Ohanami

Frittenrezensionen Kartenspiele
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Superfritte

Gartengestaltung rauf und runter

Ohanami, das große Fest der Kirschblüte, der prächtigen Gärten und der Ordnung im Durcheinander. Der Kirschkernkäfer Klaus hat die unterschiedlichen Gärten des fernen Kartiens besucht, um euch in einem Reisebericht darüber zu berichten. Pate seiner Erlebnisse und Recherchen stand ihm Steffen Benndorf zur Seite, dem bekannten Ableger der Kartenblüte. Organisiert wurde die Reise durch den NSV, die in einer kleinen Schachtel ein großes Gartenensemble geschaffen hat.

Kartografiert der Gärten

Ein Reisebericht des Kirschkernkäfers Klaus

Ich war es leid von den Obstplantagen in Mittelamerika zu berichten. Seit über einem Jahr trieb es mich von Plantage zu Plantage, und nun habe ich genug von Orangenbaum, dem Anbau von Frucht und Obst und den Weiten von Gemüsebeeten. Die Flora und Fauna hat noch mehr zu bieten, besonders, wenn es um künstlich angelegt Gärten geht. Die Kunst in Unordnung Ordnung zu bekommen, und daraus auch einen Garten zu gestalten, das können nur die verspielten Gärtner*innen von Kartien. So habe ich mich aufgemacht diese unterschiedlichen Gärten zu besuchen, mich treiben zu lassen im plätschernden Wasser der angelegten Hydrofurchen, dem Rascheln der Bambussträucher zu lauschen, die im Wind sanft hin und her wiegen, den kunstvoll gestalteten Skulpturen aus Stein beizuwohnen, die aufeinander gestapelt wahrlich prachtvoll aussehen, und selbstverständlich dem krönenden Kirschblütenfest beizuwohnen, bei dem opulent eine Vielzahl an Kirschbäumen zu bestaunen sind. Ja, ich hatte Lust der Gartenbaukunst der Kartanier*innen beizuwohnen und habe es weis Kirschkäfergottheit nicht bereut.

Im Zeichen des Wassers

Plätschernd. Rauschend. Tropfend. Im Fluss. Die angelegten Wasserpfade und die verspielten Gartenseen Ohanamis zeigen sich von schillernd glitzernd bis kräftig trüb. Kleine Wasserrinnsäle, mittlere Wassergabelungen bis hin zu opulenten Wassergärten. Bei der Schau von Ohanami ward ich auf alles angetroffen. Doch tatsächlich ward ich von der Vielzahl der Wasserbauten eher angetan, als von der Optik und der Anlegung dieser speziellen Art der Gartenkunst. Obwohl das Wasser im Garten von Ohanami als Willkommenstor der Götter, für die Bewegung im Leben und für das Zusammenspiel von Aufruhr und Ruhe stehen, so ward ich überwältigt von der Anzahl der unterschiedlichen Wasseranlagen. Kleine, große, schmale, breite, plätschernde, ruhige, tiefe, flache und sonst wie gestaltete Wasserspiele machen das Ohanami Fest lebendig und frisch. Mir haben diese blauen Augen in den Gärten sehr gefallen, auch wenn ich als Käfer dem Wasser an sich wenig abgewinnen kann.

Bambus – fest und biegsam

Ganz anders zeigen sich die üppigen Bambusarrangements Ohanamis. Kleine Sträucher, große Wälder, einzeln verteilt und dicht beisammen. Das Rauschen in den festen und doch biegsamen Bambushalmen gleicht einem Orchesterkonzert. Flötenspiel, Streichensemble, Rauschchor – die Bambusgärten Ohanamis sind wahrlich ein Hingucker. Sie stehen für die Familie und für die Zeit der Generationen. Abschnitt für Abschnitt wachsen die kräftigen und doch sanften Stämme, symbolisieren sowohl den kleinsten Käfer, bis hin zur gewaltigen Masse.

