Die Dritte Fritte: So Kleever!

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Gute Fritte

Gemeinsam, wie ein Kleeblatt

Unsere Dritte Fritte Michelle hat sich So Kleever! von Repos Production vorgenommen, was hierzulande über Asmodee verbimmelt wird. Und nicht nur sie findet das Spiel richtig gut, sondern wir auch. Aber was an dem Spiel unserer Dritten Fritte so gar nicht gefällt, nun, das erfahrt ihr in ihrem Text.

Kleever um die Ecke gedacht

Wer sich an meine Rezension zu „Spukstaben“ erinnert, der weiß, dass ich eine Vorliebe für Wort- und kooperative Spiele habe und so ist es nicht überraschend, dass ich nun die große Ehre habe, die Rezension zu „So Kleever!“ von Repos Games (vertrieben durch Asmodee) zu schreiben.

Das Spiel dauert ungefähr 30 Minuten, es gibt Spielmaterial für 6 Personen (ab 3 Personen spielbar) und empfohlen wird es ab 10 Jahren.

Erster Eindruck

Bevor ich überhaupt etwas zum Spiel an sich schreibe, möchte ich gerne meinen ersten Eindruck zur Aufmachung loswerden. Ich hätte das Spiel definitiv nicht wegen des Themas oder des Designs gekauft. Ich habe das Cover nicht angeschaut und dachte „Woooow, was ist das denn?! Das muss ich mir unbedingt anschauen!“ Vor allem, weil ich bei Kleeblättern immer zuerst an Lucky Numbers denken muss. Es war eher so „Oh, Repos Games? Die haben echt ein paar gute Spiele. Es sieht nicht ganz so anspruchsvoll aus – ich werfe mal einen Blick drauf.“ Und nach dem Blick auf das Spielmaterial und in die Spielbeschreibung landete es dann zumindest erst einmal auf der Wunschliste – nicht direkt in den Einkaufswagen.

Wie gesagt: Wortspiel und kooperativ und das Design des Spielmaterials fand ich dann doch auch ansprechend. Und inzwischen – nachdem ich schon einige Runden gespielt habe – find ich den Inhalt und wie Design und Thema zusammenspielen sogar ziemlich großartig.

Spielmaterial:

Das Spiel enthält 6 Kleeblatt-Tableaus (abwischbar), 6 schwarze, abwischbare Stifte mit Schwammkappe, 220 Stichwortkarten, 1 Punkteliste und die Spielanleitung. Passt auch alles gut in die Schachtel und fliegt auch nicht rum, wenn man diese mal quer in die Tasche packt.

Die Tableaus sind sehr stabil, die Stifte machen einen hochwertigen Eindruck und es sind auf jeden Fall genug Karten vorhanden, um ordentlich Kombinationsmöglichkeiten zu haben und Dopplungen in Spielgruppen zu umgehen.

Aber wie funktioniert das Spiel überhaupt?

Es ist simpel erklärt, aber am Ende nicht so simpel „zu gewinnen“ und genau das gefällt mir an dem Spiel auch so gut.

Jeder Mitspielende bekommt eines der Kleeblätter-Tableaus und verteilt wahllos vier Karten auf dem darauf.

An allen vier Seiten stehen nun jeweils zwei Wörter am Rand und genau diese gilt es nun miteinander zu kombinieren. Dafür überlegt man sich einen Begriff, den man über diesen beiden Wörtern auf das Kleeblatt-Tableau schreibt – und das bei allen vier Seiten. (Das gefällt mir beim Spieldesign zum Beispiel sehr gut.)

Manchmal kann das ziemlich einfach sein. Bei „Kleidung“ und „Schaf“ kann man durch das Wort „Wolle“ eine ziemlich eindeutige Verbindung knüpfen. In den meisten Fällen ist es aber ziemlich kniffelig und zwar, wenn du Wörter wie „Konsole“ und „Gewürz“ zusammenbringen sollst.

Der Vorteil hier ist: Hast du auf einer der anderen Seite eine ziemlich eindeutige Kombination, kann dadurch eine schwächere Kombination durchaus auch ausgeglichen werden – sofern man keine Mitspielenden hat, die Wert darauf legen, sich an allen Seiten bis zum Perfektionismus die Zähne auszubeißen 😉 . Es ist auch immer gut einen Blick auf die anderen Wörter auf seinem Tableau zu werfen, um da nach Möglichkeit keine Irritationen zu verursachen.

Dieser gesamte Schritt – also das Suchen der Wortkombinationen – wird im Übrigen von allen Spielenden gleichzeitig ausgeführt, sodass es so gut wie keine Downtime in diesem Spiel gibt, was für mich persönlich immer ein Pluspunkt ist.

Sind alle fertig, werden die Kärtchen vom Tableau entfernt und verdeckt zur Seite gelegt. Je nachdem wie schwierig die Gruppe es nun haben möchte, werden nun weitere Karten bei jedem Spielenden dazu gemischt. Dadurch entsteht beim Zuordnen in das Kleeblatt-Tableau eine größere Auswahl, die das Ganze schwieriger macht – vor allem, weil man selbst nicht weiß, was man bekommt und damit nicht kalkulieren konnte. Die Standardregel sieht zunächst eine zusätzliche Karte vor.

Es wird bei einem beliebigen Mitspielenden gestartet, die entsprechenden Kleeblatt-Kärtchen danebengelegt und nun diskutiert die Gruppe gemeinsam, welches Wort bzw. welche Karte an welche Stelle gehört. Man kann die Karten dabei reinlegen und ausprobieren, wie es passt. Dabei darf die Person, der das Tableau gehört, keinerlei Hinweise geben.

Hat sich die Gruppe geeinigt, wird aufgelöst. Es gibt zwei Möglichkeiten:

  1. Alles ist richtig – dann gibt er sechs Punkte für die Gruppe
  2. Es gibt mindestens Fehler (Karte komplett falsch, Karte an falscher Stelle, Karte falsch gedreht etc)  dann bekommt die Gruppe einen zweiten und letzten Rateversuch und jede richtig liegende Karte zählt danach einen Punkt

Und hier sind wir schon beim Ziel des Spiels angelangt: Einfach als Gruppe möglichst viele Punkte sammeln. Diese kann man dann in einer beliegenden Tabelle notieren und beim nächsten versuchen noch besser zu sein. „Das Gewinnen“ steht hier definitiv nicht im Vordergrund, sondern der Spaß am Spielen.

Fazit:

Obwohl mich das Coverdesign nicht überzeugen konnte, fand ich nach dem ersten Spielen sowohl das Spiel, als auch das Material einfach toll und ich hab es mir gleich gekauft.

Die Regeln sind schnell gelesen und erklärt und trotz der Einfachheit hat das Spiel durch die zufällige Wortkombination seinen Reiz und kann durch das Hinzufügen von weiteren Stichwortkarten an Komplexität gewinnen. Das Diskutieren in der Gruppe über die verschiedenen Hirnwindungen des Einzelnen ist meistens total lustig und der Frustfaktor grundsätzlich gering. Dadurch, dass alle gleichzeitig spielen, gibt es keine Downtime und bei dem Spielprinzip macht es auch keinen großen Unterschied, ob man es zu dritt oder zu sechst spielt – es macht in jeder Spieleranzahl Spaß. Es lebt einfach von der Kommunikation.

Ich mochte es auf jeden Fall total gerne und denke, es wird noch eine Weile öfter auf den Tisch kommen.

Lecker

  • Super unterhaltsam und einfach klasse und kurzweilig.

Pfui

  • Das Cover ist eher *gnaaa*.
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