Misty

Frittenrezensionen Kartenspiele
6

Gute Fritte

So ein Misty!

Auch Helvetiq aus der Schweiz hat sich, wie es sich gehört, am herbstlichen Neuheitenrun der Spieleszene beteiligt und ist mit einigen Neuheiten in das letzte Quartal des Jahres 2019 gestartet. Eines der neuen Spiele ist Misty, eine kleine Schachtel, in der sich 54 Karten befinden. Eigentlich sitzen wir in einem Auto und malen an die beschlagene Autoscheibe, sobald wir den Deckel vom Spiel ziehen … Ein herzlicher Dank geht in die Schweiz an Helvetiq, die uns Misty als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Mach bloß nicht die Klima-Anlage an!

Die würde ja auch nur dafür sorgen, dass die Scheiben frei werden und dann könnten wir Misty nicht spielen.

Also.

Worum geht´s bei Misty? Eigentlich ist es voll einfach.
Man stelle sich vor: Wir sitzen alle im Auto, hauchen die Scheiben an und malen dann unterschiedliche Symbole dran. Unsere Fenster sind alle gleich groß. Wenn wir fertig gemalt haben, beginnen die Symbole, die wir gemalt haben, aber lebendig zu werden und verwischen auf ihrem Weg, den sie machen, Bilder, die im Weg sind. Das, was danach noch übrig ist, bringt vielleicht Punkte.

Die Karten

 

Es gibt unterschiedliche Symboole auf den Karten. Es gibt zum Beispiel Raketen, Einräder oder Luftballons. Die bewegen sich naturgemäß. In welche Richtung, das ist auf der jeweiligen Karte mit einem Pfeil markiert. Dann gibt es auch noch Smilies, die nur freundlich aussehen (ich würde die ja aus Blut malen … *muahahahaha*), Monster, die Blumen essen, und daher auch Blumen, die am Ende des Spiel zum Beispiel Punkte bringen, wenn sie nicht aufgefuttert wurden. Regen fällt nach unten, Sterne machen nix und Blätter fallen auch nach unten. Das mal so als Beispiel.

Der Spielablauf ist auch eigentlich ganz easy: Jeder hat 6 Karten auf der Hand, wählt eine, legt sie verdeckt vor sich ab. Wenn sich alle entschieden haben, werden alle aufgedeckt und vor jedem in das eigene “Fenster” gelegt. Wohin genau, darf man selbst entscheiden, aber was liegt, das liegt. Und man sollte ab der ersten Karte beachten, dass man ein Fenster bauen muss, das entweder 3 x 4 Karten groß ist oder 4 x 3 Karten groß. Und man sollte beim Auslegen und Auswählen der Karten beachten, welche Karte sich wohin bewegt. Es wird nämlich so lang gespielt, bis jeder 12 Karten vor sich liegen hat. Das geschieht, in dem alle übrigen Karten an den linken Nachbarn weitergegeben werden. Das heißt auch – ich weiß, ihr ahnt es schon, ihr Füchse – dass man selbst auch neue Karten bekommt. Draften nennt man das.Das macht man immer wieder. Wenn die erste Runde Handkarten verteilt wurde, dann gibt´s noch ne zweite, denn schließlich braucht ja jeder 12 Stück vor sich im Fenster.

Dann ist das Malen vorbei und es müssen – in beliebiger Reihenfolge – alle Karten im Fenster aktiviert werden. Habe ich eine Rakete ausliegen, dann fliegt sie eine Reihe nach oben. Wenn da schon was liegt, wird das entfernt (die Rakete hat es quasi weggewischt), Das gleiche gilt natürlich auch z. B. für das Einrad, das ein Feld zur Seite fährt und die Karte, die dort liegt wegwischt. Verlässt ne Karte das Fenster, ist die auch futsch. Dann will jedes Monster, das im Fenster sitzt, noch eine Blume futtern. Und wenn jede einzelne Karte aktiviert und abgehandelt wurde und dann noch was übrig ist, dann gibt´s Punkte. Wo nix liegt gibt´s auch keine Punkte. Blumen bringen, wenn sie nicht aufgefressen wurden, 2 Punkte. Jeder Smily bringt nen Punkt und wenn 2 Smilies zusammenliegen, gibts sogar 3. Und alles andere, was noch da ist, bringt je 1 Punkt. Und wer dadurch die meisten Punkte sammeln konnte, der gewinnt das Spiel .

Und dann ist Fenster putzen angesagt

Ich glaube, hier bei uns in der Wohnung gibt es keine Scheibe, an die ich mein Gesicht noch nicht gedrückt habe, um ein lustiges Scheibengesicht zu machen … 😉 *hihi*

Ich finde, das Spiel ist zu zweit eher so lala. Wie die meisten Spiele, in denen gedraftet wird. Es fühlt sich ein bisschen willkürlich an, was ich weitergebe – denn bei so wenig Möglichkeiten kann ich gar nicht darauf gehen, dem anderen was reinzuwürgen. Denn ich muss irgendwie auch wenigstens ein paaaaar Punkte machen. Zu dritt und zu viert macht das Draften dann nicht nur mehr Sinn, sondern auch mehr Spaß. Da muss man dann schon die Däumchen drücken, dass man diese EINE Karte noch abbekommt, wenn diese eine bestimmte Kartenhand wieder bei einem landet.

Die Idee

Ich kann gar nicht genau beschreiben, weshalb mich diese Idee des An-Die-Scheibe-Malens so gepackt hat … aber ich war richtig gehyped, als ich das gelesen, gesehen und gecheckt habt. So eine tolle Idee! WOW! Richtig cool …

Was ich aber etwas schade finde, ist, dass ich gar nicht an die Scheiben meiner Mitspieler malen kann. Ich hätte die gerne auch mal beim Malen gestört, was weggeschwischt, was die gemalt haben oder sogar die Klimaanlage angeschaltet, um die Bilder kaputt zu machen. Interaktion fehlt mir daher hier ein bisschen. Klar, ich habe Einfluss darauf, welche Karten mein Nachbar bekommt, aber das war es dann auch schon.

Lecker

  • Wie schön sieht dieses Spiel aus?
  • Eine großartige Idee, an die Scheibe zu malen.
  • Hier ist jede Karte liebevoll durchdacht und gestaltet
  • Flott gespielt und schnell erklärt

Pfui

  • Zu zweit ist draften irgendwie immer ein bisschen lame.
  • Mir fehlt - wie so häufig - Interaktion untereinander.

Fazit

Kaddy haucht die Scheibe an.

  "Als ich die Schachtel das erste Mal in der Hand hielt, dachte ich: Ach, watn süßes Monster. Als ich dann begriffen hatte, dass wir in diesem Spiel im Endeffekt Bilder gegen eine beschlagene Scheibe malen, war ich begeistert! Was für eine großartige Idee! Wieso hab ich sowas vorher noch nicht mitbekommen? Hat nicht jeder von uns schonmal an so einer Fensterscheibe Tic Tac Toe gespielt? Groß, groß, großartig! Das Spiel an sich finde ich ganz gut, jedoch nicht großartig ... zu zweit wirkt es eher wie ein Puzzler, mit 3 oder 4 wird es schon spannender. Und man sollte sich meiner Meinung nach immer ins Gedächtnis rufen, dass wir bei Misty an eine Scheibe malen- denn dann fühlt sich das Spiel nochmal ganz anders an. Klar, eigentlich legen wir Karten vor uns ab, aber mit etwas Fantasie wird es dann noch etwas anders ... "
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