Frittenplausch mit Anita Landgraf von White Castle

Duuuu, Anita, sag mal …

Liebe Frittenplauschfans,

es ist wieder soweit: wir haben uns einen neuen Gast geangelt.

Heute ist mal wieder Frauenpower an der Frittenplauschfront angesagt. Wir haben Anita Landgrad von der White Castle Games Agency Löcher in den Bauch gefragt – nur für euch! Nein, stimmt nicht. Auch für uns, weil wir neugierig waren und unseren Wissensdurst stillen wollten. Das könnt ihr nun auch tun! Erfahrt hier heute mehr über das, was Anita in Österreich (sprich: eestrach) so macht, und was man in österreichischen Pommesbuden am besten kauft. Und dann isst. Klickt rein!

Wisst ihr noch, damals, als wir Sophia interviewt haben? Nein? Wisst ihr nicht? Na, dann lest nochmal nach!
Aber was ich eigentlich sagen wollte: Sophia hatte uns Anita Landgraf als nächste Frittenplauschgästin empfohlen. Das haben wir uns natürlich nicht 2 Mal sagen lassen und haben Anita kontaktiert. Und zack! Hier könnt ihr jetzt schon das Ergebnis finden.

Damit ihr wisst, wer Anita so ist und was sie so tut, hier einmal ein paar kurze Infos darüber.

Erstmal vorab:

Anita liebt Spiele. Ihr Team in der White Castle Games Agency genauso.

Anita lebt im fernen Österreich und führt seit 2011 die Spieleagentur White Castle Games in Wien. Die Agentur ist eine Schnittstelle zwischen sowohl angehenden als auch bereits etablierten SpieleautorInnen und Spielverlagen.

Dort wird unter anderem klassische Agenturarbeit geleistet, indem Ideen von Kreativen an Produzenten vermittelt werden. Das greift natürlich in beide Richtungen. Auch Verlage können auf Anita und ihr Team zukommen und Briefings schicken oder konkret anfragen, ob für Thema/Genre XY gerade etwas im Portfolio der Agentur vorhanden ist oder aber, ob vielleicht einer ihrer Autoren sowas entwickeln kann.

Besonders interessant ist, dass Anita & Co häufig auch den kreativen Prozess mitgehen. Spielideen werden ausgiebigst durch sie getest oder aber sie werfen konzentrierte Augen auf Testgruppen, die eben die Spiele testen. So können Autoren ausführliches Feedback und auch noch ein paar Anregungen erhalten, wie ein Spiel noch verbessert und marktfähiger gemacht werden könnte.

Und jetzt: Matz ab für den Frittenplausch!

Liebe Frinita, äh … Anita,

voll super, dass du uns auch zum Frittenplausch virtuell besuchst. Wir freuen uns sehr, dass du dabei bist! Und: Super Frittenbart! ?

Da wir viele Fragen an dich haben, fangen wir direkt mal an. Zuerst einmal zu dem, was ihr bei White Castle so tut.
Auf eurer Internetseite findet man einige potentielle Zielgruppen bzw. Zielpersonen, die ihr direkt ansprecht.

„Für Autoren: Wir sichten, prüfen und vermitteln Ihre Spielideen.“ Das heißt, jeder angehende Spieleautor kann euch seinen Prototypen schicken und ihr schaut dann, ob man daraus was machen kann?

Anita: Ja, dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

Wer die Möglichkeit hat nach Wien zu kommen, kann an unserem montäglichen Autorenstammtisch teilnehmen. Da testen wir Prototypen im Kreis lokaler Spieleautoren (z.B. Alexander Pfister oder Andreas Pelikan) und arbeiten auch intensiv an den Spielen.

Oder man kann uns ein Spiel in einem Einzeltermin vorstellen. Entweder auf einer der Messen bzw. anderen Spieleveranstaltungen, die wir besuchen. (z.B. „Spiel“, Spieleautorentreffen Göttingen oder Spielwarenmesse Nürnberg, aber auch jedes Jahr zumindest 1 Veranstaltung außerhalb des deutschen Sprachraums). Oder in unseren Sprechstunden in unserem Büro im MQ (Mittwoch 17-20:00 und Donnerstag 10-12:00). Terminvereinbarung in beiden Fällen sinnvoll!

