Spukstaben

Die Dritte Fritte Frittenrezensionen Kartenspiele
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Gute Fritte

Fremdrezension

Ein Gastbeitrag von Michelle, die sich als Dritte Fritte einen Namen machen darf. Herzlichen Dank für Deinen Text liebe Michelle. Und los geht es:

Die Dritte Fritte: Michelle

Die Geisterstunde hat begonnen und die Spukstaben treiben sich in der alten Druckerei herum, um uns die Buchstaben zu klauen. Solche Ganoven! Nur ein Team aus Wortakrobaten kann dem Ganzen ein Ende setzen, aber der nächste Morgen rückt schnell näher und die Zeit rennt uns davon.

Auf das Spiel „Spukstaben“ vom Nürnberger Spiele Verlag, bin ich durch die Seite der SPIEL.digital aufmerksam geworden. Ich lieeeeeebee Wortspiele und noch viel lieber mag ich kooperative Spiele. Das Spiel schrie also fast schon „Los! Kauf mich!“ – aber eben auch nur fast.

Die Spielerklärung las sich schnell und einfach. Es liegen Buchstaben alias Spukstaben aus, die im Laufe des Spiels ihre Position verändern und immer weiter zu einer Tür wandern. Erreichen sie die Tür, sind sie entkommen. Ziel des Spiels ist es, möglichst viele Spukstaben am Entkommen zu hindern. Wie tut man das? Natürlich in dem man Wörter mit ihnen bildet.

Obwohl ich das Spiel nach dem groben Lesen der Einleitung noch interessant fand, landete es trotzdem nur auf meiner „Schaue ich mir mal näher an“-Liste, denn ich konnte das Niveau von Spukstaben nicht richtig einschätzen. Nach dem ersten Lesen hatte ich das Gefühl, hier eher ein Kinderspiel vor mir zu haben, das zu einfach für mich sein würde.

Zum Glück hatte ich nur einige Tage später die Gelegenheit Spukstaben zu testen. Ich möchte nicht vorweg greifen, aber meine Mitspieler verdienen an dieser Stelle ein bisschen Mitleid, mich als Teamkollegin dabei gehabt zu haben. Denn 1. das Spiel war definitiv nicht zu einfach und 2. hab ich auch noch total versagt. Haha. Spukstaben hat durchaus seine Tücken, die es zu einer echten Herausforderung machen.

Folgende Regeln erschweren das Ganze:

  • Das Wort, das man aufschreibt, darf maximal aus 10 Buchstaben bestehen. (Ihr glaubt gar nicht, wie viele Wörter euch in diesem Moment einfallen, die mehr als 10 Buchstaben haben)
  • Jeder Buchstabe hat eine unterschiedliche Spukkraft d.h. manchmal muss er insgesamt 5 Mal innerhalb des Team verwendet worden sein, damit ihr ihn vertreiben könnt. (Tja, und plötzlich fällt euch jedes andere Wort ein, aber keines mit Doppel-G.)
  • Du hast nur maximal 60 Sekunden Zeit, um dir ein Wort auszudenken, das möglichst viele der ausliegenden Buchstaben, aber auf jeden Fall die Buchstaben kurz vor der Tür enthalten sollte. (Zeitdruck? Kennt ihr bestimmt. Mein Gehirn funktioniert super unter Zeitdruck… NICHT. )
  • Die Absprachen untereinander sind ganz klar geregelt. Jeder von euch darf nur einen Hinweis geben (Länge seines Wortes oder auf welche Zeile / Spalte er sich konzentriert). Ausnahme: Offensichtliche Sachen dürfen immer kommuniziert werden. (So ein Teamspiel begrenzt auf ca. 20 Worte pro Person klingt doch machbar, oder?)
  • Doppelte Wörter oder Wortgleichungen sind nicht erlaubt.
  • Es gibt ganz besonders gemeine Spukstaben, die das Spiel noch zusätzlich erschweren. (In den Regeln heißen sie „flinke Spukstaben“, aber vertraut mir, dass „gemein“ passender ist.)

Die Spukstaben werden ausgelegt, man gibt seine Hinweise und nach Ablauf der Zeit werden die Worte eines jeden Teammitglieds vorgelesen und die Spukstaben verlieren (im besten Fall) an Spukkraft. Es sei denn man heißt Michelle und es liegen die Buchstaben U K O B D G H M P aus und man entscheidet sich für das Wort KLOSTEIN. Ich: Stolz wie Oskar. 60 Sekunden rum und auf meinem Zettel steht ein Wort und es hat tatsächlich weniger als 10 Buchstaben. Leider verlieren nur das K und das O an Spukkraft. Ich hätte das Wort „Stein“ in diesem Fall auch einfach weglassen können. Das Ganze ist mir danach noch zwei Mal passiert. Ich sag es ja, meine armen Kollegen. Alle Spukstaben, die am Ende einer Runde noch liegen, wandern einen Raum weiter. Wir haben aufgrund meiner gedanklichen Aussetzer so einige Buchstaben entkommen lassen müssen. Allerdings haben wir auch herzlich gelacht.  Am Ende des Spiels zählen die Spukstaben, die entkommen konnten, als Minuspunkte und daraus ergibt sich dann eure Bewertung. Unser Ergebnis lag im Mittelfeld – es gab also noch Luft nach oben.

Material:

Spukstaben enthält neben der Spielanleitung: die Blöcke zum Aufschreiben, die Stifte, eine Sanduhr, die Raumkarten, die Spukstaben (55) und die Würfelchen zum Anzeigen der Spukkraft. Ich persönlich kann nichts Negatives über das Material sagen. Die Karten fühlten sich gut an und ich freue mich immer, wenn Stifte dabei sein. Schade finde ich, dass die Zettel zum Nachdrucken nicht auf der Seite zum Download bereitstehen. Vor allem, da es den Block einzeln zum Nachkaufen nicht gibt.

Fazit:

Mir hat das Spiel Spukstaben sehr viel Spaß gemacht, sodass ich es mir auf jeden Fall kaufen werde. Die Regeln waren nicht allzu umfänglich und ließen sich gut verstehen. Durch die Begrenzung der Wortlänge, der Reduzierung der Kommunikation und dem Zeitdruck ist es sowohl für große, als auch für kleine Leute geeignet. Dabei lässt sich der Schwierigkeitsgrad je nach Gruppengröße, aber auch nach Gruppenzusammensetzung individuell anpassen. Zum Beispiel können bestimmte Spukstaben dem Spiel hinzugefügt oder entfernt werden, um das Schwierigkeitslevel zu verändern. Positiv ist auch, dass es eine Solo-Variante gibt. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass sich Spukstaben super über Videoplattformen spielen lassen würde, da man zum Spielen nur ein Spiel benötigt und die anderen Mitspieler nur jeweils einen Zettel zum Notieren der Wörter.

Wer Lust hat, das Spiel online in der Solo-Variante mal zu testen, kann das hier tun: https://www.moritzdressler.de/games/spukstaben/

Lecker

  • Keine Downtime und der Schwierigkeitsgrad lässt sich einstellen

Pfui

  • Blattdesign ist nicht zum Download verfügbar.
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