The Magnificent

Brettspiele Frittenrezensionen
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Gute Fritte

Herzlich Willkommen, meine Damen und Herren!

Verehrte Damen, verehrte Herren, herzlich Willkommen im Frittenzirkus!

Betreten Sie die Manege und erleben Sie die Faszination der frittesquen Zirkuskünste. Wir ziehen hier Hüte aus Fritten … ähm. nee Fritten aus Hüten! Wir lassen Fritten verschwinden, wir zaubern Fritten aus heißem Fett.

Hier erwartet Sie eine Vorstellung, wie Sie sie noch niemals gesehen haben! Wahnsinnige Artisten, hübsche Poster und die besten – nein, allerbesten – Tricks, die man sich nur vorstellen kann!

Kaufen Sie noch schnell überteuertes Popcorn und ein viel zu süßes und zu teures Softgetränk an unserer Theke, an der das sehr langsame aber ebenso freundliche Servicepersonal auf Sie wartet!

Der nächste Stop führt sie zu unseren Kartenabreißern. Noch nie in ihrem Leben haben Sie erlebt, wie SO Eintrittskarten entwertet wurden. Sie werden es ihr Lebtag nicht vergessen.

Und dann: Nehmen Sie Platz!

Sie haben mehr Platz, als im Flugzeug und weniger, als auf Ihrer Couch. Ein bisschen wie bei der Bahn in der ersten Klasse –  aber glauben Sie ja nicht, dass wir mit Gratisschokolade rumkommen!
Fühlen Sie sich wohl, doch seien Sie sich sicher: Eine Person aus dem Publikum wird grundsätzlich immer ausgewählt, um auf die Bühne zu kommen und ein Teil der Show zu werden.

Ob Sie es vielleicht sein werden?!

Sie schauen schüchtern weg, wenn der Moderator geraden Schrittes auf Sie zu kommt?

Sehr gut, dann weiß er ja, wie groß Ihre Lust des Mitmachens ist – herzlichen Glückwunsch – Sie sind nun Teil der Show!

Was redet Kaddy da?

Naja, ich wollte euch von The Magnificent erzählen – und das ist ein Spiel im Zirkus. Und ich selbst bin großer Zirkusfan, was sicherlich auch meiner anderen Leidenschaft neben dem Spielen zu verdanken ist (dem Jonglieren nämlich).

In The Magnificent müssen wir uns um ziemlich viele Bereiche des Zirkuswesens kümmern: Wir gehen auf Reisen,  um an unterschiedlichen Orten auftreten zu können. Wir üben natürlich auch Tricks, damit es eine geile Show wird. Dann wollen wir auch Werbung machen, damit die Leute überhaupt wissen, dass der Zirkus in der Stadt ist. Wir können Trainer anheuern und auf dem Festplatz unsere Zelte aufspannen. Wer es am Ende schafft, die meisten Tickets für seine Shows zu verticken, gewinnt das Spiel schlussendlich. Dafür brauchen wir einiges an Material, wie ihr euch vorstellen könnt und damit das auch in die Schachtel passt, haben Julia und Martin von Pegasus ein Video aufgenommen und zeigen, was wohin passt. In der ersten Auflage der Regel ist da nämlich ein Fehler passiert …

Eigentlich ist es nicht viel, was man machen muss. Umso mehr Dinge sollten aber beachtet werden, denn viele Dinge hängen voneinander ab und sollten daher gut aufeinander abgestimmt werden. Ob die Mechanismen nun so gut zum Thema passen, sei mal dahin gestellt. Ich kann aber jetzt schonmal verraten, dass mir The Magnificent gut gefallen hat und mich auch etwas – auch mit Hilfe der der richtigen Playlist 😉 – in die Zirkusplanung gezogen hat.