Auf unserer Website kündigen wir an, an welcher Frittenbude man uns demnächst antrifft.

Und dann kann man uns auch noch Prototypen zuschicken. Die testen wir gegen eine Prüfgebühr von 65€ (zzgl. Rücksendepauschale, wenn der Proto retourniert werden soll). Für das Geld kriegt der Autor dann einen umfangreichen Bericht unserer Tests, eine Einschätzung der Marktchancen und ev. Verbesserungsvorschläge.

Wieviele Spiele werden euch durchschnittlich denn so zugeschickt?

Anita: Über das gebührenpflichtige Prüf-System kriegen wir statistische 1,5 Spiele pro Woche. Am Stammtisch seh ich wahrscheinlich im Schnitt auch 1 neue Idee pro Woche. Und dann kommen nochmal die Spiele von Messen dazu und e-mail anfragen usw. Einfach zusammengefasst: Im Schnitt stellt man uns jeden 2. bis 3. Tag eine neue Spielidee vor.

Habt ihr da auch schon mal einen richtigen Knaller bei gehabt, den ihr super weitervermitteln konntet?

Anita: Klar. „Coconuts“ von Walter Schneider (auf dt. bei Pegasus „Crazy Coconuts“) ist bei BGG Platz 1 der Kinderspiele. Und ganz aktuell rangiert „Game of Quotes“ auf Amazon auf den ersten Plätzen der Spielwaren. Eine interessante Ko-Autorenschaft von Johannes Krenner, Martin Pflieger und Marc-Uwe Kling, erschienen bei Kosmos. „Zum Kuckuck“ von den katalanischen Autoren Josep M. Allué & Viktor Bautista i Roca (Haba) wurde in Cannes zum besten Kinderspiel 2017 in Frankreich gekürt. Und finanziell ist eine Scrabble Variante wie „Scrabble Speed“ von Veronika und Sebastian Meyer (Mattel) natürlich eine feine Sache.

„Für Verlage: Wir vermitteln die richtigen Ideen für Ihr Programm.“ Ihr arbeitet ja mit `ner ganzen Menge großer Verlage zusammen, u.a. mit Hasbro, Pegasus und Kosmos. Was genau tut ihr für sie?

Anita: Für Hasbro sind wir ganz konkret „Broker“. Das bedeutet wir screenen unaufgeforderte Spiele-Einsendungen und sortieren aus, was für Hasbro interessant ist und was nicht. Die „Leider-Nicht-Hasbro-Kandidaten“ dürfen wir aber auch an andere Verlage weitervermitteln – sofern sie für andere Verlage interessant sind.

Bei den anderen Verlagen ist das Verhältnis etwas loser. Allgemein wissen die Verlage, dass wir ihnen Spielideen anbieten, die grundsätzlich zu ihnen passen könnten. Sie kriegen also in einem Termin mit uns kompakt und gezielt ausgewählt solche Spielideen. Als Teil unserer Messevorbereitungen screenen wir die letzten Veröffentlichungen bzw. Ankündigungen all unserer Verlagstermine und überlegen wie unsere Spielideen in dieses Portfolio reinpassen können.

Und wenn ein Verlag mal dringend was ganz Bestimmtes braucht, kann man uns wie gesagt auch gezielt anschreiben. Wir haben laufend ein Portfolio von ca. 80 fertigen Prototypen und natürlich immer Spiele in Arbeit. Das bedeutet wir können gezielt die eine oder andere Spielidee pushen, wenn uns die Verlage sagen, dass es da Bedarf gibt.

„B2B: Wir entwickeln und realisieren Spielideen nach Wunsch für Ihr Unternehmen.“ Ich kann also mit meiner Firma XY, die Biomilch herstellt, zu euch kommen und sagen: „Ich wünsche mir ein Workerplacement auf einem Bauernhof, bei dem der Spieler, der am Ende des Spiels die meisten Liter Milch gezapft hat, gewinnt.“ Und dann entwickelt ihr ein entsprechendes Brettspiel?

