Kuala

Brettspiele Frittenrezensionen
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Gute Fritte

Ich bin die krasse Kaddy.

Und ich kann jetzt mit der einfühlsamen Eika, dem muskulösen Max, dem flinken Felix und der schlauen Sophie in den Urlaub fahren! Geilo, oder?

Naja, das wollen wir erstmal sehen, denn auf unserem Trip auf die Inseln kann es auch durchaus auch ein paar Problemchen geben – welcher Ausflug verläuft schon ohne Komplikationen?! Aber das Gute ist ja, dass jede(r) von uns irgendwas besonders gut kann, das uns dann in verschiedenen Situationen irgendwie weiterhilft. Bestimmt.

Keine Sorge, ich erzähle hier nicht von meinen neuen Freunden und unserem Wochenendausflug, sondern von den Begleitern aus Kuala, dem Comic-Abenteuer-Helden-Vorlese-Rätsel-Spiel von Pegasus Spiele, die uns das Spiel lieberweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Was passiert da?

Eine ziemlich coole Idee hatte Shuky, der Autor, da auf jeden Fall. Rätsel-Spiele sind ja bekanntlich gerade in. Comics werden nie out (oder?). Kuala ist quasi die Verbindung dieser beiden Dinge: In der Schachtel stecken 4 Hefte, für jeden der 4 Helden eines. Man könnte vermuten, dass hier auch rollengespielt werden muss, aber viel mehr, als seine Stimme beim Vorlesen zu verstellen ist bei Kuala eigentlich nicht nötig.

Dann gibt es noch eine Landkarte und die Spielregel, die gleichzeitig auch den Abenteuerbogen darstellt, auf dem wir alles mögliche und nötige notieren, was wir so auf unserer Reise finden. Denn natürlich gehen wir nicht einfach so spazieren, wir wollen auch abräumen. Daher gehen wir an Rubinen, Perlen und Skulpturen natürlich nicht einach so vorbei, nein, wir lassen sie schön innerhalb von 5 Abenteuertagen in unsere Taschen wandern. Also, wie ihr seht. Ihr spielt GEMEINE KINDERDIEBE!!!! 😉

Im Original heißt das Spiel übrigens “The Crusoe Crew” – ich nehme an, Alliterationen sind A und O dieses Spiels – und zwar von Anfang an gewesen 😉 Kuala bedeutet übrigens folgendes: “Kuala ist eine indonesische sowie malaiische Bezeichnung für eine Mündung, einen Zusammenfluss oder einen Ästuar. Mit dieser Bedeutung ist es häufiger Namensbestandteil von Städten in Indonesien, Malaysia und Brunei.

Gern geschehen.
Weiter im Text.

Grundsätzlich funktioniert das ganze so, dass wir auf einer der Inseln starten und uns durch die Hefte arbeiten. Wenn zu viert gespielt wird, sind alle 4 Charaktere im Spiel – was durchaus hilfreich sein kann. Wie schon gesagt kann jeder etwas bestimmtes gut:

Eika kann mit Tieren reden und hat einen Panther, der gut riechen kann,
Felix ist wendig und kann gut klettern, kriechen und ist körperlich einfach ziemlich fit,
Max ist stark und kann Dinge zerstören und tragen und Schlösser öffnen,
Sophie ist Rätselexpertin, kann viele Hinweise sammeln und weiß ihren IQ gut einzusetzen.

Je mehr Leute also unterwegs sind, desto mehr Know-How trifft auf die Rätsel. Man kann aber auch mit weniger Menschen spielen. Dann kann es nur eben sein, dass man an gewissen Stellen gewisse Dinge nicht finden wird.

Die Bücher sind so aufgebaut wie eine Mischung aus einem ungeordneten Comic und einem Abenteuerbuch. Immer wieder sind Zahlen versteckt, die man erkennen sollte, um in dem entsprechenden Abschnitt weiterzulesen. Dann ist es aber auch manchmal so, dass nur einer der Charaktere in einem Abschnitt eine Zahl sieht, die anderen haben in demselben Abschnitt keine versteckte Zahl in ihrem Heft. Das bedeutet, dass hier die besondere Fähigkeit desjenigen Charakters angespielt wird, der die Ziffer sehen kann. So sitzt man also gemeinsam auf der Couch, liest sich aus den Büchern vor und entscheidet gemeinsam, wo es hingehen soll….

