Ligretto Das Brettspiel

Brettspiele Frittenrezensionen
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Knusperfritte

Speedplättchenlegen

Wer kennt es nicht? Ligretto! Eins der meist gespielten Spiele und vielleicht auch eins, um welches so manche einen großen Bogen machen. Ich persönlich finde Ligretto das Kartenspiel echt toll und spiele es echt gerne. Nun hat Schmidt Spiele das Brettspiel von Rudi Biber herausgebracht. Und wie wohl zu erahnen war, hier haben wir es nicht mit einem gemütlichen Spiel zu tun, sondern mit Hochleistungskampfsport. Ziel: Alle Plättchen loswerden. An sich einfach, wären da nicht die anderen Mitspieler, die Gleiches versuchen. Ich schaue heute auf Ligretto Das Brettspiel.

Auf die Schnelle

Spiele auf Zeit und unter Zeitdruck liegen nicht jedem. Manche können mit dem Stress nicht all zu viel anfangen, wenn sie auf Geschwindigkeit gegen andere antreten. Oder gegen das Spiel selbst.

Eins der wohl bekanntesten Spiele unter Zeitdruck, wo Geschwindigkeit alles ist, ist wohl Ligretto. Alle versuchen gleichzeitig ihre Karten loszuwerden. Kennt ihr, nicht wahr? Kennt ihr! Hier herrscht Krieg auf dem Spieltisch. Alle kreischen, flippen die Karten, hauen, beißen, stechen und treten. So zumindest bei meinen Partien – also spielt nie Ligretto mit mir. Dies kann zu blauen Flecken führen.

Das Brettspiel ist genau das gleiche, nur haben wir hier keine Zahlen und keine Karten, die wir stapeln und ablegen, sondern kleine Plättchen, die wir aneinander legen. Das ganze schaut etwas nach Domino aus, denn Farbe des Plättchens und Untergrund müssen übereinstimmen.

Auch hier spielen alle gleichzeitig und wollen ihre Plättchen loswerden. An sich also genau das Gleiche, was wir beim Kartenspiel machen.

Soviel zumindest zum Vorgehen beim Spiel. Aber was sagt denn das verspielte Herz und was macht die Freude? Schäumt sie aus der Buxe? Nun, ich für meinen Teil kann sagen:

Gefühl

Leider nein. Zumindest bei mir nicht. In manch Runden habe ich erlebt, dass so manch Mensch beim Brettspiel ganz schön abgeht, aber ich, nun, ich wurde hier leider nicht abgeholt. Am meisten stört mich die Haptik und der Umgang mit den Plättchen. Obwohl alles hektisch zugeht, müssen wir am Spieltisch recht vorsichtig mit einander umgehen. All zu wildes Rumgeballer mit den Plättchen, hektisches Legen und dergleichen sind beim Brettspiel unangebracht. Sonst schaut der Spieltisch schnell wirr und chaotisch aus. Was bei den Karten irgendwie kein Problem darstellt, hemmt hier etwas den wilden Spielespaß.

Und dennoch, wenn ich auf meine Mitspielenden schaue, die hatten sehr viel Freude. Ligretto Das Brettspiel macht an sich genau das Gleiche, was auch das Kartenspiel macht. Nur halt mit anlegen, als mit drauflegen.

Ein Spiel für die Familie und Jüngere

Wer hier besonders angesprochen wird, sind Familienspielende und vor allem Jüngere. Gerade die können dem wilden Plättchenspaß ne Menge abgewinnen. Da wird auch nicht nach Punkten gespielt – hier wird einfach so gespielt. Und das macht Freude.

Jüngere kommen hier vollends auf ihre Kosten und gehen ab beim wilden Dominolegen, äh Ligretto spielen.

Und ich schätze mal, dass genau für diese Spielgruppe das Spiel auch gemacht wurde. Also, ihr Ligretto-Fans: Kennt ihr schon das Brettspiel? Nicht? Dann probiert es mal aus und macht eure Erfahrungen. Und für alle, die etwas mehr Spielspeed auf den Tisch haben wollen, hier könnt ihr euch alle gleichzeitig in die Haare bekommen. Auf auf …

Lecker

  • Für Ligretto-Fans, Familien und Jüngere sicherlich toll.

Pfui

  • Ich mag das Chaos auf dem Spielbrett nicht so. Beim Kartenspiel kann man weit aus "hektischer" sein.

Fazit

Funfairist vergibt

Wie schon geschrieben, das Spiel wird bei manch Familien und auch Jüngeren besser ankommen, als bei mir. Ich greife lieber zu den Karten, da kann ich noch wilder und deftiger sein. Darum von mir nur eine Knusperfritte. Herzlichen Dank an Schmidt Spiele, die uns das Spiel zur Rezension zur Verfügung gestellt haben.
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