Gangster City

Frittenrezensionen Kartenspiele

In einer dunklen, nebeligen Nacht …

… war´s natürlich mal wieder Zeit zu spielen! Und gerade zu solchen Wetterverhältnissen passt  Gangster City natürlich besonders gut. Denn ein Mord ist geschehen. Und wir, nicht sonderlich gut ausgebildete Nachwuchscops, haben die Aufgabe herauszufinden, wer es war und warum und wo und womit. uiuiui … ob das gut geht? Schauen wir mal.

Gangster City könnt auch ihr spielen und zwar mit 1 -6 angehenden Polizistenspürnasen ab 10 Jahren (aber nur bis 99 Jahre – alles über hundert is raus). Laut Schachtel dauert ne Partie 20 Minuten. Das hängt ein bisschen von den Karten ab, die im Spiel sind. Daher kann´s auch schonmal ein bisschen länger dauern oder auch flotter vorüber sein. Ein Name, der uns von der Schachtel in einem tristen Grau anstrahlt, ist „Kristian Amundsen Östby“. Mooooment mal. Das sagt mir doch was …. Na klar! Der Autor von Escape – der Tempel des Schreckens! Was ein geiles Spiel – bis heute ein Dauerbrenner. Ob Gangster City da wohl mithalten kann …? Der andere Name auf der Schachtel ist der von Henrik Larsson.

Danke an dieser Stelle an huch, die uns  Gangster City als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben! Und jetzt setzen wir unsere Sonnenbrillen auf und begeben uns mal an die Ermittlungen …

I wear my sunglasses at night.

Kommissar Kätsch wartet schon auf mich in der Polizeistation. Als ich den Raum betrete, schaut er mich mit einem verwunderten Gesichtsausdruck an. Wenn ich mich nicht irre, dann sieht Begeisterung normalerweise ein bisschen anders aus.
Mit festen Schritten gehe ich auf ihn zu um halte ihm meine Hand hin. Ich bin entschlossen, ihm einen festen Händedruck zu geben, um zu signalisieren, dass ich sowas von bereit bin für diese Ermittlungen.
„Sie müssen Kommissar Kätsch sein. Mein Name ist Fritte. Spiel-Fritte.“ Sein Blick wird noch merkwürdiger und er schaut mit einer hochgezogenen Augenbraue auf meine ihm entgegengestreckte Hand. Dann schaut er mir in die Augen. „Solche Typen mag ich ja ……“ brummel ich in meinen Gedanken. Kätsch scheint nicht einmal annäherungsweise Interesse daran zu haben, meine Hand zu schütteln. Dann beginnt er mit seiner Moralpredigt und schnell wird mir klar, dass er offensichtlich auch kein Interesse hat, mit einer wie mir zusammen zu arbeiten. „Ich brauche gut ausgebildete Leute … jetzt sind Sie hier … Mordfälle aufzuklären ist keine Spielerei … verschwenden Sie nicht meine Zeit …“

Bla bla bla.

Und ich denke mir so: „Dir werd ich´s zeigen, Opi. Bei mir ist nix mit fehlerhaften Festnahmen oder so nem Kram. Ich bin mir meiner Sache ziemlich sicher. Dann kannst du schonmal den Gehaltsscheck vorbereiten .. Ach was. Hol die Kohle direkt von der Bank, dann kann ich die Scheine direkt mitnehmen. Wie schwer kann es denn bitte sein, 2 Mordfälle aufzuklären?“

Er lässt mich alleine zurück und verlässt meckernd das Büro. Ein Tisch ist für mich vorbereitet. Ein Computer, eine grüne Lampe und eine saubere Tasse, die mit Kaffee gefüllt werden will, stehen bereit. Und natürlich die Akten der Fälle, ein paar Stifte … Sonst nichts. Hier sitze ich nun also und werde mir die Nacht um die Ohren hauen, um möglichst bald eine Verhaftung durchziehen zu können. Okay. Aber erstmal Kaffee … Da hatte es jemand echt gut gemeint. Der weckt Tote. Aber wahrscheinlich nicht die aus meinem Fall. Das wäre ziemlich praktisch, wenn ich direkt von den Opfern erfahren könnte, was passiert ist. Aber gut. So muss ich eben selbst ran.

Verdächtige

Okay, die Tänzerin könnt es an dem Abend gewesen sein – denn sie war nicht in der Bar, in der sie arbeitet. Und niemand konnte beweisen, dass ihr Alibi stimmt. Angeblich war sie im Schwimmbad, um mal einen Abend auszuspannen. Im Moment läuft es nicht so gut bei ihr … Woran es genau liegt, keine Ahnung. Das wollte sie nicht erzählen.

Der Ganove – den seh ich doch nicht zum ersten Mal! Der hat schon so viel Dreck am stecken … dass wir uns noch nicht mit Umarmung begrüßen, weil wir uns schon so oft gesehen haben, ist echt alles. Er sagt zwar, dass er nichts mit der Sache zu tun habe, aber sein Alibi kann ebenfalls nicht bestätigt werden. Irgendwas ist da faul.

