HILO

Frittenrezensionen Kartenspiele
7

Superfritte

Bitte keine Punkte

Ich spare mir die Worte, die schon so viele geschrieben und Vergleiche zu Skyjo begangen haben. Ich mache es ganz kurz: Hilo IST Skyjo und damit basta. Schmidt Spiele werden jetzt bestimmt wieder mit den Augen rollen und die an den Haaren herbeigezogenen Unterschiede nennen wollen, aber egal. Ich schaue auf Hilo, auch wenn es in einem sehr bekannten Kostüm erscheint, vollkommen losgelöst, denn wer ein echt gutes und kurzweiliges und amüsantes und generationsübergreifendes  Kartenspiel spielen will, kann hier ohne mit der Wimper zu zucken zugreifen. Ich feiere Hilo von Eilif Svensson & Knut Strømfors sehr.

In den Himmel hoch hinaus und ganz nach unten

Als ich vor mehr als einem Jahr Skyjo kennen gelernt habe, war ich begeistert, wie viel Spielspaß in diesem kleinen Kartenspiel steht. Einfach wenig Punkte haben, immer wieder Karten eintauschen, umtauschen, aufdecken und sich soooo oft ärgern. Selten, dass ich bei einem Spiel so oft geflucht habe, und mich ebenso freute, wie bei diesem Spiel. Für mich ist klar: Skyjo ist Pflicht und gehört in jede Spielesammlung.

Aber nicht so markenstark kann Magilano aufwarten, weshalb ich doch echt dankbar über Schmidt Spiele bin, die nun Hilo rausgebracht haben. Hilo ist im Prinzip genau das Gleiche wie Skyjo und damit einem viel größeren Markt offen. Na klasse, ich denke da vollkommen und ausschließlich jetzt an die Konsument*innenseite: Endlich kann jede*r sich das Spiel in den Schrank stellen. Und ganz ehrlich: Sollte man auch.

Hilo ist so einfach und so genial, dass es eine Freude ist, es zu spielen. Karten liegen verdeckt aus, nach und nach deckt man sie auf, und am besten tauscht man große Zahlen in kleine Zahlen aus, denn Ziel ist es: Wenig Punkte zu haben. Wer die 99 Punkte knackt, hat auf jeden Fall verloren. Also: Mission lautet „wenig bis keine Punkte“.

Das ist leichter gesagt, als getan, denn oft hört man ein Fluchen von den Tischen, die liebend gerne eine sehr niedrige Zahl, nehmen wir mal ne Null, gegen eine höhere Zahl, zum Beispiel ne vier eintauschen. „Ahhhhhh!“, brüllt es da vom Tisch.

Ja, das passiert bei Hilo oft. Ungesehene Karten abwerfen, und damit dem Nachbarn helfen. Aber denen geht es nicht besser. Die schnappen sich die Null, nehmen diese, tauschen sie mit einer unbesehenen Karte aus, und werfen dann eine -1 ab – sehr geil für die eigene Schadenfreude.

Hilo ist spannend und süchtig machend. Bei einer Runde blieb es bei mir und uns nie. Ein: „Noch ne Runde, und noch eine, und noch eine …“ waren nicht selten. Das muss ein Spiel erst mal schaffen.

Wobei ich hier sagen muss, dass unsere Partien nie unter 20 Minuten geblieben sind. Da stimme ich mit der Schachtelangabe nicht überein. Hilo kann auch mal ganz gerne die 30 Minuten oder mehr knacken.

Darf man das?

Wie schon anfangs geschrieben, ich will gar nicht über Vergleiche schreiben, mich auslassen über „darf man das und darf man das nicht“. Ich schätze Schmidt Spiele haben sich hier sehr gut beraten lassen, was erlaubt ist, und was nicht. Stattdessen will ich eher die Ausgangsfrage „darf man das“ ergänzen: „Darf man dieses Spiel ungespielt und unbekannt im Regal stehen lassen?“ Ich sage: NEIN! „Hilyjo“ ist so genial und erfüllt für mich alle Anforderungen an ein Spiel, die es haben muss, um mit jung und alt, erfahren und neu, hochgebildet und schlicht, binär und divers, etc. zu spielen. Ich finde diesen so einfachen Mechanismus so genial und herausragend, dass ich ein riesiger Fan bin. Klar höre ich jetzt die Kritiker*innen, die Biberbande, Cabo und so weiter mit reinwerfen, aber darauf will ich jetzt gar nicht eingehen. Auch Hilo beweist, wie wundervoll emotional und spaßig Spiel sein kann. Und damit der Aufruf an die Welt: Wenn ihr Menschen für Spiel und spielen begeistern und zusammenbringen wollt, spielt Spiele, wie zum Beispiel Hilo. Die erreichen so viele Menschen. Einfach fantastisch.

Lecker

  • Generationsübergreifend und für alle spielbar
  • So leicht und so emotional
  • Und noch ne Runde - Suchtgefahr

Pfui

  • GEKLAUT! Bah! Copy Paste! Gutenberg! Pfui!

Fazit

Funfairist hüpft hoch und runter

An sich würde ich eine sofortige absolute Superdupermegafritte geben, und das ist das Spiel(Prinzip) auch, aber aufgrund der sehr nahen Anlehnung an Skyjo bleibe ich mal bescheiden und vergebe eine Superfritte. Bei mir kann Hilo immer und ständig auf den Tisch kommen, habe ich nichts gegen. Ein ganz großartiges Spiel. Herzlichen Dank an Schmidt Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
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