Ich mochte es sehr in den Wäldern aus Bambus zu wandeln, mich dem grünen Farbenspiel hinzugeben, und immer wieder mit anzusehen, wie am Bambus auf- und abgebaut wurde. Ein Wachstumswerk der besonders schönen Art. Ich wusste bei meinen Wanderungen durch die Bambuswelt nicht im entferntesten, was mich noch erwarten würde …

Steine in meinem Herzen

Zwischen den Wasser- und Bambusanlagen konnte ich die Meisterklasse menschlichen Gartenschaffens bewundern. Den Steingarten. So unnatürlich, wie ein Steingarten auch nur sein kann, so kunstvoll und wunderschön zeigen sich die grauen Anlagen von kleiner Verspieltheit bis zu großer Opulenz. Stein, oder auch Granit, das feste und erdverbundene Material der Natur, der Panzer und zugleich die Nachgiebigkeit im Wasser und Feuer. Ein Einklang mit den Elementen. Ich war begeistert. So begeistert, dass ich meiner Faszination siebenmal rückversichern musste. Könnten diese Anlagen wirklich existieren? Sind Menschen wirklich im Stande derart schöne und kunstvolle Bauten zu schaffen. Ja, sie waren es.

Doch am meisten hat mich die Faszination der Kirschblüte erfasst. Wenn die Schönheit der Natur ein auffallendes Accessoire trüge, so wäre es die Kirschblüte. Ein Schmuckstück der unfassbaren Vollkommenheit. Und tatsächlich zeigt sich die Schönheit erst im Meer aus Blüten und Farben.

Ein Kirschblütenwald der Pracht

Wie wollig weiche Kissen erstrahlen die Blüten an den wunderschön gewachsenen Bäumen. Üppig. Präsent. Vollkommen. Die Kirschblüte ist die Krone im Garten von Ohanami. Rosafarbene Blüten verwandeln einen Baum in eine majestätische Erscheinung. Doch nicht die einzelne Blüte macht den Baum und den Anblick erhaben. Auf meinen Reisen und Wanderungen durch das Kirschblütenmeer war es vor allem die Masse, die mich begeistert hat. Ein Baum mit seinen Blüten ist schon prächtig, erhaben und wunderschön anzusehen. Aber erst die Fülle an Bäumen zeigt sich als Farbenspiel im Gartensein. Je üppiger die Baumkultur ausgeprägt war, desto wallender ward mein erlebtes Gefühl ob der Schönheit der Gärten. Dabei war es mir egal, ob die Kirschblüte geballt an einem Ort, oder verstreut sich im Wasser, im Bambus und von Steinen umsäumt gewesen war. Die Kirschblüte – eine prachtvolle Erscheinung.

Meine Reise zum Feste

Meine Reise in die Gärten war eine wunderbare Erfahrung, und noch nach meinem Besuch musste ich lange Zeit an die Erlebnisse zurückdenken. In mir kam immer wieder der Wunsch auf: Ich will da noch einmal zurück. Ich möchte noch einmal die Gärten sehen. Ich möchte noch einmal im Garten verweilen und spielen.

Allerdings habe ich meine Reise fast isoliert und getrennt von anderen Reisenden erlebt. Auch wenn ich nie alleine war am Reiseweg durch die Gärten, so war mein Erlebnis beinah solitär. Zwar schaute ich mal ab und an, wie meine Mitreisenden ihre Gärten erlebten, aber so richtig interessiert war ich gar nicht an deren Erlebnissen. Meine Gartenerlebnisse waren viel interessanter, ja ausschlaggebender. Dennoch fand ich dieses alleinige Lustwandeln nicht unangenehm. Ganz im Gegenteil. Ich genoss die Zeit des Wandelns, des Gartenbaus, der Ohanami-Erlebnisse. Eine Reise, die ich gerne noch einmal antreten möchte.

Lecker

  • Wunderschön gestaltete Karten
  • Spielt sich leicht und flockig
  • Eigentlich passen immer alle Karten - geringe Frustration

Pfui

  • Auf meine Mitspielenden achte ich fast gar nicht
  • Eher solitär, als ein Zusammenspiel

Fazit

Funfairist lustwandelt heraus

Ohanami ist ein sehr schönes und unterhaltsames Kartenspiel, wie es nur Steffen Benndorf erschaffen haben kann. Ganz der Gewohnheit lassen wir Karten auf- und absteigen, beachten dabei keine Einsortierungen und draften dabei auf erfrischender Art und Weise. Auch wenn man fast solitär vor sich hinspielt, so schielt man dennoch ab und zu nach links und rechts. Richtig Einfluss nehmen kann man nicht wirklich. Aber schlimm ist das auch nicht. Stattdessen erfreut man sich seiner Auslage und ist hier und da ganz happy, wenn manch Karte fast perfekt in die eigene Auslage passt. Herzlichen Dank an den NSV, die uns das Spiel zur Verfügung gestellt haben. Ein sehr schönes Spiel.
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