Erfahrungen und Entscheidungen

Kuala ist eines der Spiele, das man nicht am Tisch spielen muss. NEIN! Man kann es sich mit seinen Freunden seeehr gemütlich auf der Couch machen und gemeinsam in und aus den Büchern lesen. Wichtig ist, dass jeder immer das kundtut, was er bei sich sieht, damit man gemeinsam überlegen kann, wie es weitergeht.
Gemütlich ist es also schonmal.
Aber ist es auch gut?

Ich habe extra eine Viererrunde auf mein Sofa eingeladen, weil ich Kuala im ersten Versuch direkt in voller Besetzung spielen wollte. Laut Schachtel dauert so eine Partie 45 – 60 Minuten. Naja … Oder auch knapp 3 Stunden in unserem Fall! Gut, wir haben auch wirklich den Gemütlichkeitsmodus so weit wie möglich nach oben geschraubt … aber 45 Minuten?? Niemals.

Und wir hatten auch direkt mehrere Probleme: Wir kamen in gewissen Situationen einfach nicht weiter – aber es gab keine Möglichkeit, an Hinweise zu kommen, um weitermachen zu können. Die Lösungen, die man sich inzwischen auf der Pegasus Website anschauen kann, waren damals noch nicht auffindbar. Zumindest nicht an dem Tag, an dem wir gespielt haben. In der Schachtel selbst gibt es keine Hilfe-Karten oder sonst was … und irgendwas hat uns gefehlt, weswegen wir ewig lang an einer Sache festhingen … Gemütlichkeit hin oder her – genervt waren wir also schonmal.

Wir sind dann einige Schritte zurück gegangen, um neuen Anlauf zu nehmen – aber auch das hat nicht funktioniert, weswegen wir das Ganze dann irgendwann abgebrochen haben … Das war ganz schön enttäuschend, denn sowohl das Design, die Ideen und auch die anderen Erfahrungen, die ich gehört hatte, haben ein völlig anderes Spielerlebnis versprochen … Das konnte ich also nicht auf mir sitzen lassen … Ich wollte Kuala mögen!

Neuer Versuch

Ich hab´s dann nochmal in kleinerer Konstellation (zu zweit) versucht und kann direkt vorwegnehmen: Das war viel besser. Es war etwas geordneter, es wurde nicht durcheinander gequatscht, Entscheidungen konnten schneller getroffen werden. Klar, wir haben gewisse Dinge nicht gefunden, weil nur 2 der 4 Charaktere im Spiel waren, aber es hat um Längen mehr Spaß gemacht.

Auch hier haben wir uns zwischendurch mal vor Situationen gesehen, die wir nicht “einfach so” auflösen konnten, sondern deren Lösung wir uns anschauen mussten. Das war aber okay, denn die Lösungen liegen online in einem hübschen, ungestylten, weißen PDF bereit ;-). Wir haben uns schnell davon gelöst, auf Zeit zu spielen. Die Schätze haben wir zwar notiert, aber die waren irrelevant für unser Spiel. Wir haben uns vielmehr auf das Durchspielen der Comics konzentriert, es uns gemütlich gemacht und die Inseln erkundet. Wenn wir irgendwannn am Ende des Erzählstrangs waren, haben wir die Insel einfach nochmal auf einem anderen Weg untersucht.

(Wer wenig spielt und Kuala in den Händen hält, wird vielleicht etwas verwirrt sein. Es gibt immer mal wieder Symbole über den einzelnen Bildern, die nirgendwo erklärt werden. Im Endeffekt sieht es so aus, als wären sie nur da, um 2 Bilder zusammengehörig zu markieren. Wenn ich also das Bild mit dem Herz lese, von dort zu einer Zahl weitergehe und dort ist auch ein Herz, dann weiß ich, dass ich richtig bin. Da das allerdings nicht erklärt wird, rätselt man am Anfang schon ein bisschen darüber.)

