Juicy Fruits

Brettspiele Frittenrezensionen
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Gute Fritte

Mein eigenes Obst Island

Herzlich Willkommen auf Juciy Fruits. Hier brauchst Du keine Schweinehaxen, keinen Nudelauflauf und die Couscous-Minze-Salate sind auch ganz fern. Stattdessen gibt es Orangen, Trauben, Limetten und vieles mehr. Ach ja, und n Eis gibt es auch, wenn Du willst. In Juicy Fruits haben wir ein Plättchen-Schiebe-Leg-Spiel von Christian Stöhr vor uns, was bei Deep Print Games erschienen und über Pegasus Spiele vertrieben wird. Ich schaue heute auf das seichte Familienspiel und berichte sehr gerne.

Im Korb plumpsen die Bananen

Kennt ihr noch diese Logikspiele, die so Schiebekästchen hatten, bei denen ein Quadrat fehlte, und man so lange die Teile in einem Rahmen schieben musste, damit am Ende ein richtiges Bild heraus kam? So in etwa ist Juicy Fruits, denn hier haben wir eine 5 x 5 Insel, auf der wir meistens Obstkörbe verschieben, die uns unsere Früchte einsammeln. Im sehr hochwertigen Holz und augencatcherich aufgemotzt haben wir knallebunt und paradiesisch warm das Spielmaterial vor uns. Die Aufgabe: So viele Punkte machen wie möglich. Denn ist der Gewerbescheintracker mal auf dem letzten Platz gerutscht, hat der oder die gewonnen, wer die meisten Punkte hat.

Das Spielprinzip ist mega einfach und soll hier nicht aufgeführt werden. Viel mehr gehe ich darauf ein, wie es sich auf dem Tisch anfühlt zwischen den Obstbäumen und -sträuchern mit seinem Weidekorb umher zu wandern, um Obst einzusammeln.

Sehr familienfreundlich zeigt sich Juicy Fruits, denn schwer ist es nicht. Wer noch etwas „mehr“ haben will, kann das Spielbrett umdrehen und die Saftpresse noch dazu nehmen. Auch Solisten kommen hier gut auf ihre Kosten, denn eine Solovariante hat das Spiel auch in sich.

Tatsächlich befinden wir uns im Spiel in einer Art Wettrennen: Wer bekommt als erstes die Insel von den störenden Schiffen befreit, damit viel geschoben werden kann, aber wer baut auch schnell den einen oder anderen Eisstand oder die punkteträchtigen Gebäude? Cleveres Schieben ist hier gefragt und eins sollte man nicht tun: Sich selbst im Wege stehen und sich verbauen. Dies braucht vielleicht ein Spiel Übung, aber schnell hat man raus, wie man am besten die Plättchen bewegt, um ordentlich abzusahnen.

Wer Logikspiele wie Rush Hour oder dergleichen schon gespielt hat, weiß, wie clever ein- und ausparkten geht. So ähnlich verhält es sich auch auf der Obstinsel. Hier sollte man sich nicht im Wege stehen sondern rundum gut sich bewegen.

Ein cleveres Unterfangen ist es auch, sich manch einsamen Eiswagen zu sichern, um damit fett Punkte zu machen. Doch all zu schnelles und vielen Kaufen von Gebäuden kann auch das Spielende initiieren, was in manch Situationen klug, oder auch etwas zu forsch sein kann.

Freiräumen und zubauen

Genau in diesem Verhältnis schwankt die Spielweise von Juicy Fruits. Einerseits will man seine Insel frei von Schiffen haben, da diese die Reichweite der Obstkörbe schmälert, und andererseits will man auch viele Punkte machen, indem man sich die Insel mit Gebäuden zubaut. Eine Krokodils Farm oder ne Kakadu Station ist schon was Feines. Aber nehmen auch wieder Platz weh.

Ressourcenmanagement – darauf kommt es an. Dabei spielt jeder für sich. Nur um die begehrten Gebäude herrscht Konkurrenzkampf, und es ist ärgerlich, wenn just vor Dir jemand das passende Plättchen wegnimmt. Grrr…

Darum sorgt das Spiel teilweise für Emotionen und Ärgergefühl. Aber das kommt echt selten vor. Tatsächlich habe ich in meinen Partien es eher erlebt, dass das Spiel vor sich hin plätschert. Tatsächlich bin ich selber gar nicht daran interessiert, was die anderen machen, oder welche „Strategie“ sie verfolgen. Ich mache meinen eigen Obstsalat, und fertig.

Und das ist etwas, was mir Juicy Fruits zu einem ferner liefen Spiel macht. Größtenteils zeigt sich das Spiel unspannend und plätschern. Es ist rund, und es funktioniert, aber richtig Angespanntheit, Konkurrenzdruck und Nervosität habe ich nicht in meinen Runden erlebt. Weder ich, noch meine ganzen Mitspielenden.

Aber das Spiel ist dadurch nicht schlecht, nein das gar nicht. Aber es besitzt auch nicht etwas ganz Besonderes oder löst besondere Gefühle aus. Ein nettes Spiel, was man MAL spielen kann, aber sich extra für eine Partie Juicy Fruits verabreden – das tatsächlich nicht. Dafür hat das Spiel zu wenig Reiz.

Da gelobe ich mir die Saftpresse doch eher, da hier etwas mehr Pepp drin steckt, aber dennoch ist das Spiel ein kurzzeitiges Glimmen, als der letzte heiße Scheiß.

Lecker

  • Leicht zu verstehen und schnell gespielt.

Pfui

  • Es ist nach ein paar Runden leider etwas langweilig.

Fazit

Funfairist würgt die Orange und schreibt

Nett! Eine durchschnittliche Fritte. Gut und Schluß. Es sieht super schön aus, es ist schnell erklärt, und es ist mit der Saftpresse und dem Solomodus etwas abwechslungsreich. Aber leider eher ein „Nett, dass Du da bist!“, als ein „Hereinspaziert, jetzt geht die Party ab!“ Herzlichen Dank an Deep Print Games / Pegasus Spiele, die uns ein Spiel zur Verfügung gestellt haben.
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