Hashi

Frittenrezensionen Kartenspiele
5

Knusperfritte

Brückenkrücke

Oha, ein weiteres Spiel mit tollen Stiften und einer abwaschbaren Platte aus dem Hause NSV. Hashi lautet der Flip & Write Spaß und ist von Jeffrey D. Allers. Die Geschichte ist eigentlich sekundär, denn wir müssen Inseln mit Brücken versehen und Zahlen in Inseln eintragen. Tatsächlich haben wir hier ein Rätsel vor uns liegen, nämlich wie man besten Punkte macht. Ich schaue heute mal auf Hashi.

Spiel – Herausforderung – Rätsel

Nun, das stimmt schon, wenn man die Überschrift der Verpackung wörtlich nimmt. Vielleicht ist es aber genau anders herum: Rätsel – Herausforderung – Spiel.

Nach und nach decken wir Karten auf und tragen auf unsere Inseln Zahlen und Brücken ein. Wir ziehen Linien, kreisen nach und nach Inseln ein, und werten zwischendurch bestimmte Wertmöglichkeiten. Dabei kann man immer entscheiden: Karte nehmen und eintragen, oder auch passen. Ziel des Ganzen ist es, möglichst viele Punkte zu machen, und diese bekommt man durch geschicktes Platzieren der Zahlen und Brücken.

So zeigt sich das Geschehen eher als Rätsel, als Puzzle. Wie platzieren am besten, damit die Punkte sich lukrativ erweisen? Lieber hier? Lieber da? Brücken eintragen? Oder doch lieber passen? Das sind die Fragen, um möglichst im Wettstreit mit anderen weit vorne zu bleiben.

Die Herausforderung bei Hashi ist, möglichst sinnvoll zu „bauen“. Mit jeder weiteren Karte wird der Platz kleiner und die Auswahl wird immer schwieriger Punkte und Brücken einzutragen. Und spätestens bei den letzten freien Stellen schlägt man sich vor die Stirn und wünscht sich ganz anders gezeichnet zu haben.

Und das Spiel – nun, das vermisse ich etwas, denn obwohl sich alles „spielerische“ in Hashi befindet, so haben wir hier eher ein Optimierungspuzzle vor uns, als ein Zusammenspiel.

Ein Funken besser

Wir versuchen zu gewinnen, einen Funken besser zu sein, als die anderen. Am Ende zeigt sich, wer besser oder schneller „bauen“ konnte. Dies zeigen die Punkte. Ist man zu langsam, schnappen sich die anderen die Fahnenpunkte oder Inselwertungen weg, allerdings hat man dann eine Inselkolonie, die „aufgeht“ und über Brücken zusammengehalten wird. Also wird weitaus weniger gepasst, als es möglich ist.

Der Wettstreit zeigt sich im knobeln, im logischen Striche ziehen, in der Vergabe der Zahlen. Der Zufall der gemischten ZahlenBrückenKarten bringen Veränderung ins Spiel. Und so zeigt sich auch, dass man bei Spiel um Spiel immer ein Funken besser oder schlechter ist, wie die Karten gezogen werden.

Spielgefühl

Ich muss sagen, dass mir an sich Hashi eigentlich ganz gut gefällt. Ich mag sehr gerne Knobelspiele von ThinkFun, Popular, Smart Games und weiteren Anbietern. Und Hashi könnte sich hier ganz gut einreihen, denn an sich spielen wir alle solitär nebeneinander her und versuchen etwas schneller zu sein und am Ende besser abzuschneiden, als die Mitstreiter. Also, an sich ein tolles und unterhaltsames Puzzlespiel.

Und dennoch kommt in mir das Gefühl auf, dass im Spiel selber etwas wenig Spiel steckt. Interaktion gibt es so gut wie gar nicht. Wir decken Karten auf, tragen ein, machen weiter. Zusammen spielen fühlt sich anders an.

Aber auch der Solitärmodus ist streng gesehen gar nicht schlimm. Es macht ja Spaß zu erleben, wie nach und nach die Luft immer dünner wird. Jedoch ist diese Luft von den Karten abhängig. Wann was wie gezogen wird, und welche Reihenfolge der Zufall für den Kartenstapel vorgesehen hat, das können wir nicht beeinflussen. Wir können höchstens passen und auch teilweise auf Aktionen verzichten.

Wer Hashi schon ein paar mal gespielt hat, ist klar im Vorteil und kann ungefähr einschätzen, wo welche Zahl am besten stehen sollte, welche Insel mit wie vielen Brücken versehen sein sollte, und so weiter.

Nach all meinen Partien, die ich gerne gespielt habe, muss ich sagen, dass Hashi tatsächlich ein etwas langweiligen Beigeschmack hat. Es ist zwar angenehm zu erleben, wie spannend das Spiel zum Ende hin verläuft, und dennoch kommt nach dem Spiel ein Gefühl von „ferner liefen“ hoch.

Lecker

  • Ein solitäres Rätselspiel, und die Stifte sind echt toll.

Pfui

  • Wir spielen nicht wirklich MIT einander, sondern versuchen punktmäßig besser zu werden.

Fazit

Funfairist lehnt an der Brücke und schaut auf die Inseln

Für mich gerade noch eine Knusperfritte. An sich ein tolles und unterhaltsames Knobelspiel für zwischendurch, das man auch gut und gerne solitär spielen könnte. Aber langanhaltenden Spielspaß habe ich jetzt nicht davon getragen. Eher ein netter Zeitvertreib, okay und für mal spielen in Ordnung. Aber für nett, okay und in Ordnung habe ich auch andere Spiele. Herzlichen Dank dem NSV für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
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Knusperfritte

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