Anita: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Betreiber eines Unternehmens den Begriff „Workerplacement“ kennt ist sehr gering. Aber ja, das geht. So ähnlich passiert das dann auch. Erst kürzlich hab ich so eine Anfrage bekommen: „Wir hatten gerade ein Meeting mit unserem Tourismusverband XY und da kam die Idee auf, dass wir doch auch ein Spiel machen könnten. Macht Ihr sowas..?“

Meistens sind die Wünsche etwas allgemeiner. Bei Unternehmen geht es natürlich meist um die Message, und dass die einer bestimmten Zielgruppe vermittelt wird. Wir versuchen diese Aufgabe zu erfüllen und gleichzeitig ein lustiges Spiel zu kreieren, das vielleicht sogar einen Widerspielreiz hat. (Was ja bei Werbespielen nicht immer unbedingt der Fall ist.) Wobei, da muss ich mich korrigieren: Wir entwickeln das für gewöhnlich nicht alleine, sondern engagieren dafür einen Spieleautor.

Die Biomilch-Firma muss also bereit sein ein entsprechendes Honorar für die Spielentwicklung (und die Illustration/Graphik und die Produktion) zu bezahlen. Dafür kriegt sie dann auch ein geiles Ding von einem hervorragenden Spieleautor.

Spielst du in deiner Freizeit auch Brett-/Karten-/Würfelspiele oder gibt´s da andere Hobbies, denen du nachgehst?

Anita: Jaaaaa! Ich spiel voll gern in meiner Freizeit. Ich hab schon auch andere Hobbies, spiele (!) z.B. noch in der Band „the nOSE“. Aber spielen geht eigentlich immer. Find ich.

Welche 3 Spiele würdest du mit auf eine einsame Insel nehmen? Genug Freunde dürftest du natürlich auch mitnehmen. ?

Anita: Tichu, Battlestar Galactica – The Boardgame, Der große Wurf

 … und welches Spiel würdest du am liebsten in kochendes Frittierfett tauchen, damit du es niemals wieder spielen müsstest?

Anita: Talisman (Sorry, Leute. Ich hab es in den 90ern auch gern gespielt. Aber das geht heut echt nimma!!)

In welchem Spiel würdest du gerne einmal 24 Stunden in real verbringen, wenn du es dir aussuchen dürftest und warum?

Anita: D&D. Also, im Rollenspielsystem. Mit meinem alten Bardencharakter. Eine Halbling-„Bardame“ um genau zu sein mit Charisma 19. Hat jedenfalls mal einen Steinriesen davon überzeugt, dass wir die überhaupt mächtigsten Zauberer der Welt sind und er sich besser „schleichen“ (= wienerisch für verkrümeln) sollte.

Danke 20! ?

Da wär ich gern dabei gewesen.

Was bestellst du, wenn du in eine Pommesbude gehst?

Anita: Eine Käsekrainer mit süßem Senf und Brot.

Wen sollten wir deiner Meinung nach auf jeden Fall einladen, einer unserer nächsten Frittenplauschgäste zu sein?

Anita: Ich will jetzt keinen Ösi-Thread auslösen. Aber mir fällt gleich der Spiele-Illustrator Klemens Franz ein. Der ist ja verantwortlich für die Gestaltung von „Agricola“ und hat vielleicht auch ein paar gute Ideen für das Biomilch-Workerplacement-Spiel im Petto.

Und nun heißt es: Sekt oder Selters – bitte entscheide dich spontan für eine der beiden Möglichkeiten ?

Mayo oder Ketchup?

Anita: Ketchup

Zombieapokalypse oder Liebesgeschichte?

Anita: Zombieapokalypse

Sonne oder Mond?

Anita: bei Tag: Sonne, bei Nacht: Mond

Fenster auf oder Fenster zu?

Anita: Auf!

Salat oder Pommes?

Anita: Salat. (Sorry)

Kugelschreiber oder Tastatur?

Anita: Kugelschreiber

Kaffee oder Tee?

Anita: morgens Tee, dann Kaffee

Hund oder Katze?

Anita: weder noch

Pink oder schwarz?

Anita: schwarz

Liebe Anita, super, dass du dir für uns und unsere Leserinnen und Leser Zeit genommen hast. Vielen Dank dafür!! ? Es war uns eine große Freude!

Und ihr, liebe Frittenplauschfans, hattet hoffentlich wieder Spaß mit diesem Frittenplausch und freut euch schon auf´s nächste Mal. Wehe, wenn nicht … ?

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