Und der Wissenschaftler war zur Tatzeit natürlich alleine in seinem Labor und hat experimentiert. Das könnten seine Ratten bestätigen, aber er hat es noch nicht geschafft, sie zum Reden zu bringen. Der Professor sieht mitgenommen aus und scheint auch das eine oder andere Problem auf seinen Schultern zu tragen. Was ist da los?

Motive

Naja, entweder die hatten Liebeskummer oder Geldsorgen. Mehr Möglichkeiten scheint es nicht zu geben.

Die Tatwaffe

Da gibt es verschiedene Ansätze. Das Opfer ist entweder mit einer Giftspritze getötet worden (das war sicherlich ein qualvoller Tod), oder erschossen worden oder abgestochen worden. Naja, das hätte man auch ein bisschen eleganter und vor allem nicht so offensichtlich machen können. Egal, wer der Täter im Endeffekt war, wirklich kreativ war er nicht.

Der Tatort

Ich müsste mal herausfinden, wo genau die Opfer gefunden wurden. Ich hab das Gefühl, dass diese Information sehr wichtig sein könnten, um den Fall aufzuklären. Okay … im Theater könnte es gewesen sein – aber da hätte es doch Zeugen geben müssen, oder nicht? Schauen wir mal weiter … vielleicht war es auch auf der Straße. Die kenne ich doch. Das ist so eine ganz abgelegene, dunkle Gasse. Keine Möglichkeit, von dort zu entkommen, wenn man erstmal in die Enge getrieben wurde … Okay, und was haben wir noch? Ja, im Hotelzimmer. Da habe ich letztens auch schon gehört, dass dieses Hotel nicht so ganz ohne ist. Gut, dass ich nicht dort schlafen muss. Naja, aber … selbst wenn. Ich hätte meinen Angreifer platt gemacht. Oder so viel auf ihn eingeredet, dass er weinend und verzweifelt abgehauen wäre. Aber gut, zurück zum Fall … Also .. wenn sie dort war und er da … wo war er dann? Und … wie sind sie an die Knarren gekommen?

Spielablauf in einem (ziemlich verschachtelten, damit es wirklich nur einer ist) Satz

Jeder von euch erhält einen Mordfall, den er nicht sehen darf, aber lösen muss, weswegen man seine Mitspieler um Hilfe bittet und sie einem dann berichten, wieviele Gemeinsamkeiten eine aus der Mitte gewählte Karte mit der eigenen, einem selbst nicht bekannten, Fallkarte hat, da man so im Laufe des Spiels die Möglichkeit hat, durch Ausschlussverfahren (wie bei Mastermind) den wahren Täter, die Waffe, den Ort und das Motiv herauszufinden.

Und wer als erstes 2 hat, gewinnt. So einfach ist das. Hin und wieder kann es vorkommen, dass mal eine falsche Anschuldigung gemacht wird, aber das ist halb so wild. Und kommt bei Profis ja bekanntlich eh nicht vor, nicht wahr?! ?

Lecker

  • Deduktion üben mit Gangster City
  • Graue Zellen werden in Betrieb genommen

Pfui

  • Kein Langzeitspaß
  • Wenig Motive, wenig Täter, wenig Tatorte - trotzdem nicht einfach
  • Mastermind mit Karten

Fazit

Ich hab dich. Killekille.

"Nein, Gangster City kommt nicht mal annäherungsweise an Escape heran. Die ersten Runden waren ganz witzig, auch, wenn man im Endeffekt das Gefühl hat, Mastermind mit Karten zu spielen. Es gibt 4 Kategorien, die geklärt werden müssen und es gibt jeweils 3 bzw. 2 Möglichkeiten, was passiert sein kann. Man sammelt die Karten aus der Mitte vor sich, nachdem man seine Mitspieler gefragt hat, wieviele gleiche Dinge sich auf den beiden Karten befinden – also der eigenen, nicht bekannten Karte und eben der, die man aus der Mitte gewählt hat. Wenn man dann genug Karten gesammelt hat, weiß man eigentlich auch schon ganz gut, was passiert ist und löst. Das ist manchmal auch falsch und es ist nicht so einfach, herauszufinden, was passiert ist. Da muss man schon ein bisschen die grauen Zellen anschmeißen, damit das was wird. Einen wirklich Langzeitspielspaß konnte ich bei Gangster City allerdings nicht finden … Irgendwie war es dann doch Mastermind. Mit Gangstern. Schade. Von daher an dieser Stelle nur eine ziemlich lasche Knusperfritte von mir. Falls ihr euch fragt, weshalb es dann kein lasches Frittchen geworden ist: Die ersten Runden haben Spaß gemacht und waren auch tricky. Danach wurd es eben nur ein bisschen lasch gewürzt für mich.
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