Don Carlo

Frittenrezensionen Kartenspiele
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Gute Fritte

Don Kaddy …

Ach nee, Don Carlo. Es geht nicht immer um mich! 😉 Ich wollte euch heute mal von Don Carlo aus dem moses. Verlag erzählen. Mein Codename für diesen Bericht lautet AAgent 52339. Warum das wichtig ist, werdet ihr bald verstehen.

Ich erzähl euch erstmal, worum es geht.

Jeder von uns verkörpert den Ratgeber einer einflussreichen Familie und wir sind … äh. Waschbären und Füchse. Oder so ähnlich. Spielt aber für´s Spiel keine Rolle, ob wir Elefanten oder Füchse sind. Wir schicken Agenten in unterschiedliche Länder, um zu punkten. Die Agenten tragen aber Geheimcodes als Namen … und die bestehen aus den Zahlen 0 bis 6, die wir als Handkarten auf den Tatzen halten. Wer dran ist, spielt 1-4 Handkarten aus, die in der Summe eine Zahl ergeben müssen, die einem Land entspricht, das ausliegt. Die Karten müssen aufsteigend aufgereiht werden und der Agent darf nur in das Land, wenn noch niemand mit dem gleichen Namen dort ist.

HÄ??

Naja. Ich spiele die Karten 0, 3, 2 und 1 aus meiner Hand aus. Die muss ich wie folgt sortieren: 0 – 1 – 2 – 3. 0123 ist der Name  meines Agenten, den ich nach Absurdistan schicke (denn das Land trägt die Nummer 6). Wenn noch niemand vor mir 0123 dort angelegt hat, darf ich dahin und kriege einen Punkt für jeden, der da ist (inklusive mir). Danach krieg ich wieder neue Handkarten.

Warum tu ich das? Ich will viele Punkte haben. Jedes Mal, wenn ich einen Agenten in ein Land schicke, gibt´s Punkte. Je mehr schon da sind, desto mehr Punkte gibt´s für mich. Ich möchte aber vor allem auch dafür sorgen, dass ich am Ende Mehrheiten in einem Land hab (also da am meisten MEINE Agenten sind), denn dann kontrolliere ich das Land und kriege die Punkte ( = die Zahl auf dem jeweiligen Land).

Es ist ein ewiger Kampf zwischen: “Wenn ich nach Chaotanien gehe, dann krieg ich viele Punkte, weil da schon viele Leute sind. (Hier habe ich aber vielleicht keine Chance mehr auf die Mehrheit, später.)” und: “Wenn ich aber in ein anderes Land gehe, könnte ich da später die Mehrheit bekommen, dafür aber jetzt beim Eintritt in das Land nicht so viele Punkte.” Naja, und dann hängt das, was ich machen kann, ja natürlich immer noch davon ab, welche Karten auf meiner Hand sind und wie ich wieviele ausspielen kann, damit die Summe zu einem Land passt, in dem noch kein Agent ist, der den gleichen Geheimcode trägt.

Ja genau.

Und das ist für mich auch der Dreh- und Angelpunkt des Spiels, die Frage: Wann bin ich am besten gierig? Konzentriere ich mich auf die anderen, um da oder hier noch eine Mehrheit zu zerstören, oder zieh ich mein Ding durch, ohne nach links und rechts zu gucken? Wie kann ich meine Handkarten kombinieren, um ein Agent zu sein, der noch nicht da ist, wo ich hin möchte?

Die Karten auf meinen Händen bestimmen mein Schicksal. Naja, auch die Mitspieler und die Karten, die ich schon gespielt habe. Aber ich habe keine andere Chance, als das, was ich hab, möglichst sinnvoll zu nutzen.

Übrigens – hier könnt ihr euch bei moses. die Regeln anschauen.

Don Carlo ist ist ein kleines, flotten Kartenspiel – was für zwischendurch. Ich würde dieses Spiel nicht mehr als 2 Mal hintereinander (also an einem Abend) spielen, weil ich irgendwie das Gefühl habe, dass es sich so anfühlt, als würde ich immer wieder das gleiche machen. Auch, wenn dem natürlich nicht so ist. Ich hab immer andere Handkarten, ebenso wie meine Spieler, was natürlich auch für unterschiedliche Agenten in den Ländern sorgt. Und somit auch für immer unterschiedliche Partien. Allerdings fühlt sich das vom Spielen her so leider nicht an, was ich schade finde.

Allgemeinbildung

Wusstet ihr, dass die Hauptstadt von Chaotanien Al Mond heißt? (ich mag Wortspiele!). Oder dass die Nationaltiere von Schwadronien Hasen sind und die Hauptstadt Pala Ver heißt? 😉 Das sind unterhaltsame Details, die ich mag. Ansonsten haut mich Don Carlo allerdings nicht vom Hocker. Das ist total solide und ich glaub, die meisten mögen das – aber man liebt es nicht. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass alle Freude an dem Spiel hatten, aber keiner geschrien hat, wenn ich es weggepackt habe. Ein Nice-to- aber kein Must-Have.

Lecker

  • Ich mag die Details in den Ländern.
  • Wenn man wirklich jedes Mal Agent 123 nach Absurdistan mit Ansage schickt, ist die Unterhaltung am Tisch amüsant.

Pfui

  • Auch, wenn keine Partie ist wie die andere, fühlt es sich für mich an, als würde ich immer wieder das gleiche tun.
  • Das Design hätte noch ein paar Details - wie man es sonst von moses. kennt und liebt - vertragen können.

Fazit

Geheimaagent 52339 meldet sich zurück.

  "Danke ans Team vom moses. Verlag, weil sie uns Don Carlo für die Rezension gestellt haben. Für mich ist Don Carlo eine Gute Fritte - allerdings mit einem Minus dran. Ich mag die kleinen lustigen Details, die sich im Spiel verstecken und ich mag auch das Geplapper am Tisch, wenn alle ihre Agenten losschicken. Das ist schnell erklärt und schnell gespielt, jedoch fehlen mir irgendwie die "Überraschungsmomente", weil ich schnell das Gefühl hatte, das Spiel schon durchweg erkundet zu haben. Das ist schade und sorgt für das Gefühl, das ich schon erwähnt habe: Ich hab irgendwie das Gefühl, immer wieder das gleiche zu tun, wenn ich eine weitere Partie spiele, obwohl die Gegebenheiten andere sind, als sie es sonst waren. Nunja, es erfüllt das, was es erfüllen soll, denke ich. Allerdings - wenn ich ehrlich sein soll: Mir fallen ad-hoc mindestens 3 andere Kartenspiele in dem kleinen Format ein, die ich eher auf den Tisch bringen würde, als Don Carlo. Wer aber was Kleines für Zwischendurch sucht (auch für Wenigspieler), kann durchaus mal einen Blick auf Don Carlo werfen. "
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