Spicy

Frittenrezensionen Kartenspiele
8

Absolute Superfritte

Nachos mit Käsesauce

Ich gehöre zu den Leuten, die Nachos mit Käsesauce und extra viel Pepperoni essen. Wirklich viel Pepperoni, schön scharf, sodass es mehrmals weh tut. Allerdings benutze ich gar nicht so viel scharfes Zeug beim Kochen: Chili oder Wasabi sind eher seltenere Gäste in der Küche, aber Pfeffer benutze ich gern.

Warum ich euch das erzähle? Na, weil es einfach die perfekte Überleitung ist, um euch von Spicy zu erzählen, dem Legen-und-Lügen-Kartenspiel von den HeidelBÄRen, die uns das Spiel freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Was ist ein Legen-und-Lügen-Spiel? In diesem Fall ist es so, dass wir bei Spicy versuchen wollen, alle Handkarten loszuwerden. Dann gibt es eine Trophäe, die 10 Punkte bringt. Wenn alle 3 Trophäen gewonnen wurden, ist das Spiel zu Ende. Oder, wenn eine bestimmte Karte auf dem Stapel erscheint. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.

Aber wie kommt man denn an Punkte?

Ja, also entweder, in dem man alle seine Handkarten ablegt, oder in dem man erfolgreich herausfordert. Damit ihr versteht, was das bedeutet, fang ich mal kurz vorn an. Also: Auf den Karten sind jeweils 1 Gewürz und 1 Zahl drauf: Chili, Wasabi oder Pfeffer mit den Werten 1 bis 10. Der erste in der Runde legt eine Karte aus seiner Hand verdeckt auf den Tisch und beginnt damit den Stapel. Er sagt an, was er (angeblich) dorthin gelegt hat, wie etwa Wasabi 1. (die erste Karte muss immer eine 1,2 oder 3 sein). Der nächste muss nun das Gewürz bedienen und der Wert seiner Karte muss höher sein als die gelegte Karte. Auch diese Karte wird verdeckt auf den Stapel gelegt und angesagt: Wasabi 3. Wenn jemand mal nicht kann (oder vielmehr: will), dann wird eine Karte vom Nachziehstapel auf die Hand gezogen. Ansonsten wird reihum weitergespielt, bis das Spielende eingeläutet wurde.

So, und nun kommen wir mal zu einem Dreh- und Angelpunkt von Spicy: Dem Lügen. Oder auch dem Herausfordern eines Lügners. Ich sage ja mit jeder Karte an, was ich abgelegt habe. Da ich meine Karte jedoch verdeckt ablege, weiß niemand, ob ich wirklich das, was ich angesagt habe, auch abgelegt habe. Das muss ich nämlich nicht. Sprich: Ich kann legen, was ich will. Solange ich dasrichtige ansage, ist alles gut. Zumindest so lang, bis ich herausgefordert werde, weil jemand glaubt, dass ich gelogen habe.

Grundsätzlich darf die oberste Karte jederzeit von jedem herausgefordert werden, das ist nicht an die Spielerreihenfolge gebunden. Glaubst du also, dass ich lüge, dann kannst du mich herausfordern und legst deine Hand auf den Stapel. Dann musst du aber auch sagen, welche der beiden Eigenschaften erlogen und erstunken war: Das Gewürz oder die Zahl? Und nein, bevor du fragst: Nein, beides geht nicht. Sprich: Entweder Wasabi ist falsch oder die 3. Wofür auch immer du dich entscheidest – du sagst es laut an und dann drehen wir die oberste Karte um, um zu gucken, wer recht hat. Hab ich gelogen und du hast mich erwischt, gewinnst du die Herausforderung. Hab ich nicht gelogen und du hast mich herausgefordert, gewinne ich die Herausforderung. Der Gewinner erhält den kompletten aktuellen Stapel, wobei jede Karte am Ende einen Siegpunkt bringt! SCHRRRRING! Der Verlierer muss 2 Karten ziehen und darf einen neuen Kartenstapel beginnen. Nun darf sich also das Gewürz auch ändern, aber trotzdem muss es eine 1,2 oder 3 sein, die gelegt wird.

Erst denken, dann handeln.

Ich habe mit Spicy wirklich schon einige sehr unterhaltsame Momente erlebt … Einer davon war der folgende:
Wir haben Spicy gespielt, eine Wasabi 10 lag aus. Meine Mitspielerin nahm eine Karte und legte sie mit den Worten “Wasabi 4” ab. “Nee, das geht nicht. Du musst eine 1,2 oder 3 spielen.” “Achso … dann ist das eben eine Wasabi 4.” (Wir haben dann mal Regel Regeln sein lassen und normal weitergespielt …) Alle lachten natürlich herzlich und ich konnte nicht anders, als eine Herausforderung auszusprechen: ich war mir schließlich sehr sicher, dass das keine 4 ist … Die Karte wurde umgedreht und mir blieb mein Gelächter im Halse stecken. Eine Wasabi 4 lachte mich an. Kurz wurde es stiller am Tisch, bis das Gelächter wieder aufflammte und dieses Mal mir galt. Das war schon wirklich sehr witzig.

