase müssen wir zeigen und beweisen, wie gut wir unsere Monster in Schach halten können. Schaffen wir das nicht, wird es teuer, und Geld ist knapp im Spiel. In der vierten und letzten Phase wird das Ende der Saison eingeleitet, und damit schließt sich der Kreis zur ersten Phase: Trophäen einsacken.

Die Hauptphase ist Phase zwei und macht den Schwerpunkt der Runde aus. Hier geben wir unsere Karten weiter, denn Carnival of Monsters ist ein Drafting-Spiel. Wir haben Handkarten, die bespickt mit Monster-Land-Event-ect.-Karten sind, und suchen uns je eine Karte aus, dann werden die Karten weitergeben. Das geschieht so lange, bis die Karten einmal wild und fröhlich durchmixt wurden. Danach werden die Karten ausgespielt, bzw. für später zurückgehalten.

Beim Ausspielen hangeln wir uns hauptsächlich an Ländereien und Monstern ab, denn nur wer sich gut in Ländern auskennt und diese vorweisen kann, kann auch Monster finden und auslegen. So pimpen wir die eigene Länderauslage, finden Monster und können danach diese auch schnappen. Mitarbeitendekarten, Events und Ziele helfen uns bei unseren Arbeiten.

Besonders in dieser Phase schaut man ganz gerne nach links und rechts zu seinen Nachbarn und überprüft, welche Karten wer wie gut gebrauchen kann. Auch der Blick auf die KMG ist nicht schlecht, denn sicherlich verfolgen auch die anderen Monsterhunter bestimmte Monster, da sie in dieser Runde Trophäen einbringen. Und so muss man sich entscheiden: Gebe ich die Karte weiter, oder behalte ich sie selber? Habe ich „Glück“, und kommt sie noch einmal bei mir an, oder hat sie sich jemand weggeschnappt? Sollte ich „vorarbeiten“ für die nächsten Runden, oder verzichte ich auf ein späteres Monsterschnappen? Hmmm, Entscheidungen müssen getroffen werden, nicht immer einfach.

Hier zeigt sich das Herzstück des Spiels, denn genau hier sollte überdenkt und geplant werden. Und ich sage euch: Es kommt alles anders, als gehofft und gedacht.

Ein Abend mit Monstern

Wow, ich muss ja sagen, dass mir Carnival of Monsters sehr gut gefällt. Ich mag Drafting-Spiele und muss sagen, dass mir CoM sehr gut gefällt. Auch kann ich mich sehr gut auf das Setting einlassen und stelle mir beim Erkunden der Länder vor, wie ich auf manch Abnormität stoße und die einfange. Eine sehr schöne Diegese bietet das Spiel.

Die Gestaltung der Karten laden hier echt zum träumen und teilweise auch zum schaudern ein, denn nicht alle Karten verheißen ein „ohhhh wie süß“-Gejauchze. Eher im Gegenteil. Manch Kartengestaltung empfinde ich schon als echt widerlich und unheimlich. Aber das habe ich ja schon weiter oben beschrieben – kein Spiel für nen Kindertag!

Carnival of Monsters spielt sich in einer Stunde gut runter und macht Lust auf mehr. Oft war es auch so, dass Mitspielende sagten: „Ahhh, jetzt weiß ich wie es geht, komm, noch eine Runde.“

Tatsächlich mag ich das Spiel in einer 3-5er Besetzung am liebsten, im 2 Personenspiel war das Spiel zwar auch okay, jedoch konnte man gemeiner dem anderen Spieler Karten wegwerfen, auch wenn man selber die Karte gut gebrauchen konnte. Ganz nach dem Motto: „Lieber keiner bekommt die Karte, als dass ich sie Dir gönne.“ Und dennoch, auch in einer 2er-Besetzung funktioniert das Spiel ganz gut – ich spiele es dennoch lieber in einer größeren Runde.

Lecker

  • Wow, was für eine Grafik
  • Ich mag den Draft-Mechanismus
  • Man will so viel und kann nicht alles machen - ein schönes und leidliches Gefühl

Pfui

  • Eher in einer größeren Gruppe spielen
  • Warum geht das Geld so schnell aus?

Fazit

Funfairist erhofft sich einen Platz in der KMG und sagt

Carnival of Monsters ist ein richtig toller Kartenweitergeber, der mich stark an Bunny Kingdom in unheimlich und 7 Wonders erinnert. Von mir gibt es eine Superfritte. Ein echt toller Drafter, der mit seinen Zeichnungen von HoffmannMenzelStephanBilliauLohausenSchlemmerVohwinkel mir Staunen und auch Schauder bereitet hat. Den Monstern möchte ich nicht begegnen, ganz ehrlich nicht. Herzlichen Dank an Amigo Spiele, die dieses Spiel für eine Rezension gestellt haben.
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