Nachträgliche Anmerkung von Kaddy: Ich wurde aus Pegasus-Reihen freundlich darauf hingewiesen, dass das totaler Blödsinn ist: Es steht in der Regel. Ich hab die Anleitung mehrfach gelesen und es nicht gefunden. Nichtmal, als ich explizit danach gesucht habe. Sorry für diese Unterstellung – es ist in der Regel vorhanden und daher kein Meckerkriterium.

Natürlich sind die Informationen über das Spiel im Allgemeinen vage gehalten, weil man das ja selbst erkunden und kennenlernen soll. Aber ein bisschen mehr Anleitung hätte an manchen Stellen sicher nicht geschadet.

Kualatastisch!

Was auch immer das bedeutet … 😉

Ich würde Kuala zu viert nicht mehr spielen. Naja, ich würd es eh nicht mehr spielen, weil ich ja schon die Geschichten kenne. 😉 Zu zweit war es fluffig, hat nicht zu lange gedauert und hat gemütlichen Spaß gemacht. Ich glaube, dass gerade jüngere Menschen mit Kuala eine Menge Spaß haben können. Auch für Erwachsene ist das gut, wenn man nur die richtigen Erwartungen hat: Wer Kuala spielen will, der sollte sich vorher schon im Klaren darüber sein, dass in den Heften nicht wirklich Rollenspiel drin steckt – das hab ich am Anfang vermutet. Natürlich ist das hier alles railgeroadet – wir lesen uns ja eine Geschichte vor und erfinden keine … Und im Endeffekt kann man so viele Durchläufe (à 5 Tage, die jeweils enden, wenn man ein bestimmtes Symbol im Heft sieht) spielen, dass man alle Optionen ausspielen kann. Kuala ist also kein Heft für eine Nacht. 😉

Lecker

  • Tolles Design, sehr süße Illustrationen
  • Comic + Spiel = Geile Idee
  • Man kann es im Liegen spielen!

Pfui

  • Keine Hinweise - kein Weiterkommen
  • Ich hab gar kein Interesse, das alleine zu spielen, da mir da der Austausch mit anderen fehlen würde.

Fazit

Kaddy killt keine Kaninchen

  "Der Start mit Kuala war leider echt nichts und es hat mich abgeschreckt, wie sich die erste "Partie" angefühlt hat: fast schon willkürlich (obwohl das ja gar nicht sein kann!?), durcheinander, hilflos. Das hat sich dann aber geändert, als ich es dann zu zweit, anstatt zu viert gespielt habe. Ich bin mir sicher, dass das mit 4 Leuten gut funktionieren KANN - aber das hat es bei uns nicht. Daher würde ich die Empfehlung aussprechen, es mit 2 (oder vielleicht 3) Leuten zu spielen. Natürlich ist dann immer dieser Gedanke "Was wäre, wenn wir Felix jetzt doch dabei hätten?" am Start, aber das lässt sich aushalten. Ein bisschen mehr an-die-Hand-nehmen für Menschen, die nicht spieleaffin sind und das hier spielen wollen, wäre nice gewesen. Gewisse Dinge haben bei uns dann nur für kurzzeitiges Schulterzucken gesorgt und waren schnell gelöst. Ich will Kuala mögen - und ich mag es auch. Aber ich würde nicht "JUHU" schreien, wenn mich einer nach Kuala fragt. Mit Kuala macht man nix falsch, wenn man ein bisschen Comicleserätselfeeling haben möchte. Wenn man aber mehr als das will, dann könnte man von Kuala auch enttäuscht werden. Daher hat´s in Summe auch "nur" für eine Gute Fritte gereicht. Der 2-Spieler-Erfahrung würde ich mehr Punkte geben, der 4-Spieler-Erfahrung weniger - von daher haben wir damit quasi den Mittelwert."
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Gute Fritte

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