Um Spicy zu spielen ist es durchaus von Vorteil, im Spiel lügen zu können. Dass das weiß Gott nicht jeder kann, hab ich im Laufe der Partien in vielen Facetten kennengelernt. 😉 Ich für meinen Teil kann das ganz gut, was ich vor allem der guten Lehrerschaft meines besten Freundes Funfairist zu verdanken habe. Viele Jahre durfte ich den Meister des Lügens beim Lügen beobachten und vom besten Lernen. 😉 Es gibt auch Menschen, die behaupten, sie könnten nicht lügen. Die bei Spicy behaupten, dass sie immer die Wahrheit sagen würden, die ganze Partie lang. Und trotzdem kann ich nicht aufhören, auch diese Leute herauszufordern! Immer wieder falle ich auf die Schnauze, aber die so einfach durchziehen lassen kann ich nunmal auch nicht!

Ich möchte noch ein total tolles Gimmick erwähnen: Die Verbrannt-Karte. Noch nie war es einfacher, der Spieleranzahl entsprechende Karten vorzubereiten! Man nehme die Verbrannt-Karte, halte sie gegen den Stapel, überprüfe, wieviele Spieler mitspielen und lege die Karte an die Stelle auf die der Pfeil zeigt. So easy, so super.

Da gibt es allerdings noch etwas, das ich erwähnen muss und das dem Spiel leider einen Minuspunkt einheimst: Die Qualität der Karten. Wie ihr ja inzwischen mitbekommen habt: Hierbei handelt es sich um ein Bluffspiel. Schon früh ist es mir passiert, dass mir beim Mischen eine Karte eingerissen ist. Die Goldfarbe von den Rückseiten blättert ab, sobald man die Karten mehr als 3 Mal angefasst hat. Das ist unter normalen Umständen zwar doof, aber hier in diesem Fall ist es richtig kacke – denn ich weiß jetzt, dass die Pfeffer 4 einen Riss an der Seite hat. Das geht natürlich echt nicht bei einem Bluffspiel wie diesem … Die Idee des Gold-Designs ist eigentlich echt cool – aber leider nicht so, wie es jetzt ist.

Nachtrag:

Wenn ihr euch übrigens alle Karten einer Farbe genauer anschaut, dann erkennt ihr, dass darauf eine Geschichte erzählt wird. Nehmt also mal alle Pfefferkarten, sortiert sie nach den Zahlen und schaut sie euch – beginnend bei der niedrigsten Zahl – an. Ich muss zugeben, dass ich das selbst nie gesehen habe, bis ich drauf hingewiesen wurde. Eine nette Designkleinigkeit, die ich echt nice finde.

Ein liebes Dankeschön geht an die HeidelBÄRen, die uns Spicy als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Lecker

  • Coole Idee mit den Goldkarten, aber ...
  • Was für eine tolle Idee ist das mit dem "Karten-abzählen" für die benötigte Spielerzahl auf der Verbrannt-Karte??
  • Mit Variante für noch mehr Abwechslung
  • leichter Einstieg, generationenübergreifend spielbar
  • lügen macht Spaß, muss man aber auch können!
  • zurecht auf der Empfehlungsliste des Spiel des Jahres 2020

Pfui

  • ... wenn die Karten reißen oder die Folierung abgeht, ist das bei einem Bluffspiel sehr ungünstig
  • Ich find die Katzen ziemlich hässlich, aber damit steh ich ziemlich alleine da ;-)

Fazit

Kaddy legt Mayo.

  "Spicy ist wirklich ein toller Allrounder, den ich mit eigentlich allen gut spielen kann. Das ist ziemlich cool! Auch, wenn der Einstieg ins Spiel recht einfach ist, so muss man manchmal wirklich überlegen, was die anderen wohl denken, damit man selbst nicht erwischt wird oder erwischt wird. Das ist ein Spiel nach dem Motto "wenn ich denke, dass er denkt, dass sie denkt, dass ich lüge, dann sollte ich jetzt ... lügen?" ;-) Ich hab viele lustige Spielrunden mit Spicy erlebt und das packe ich ohne etwas falsch zu machen zu so gut wie jedem Spieleabend ein. Natürlich kommt es nicht immer auf den Tisch, aber Spicy ist ein super Begleiter - fast überall hin. Einziges Manko - und dafür muss ich tatsächlich mal was abziehen bei der Bewertung - ist die Qualität der Karten. Normalerweise ist das bei Spielen nicht ganz so wild, wenn Plättchen ein bisschen dünner oder Karten ein bisschen labberig sind. Hier aber schon: Mir sind Karten beim Mischen Karten eingerissen und die Goldfolierung der Karten löste sich schon nach den ersten 5 Partien ab. Wenn ich das Spiel in einer wechselnden Runde spiele, hab ich einen klaren Vorteil, den die anderen nicht haben: Sehe ich eine eingerissene Karte, dann weiß ich, es ist Pfeffer 4. Das geht bei einem Bluffspiel natürlich gar nicht. Auch bei den anderen Karten sind viele Ränder abgenutzt und ausgefranst. Schöne Design-Idee, aber leider nicht umsetzbar. Ich habe übrigens auch kein Montagsexemplar - auf Rückfrage habe ich noch ein 2. Spiel erhalten, bei dem die Probleme die selben waren. Schade. Und wer sich fragt, was ich wegen der eingerissenen Karten mache: Ich nehm sie raus und kommuniziere, welche Karten fehlen. So kann man Spicy auch weiterhin ohne Einschränkungen genießen - es sei denn, der Karten-Stapel wird jetzt immer kleiner. ;-)"
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Absolute Superfritte

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