Im Schnelldurchlauf

The Magnificent hat auch einen Glücksfaktor und den bemerkt jeder zu Beginn seines Zuges. Jeder hat 4 Direktorenkarten, die mit einem Würfel aus dem Hauptzelt aktiviert werden (und der Bonus darf genutzt werden).
Der Würfel, den ich gewählt habe, bestimmt, welche Farbe in meinem Zug aktiv ist. Mehrere Würfel, die die gleiche Farbe bei mir haben, summieren sich im Laufe der Phasen und sorgen dafür, dass ich bestimmte Aktionen dann besser ausführen kann, weil ich stärker werde. Aber die Würfel werden erst peu a peu genommen – daher dauert es auch ein bisschen. Auf dem unteren Teil der Direktorenkarten befinden sich Wertungen, durch die ich am Ende des Spiels Tickets verkaufen kann. Das Auswählen der Würfel sollte jedoch nicht leichtfertig geschehen, denn am Ende einer Runde muss ich so viel Geld bezahlen, wie die höchste Summe der Würfel einer Farbe ist. Kann ich nicht zahlen, verliere ich Tickets. Das ist kacke, denn die brauche ich ja zum Gewinnen.

Ich kann dann auf dem Festplatz Zelte aufbauen – mit Hilfe der unterschiedlichen Puzzle-Plättchen. Welche davon ich bauen darf, hängt davon ab, wie hoch die Gesamtstärke meiner aktiven Farbe ist. Je höher, desto mehr / bessere Plättchen darf ich bauen. Dadurch kann ich Bonussymbole auf meinem Festplatz überbauen, die ich dann auch nutzen darf.

Ich kann reisen. Dabei gehe ich auf einer der drei Reise leisten entsprechend meiner aktiven Stärke und Farbe im Kreis und kriege Boni, wenn ich über Symbole hinüberlaufe.

Ich kann auftreten. Je stärker meine aktuelle Energie ist, desto mehr ausliegende Plakate darf ich erfüllen. Die geben bestimmte Dinge an, die ich haben/erfüllen/abgeben muss, um so an Tickets und Geld zu kommen.

Dann hab ich auch noch die Möglichkeit, Fähigkeiten meiner Trainer zu nutzen, die ich zum Beispiel über den Festplatz bekommen kann. Die bringen mir unterschiedlichste Verstärkungen für die gerade genannten Aktionen

Döpdöpdödlödlödödödöm

Natürlich gibt es noch viel mehr Details zum Spielgeschehen, aber im Groben habt ihr hoffentlich durch diesen knappen Überblick einen Einblick in das, was das Spiel ausmacht, erhalten. Ich muss nach links und rechts schauen, muss hoffen, dass die Würfel attraktive Augenzahlen bieten, die richtigen Farben da sind, wenn ich dran bin, damit ich dann die lukrativste (und hoffentlich klügste) Aktion ausführen kann, die mich entsprechend weiterbringt.

Am Anfang wirkt das Spiel irgendwie noch ein bisschen überladen, aber wenn man den Dreh erstmal raus hat, ist das Gameplay fluffig und flutscht auch ganz gut. Anfangs war ich abgeschreckt, weil ich bei der Schachtel und dem doch eher düsteren Layout nicht mit bunten Polyominos gerechnet habe, die ich puzzeln muss … Passt aber schon, denn ich stelle ja Zelte auf dem Festplatz auf.

Hach, ein Zirkusbesuch wäre wirklich mal wieder was Feines. Hoffen wir mal, dass das bald wieder geht …

Lecker

  • Hübsches und größtenteils hochwertiges Material gepaart mit einem (vielleicht auch erst auf den 2. Blick) fluffigen Gameplay.

Pfui

  • Die Regel hat den Einstieg ins Spiel irgendwie schwerer gemacht, als es hätte sein müssen ...

Fazit

Kaddy zaubert eine Fritte aus dem Hut.

  "Ich mag dieses Spiel und finde es optisch ansprechend. Das Material ist hochwertig, wenn man mal von den Karten absieht, die durchaus etwas dicker hätten sein dürfen ... Das Thema finde ich großartig, ich mag die Bilder und den Flair, der wenigstens ein bisschen aufkommt. Die Vermischung der Mechanismen - hier beziehe ich mich auf das Plättchenlegen in diesem Setting - mag anfangs gewöhnungsbedürftig sein (war es ja auch für mich) und wirkt erstmal merkwürdig. <> Trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen? Ich weiß es nicht genau ...) macht The Magnificent Spaß. Man sollte hier seine Züge gut planen - im besten Fall auch schonmal darüber nachdenken, welchen Weg man in den folgenden Zügen einschlagen möchte, um so dann möglichst viele Tickets zu generieren. Daher gibt´s von mir eine Gute Fritte!"
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