Die Dritte Fritte: Claim Kingdoms

Brettspiele Die Dritte Fritte Frittenrezensionen

Gefecht zu Zweit

„Aua schreit der Bauer, die Äpfel sind zu sauer.“ Von wegen! Verwöhntes Bauernpack! Mit der Lanze in die Seite gedolcht, dem Doppelgänger ne Kettensäge an die Hand gegeben und der Zwerg hält Zwiegespräch mit seiner Axt. Im Brettspiel Claim Kingdoms ist eine Neuauflage wiederfahren und bei Game Factory erschienen. Unsere Dritte Fritte Birgit hat sich das Spiel von Scott Almes mehrmals genauer angeschaut und berichtet über dieses streitbare 2Personen Plättchen-Lege-Spiel.

Auf in den Kampf

Willkommen in der Welt von Claim. Wir befinden uns in einer phantastischen Welt von Gnomen, Riesen, Drachen und vielen weiteren Fraktionen, die um den Thron des Königreichs kämpfen. Nach der erfolgreichen Reihe Claim als 2 Personen Stichspiel, kämpfen wir hier nicht mit Karten, sondern legen Plättchen.

Wir ringen mit Hilfe von Trollen, Untoten, Rittern und sieben weiteren Fraktionen um den Einfluss der bedeutendsten Völker, um den Thron zu besteigen. Dabei schenken wir uns nichts. Claim Kingdoms ist ein kleines, einfaches und sehr bissiges Duell.

Blick in den Ablauf

Die Regeln könnten nicht einfacher sein. Zunächst suchen wir uns 7 von 10 Fraktionen aus die gemischt werden und in verdeckten Stapeln bereit liegen. Drei Plättchen werden offen daneben gelegt. Diese und die verdeckten bilden die Nachziehstapel. Nun bekommt jede:r 2 Plättchen und eines wir in die Tischmitte aufgedeckt hingelegt. Hier werden dann der Reihe nach die Plättchen aus der Hand angelegt. Dabei gibt es keine Einschränkungen, jedes Plättchen kann an jedes gelegt werden.

So sieht nun ein Spielzug aus:

Ich habe 2 Plättchen auf der Hand, lege eines davon an die ausliegenden in der Tischmitte an, stelle meinen Meeple drauf, nutze die Fraktionsfähigkeit und ziehe ein Plättchen nach. Hier habe ich die Wahl ein verdecktes zu ziehen oder eines der drei offen liegenden.

Die Fähigkeiten der einzelnen Fraktionen, 10 an der Zahl, sind in einer Übersichtliste kurz und knapp erklärt.

Mein Ziel ist es, mit strategischem Geschick, möglichst viele Mehrheiten an wertvollen Völkern zu sammeln, die mir dann Siegpunkte bescheren. Am Ende bekommt die Siegpunkte, wer die meisten Meeple auf der jeweiligen Fraktion hat. Habe ich beispielsweise 3 Meeple auf dem Drachen stehen, mein:e Kontrahent:in nur 2, bekomme ich am Spielende insgesamt 7 Punkte für die Drachenfraktion.

Doch mein:e Kontrahent:in hat das selbe Ziel und somit kommen wir uns da ordentlich in die Quere, was das Spiel bis zum letzten Zug auf Spannung hält. Denn alle Fraktionen haben unterschiedliche Fähigkeiten. Der Ritter nimmt bis zu 2 Meeple von benachbarten Karten, die Untoten Tauschen zwei Meeple miteinander, die Riesen drehen eine benachbarte Karte um, sie wird dann nicht mehr gewertet und eventuelle Meeple gehen zurück. Etc. und so weiter …

Szenen einer Duell-Partie

„Der Ritter ist richtig wertvoll, der bringt mir 9 Siegpunkte, den lege ich an den Riesen, eliminiere mit ihm noch mal eben 2 gegnerische Meeple und hoffe die Mehrheit an Rittern zu erlangen. Da kommt dann die Katja mit dem Untoten und tauscht ihren gegen meinen Meeple auf dem Ritter aus, weg ist mein Ritter… aber warte es ab, ich habe noch den Doppelgänger auf der Hand, der kopiert die Fähigkeit von Katjas Untoten und zack, ist der Ritter wieder bei mir. Nun holt sie sich mit dem Drachen noch schnell 5 SP von allen umliegenden Karten und will am Ende noch die Drachenmehrheit haben, um die 7 Siegpunkte für Drachen zu erobern … das wollen wir doch mal sehen! Ich hab da gerade einen starken Riesen in der Hand, der den Drachen umdreht …“

Das Spiel endet, sobald ein:e Mitspieler:in keine Meeple mehr hat oder das letzte Plättchen gelegt wurde. Es ist also wichtig, die Meeple im Blick zu haben und damit das Ende der Partie zu beeinflussen.

Spielgefühl

In meiner ersten Partie dachte ich noch, naja, ganz nett. Doch je mehr Partien ich gespielte, desto besser gefällt es mir. Ich mag das Schnelle, Bissige in dem Spiel. Es bleibt bis zum letzten Zug spannend, da immer etwas passiert und man sich seiner Mehrheiten nie sicher sein kann. Das Spiel hat Potential für einen gewissen Suchtfaktor, was neben des spannenden Duells, sicher auch daran liegt, dass es sich so schnell spielt. 20 – 30 Minuten für eine Partie, lässt für diverse Revanchen natürlich reichlich Zeit, aufgebaut ist es auch ganz fix und erklärt in 3 Minuten. Das Artwork ist sehr ansprechend, so wie schon das bekannte Stichespiel Claim. Der Anspruch ist nicht sehr hoch, so dass auch Gelegenheitsspielende keine Hürden überwinden müssen.

Als Appetizer oder Absacker absolut zu empfehlen.

Spieler:innenanzahl: 2

Altersempfehlung: ab 10 Jahre

Spieldauer: ca 20 – 30 Minuten

Autor: Scott Almes

Verlag: Game Factory

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