Nope

Frittenrezensionen Kartenspiele
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Superfritte

Zocken wir Nope? Jup!

Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg hat die Game Factory ein neues Anti-Mau-Mau präsentiert mit dem hippen Namen “Nope”.

Was bedeutet Nope? Nö! Und beim googeln hab ich das hier auf giga.de gefunden. Willkommen zu einer Übungsstunde Denglisch für Jungendliche. 😉 “Nope ist dabei einfach eine saloppe Weise „No“, also auf Deutsch „Nein“, zu sagen. Das passende Gegenwort zu Nope ist „Yup“. So wie man hierzulande gerne „Nö“ oder „Nee“ sagt, nutzt man im englischen Sprachraum eben „Nope“.

Nope macht am Anfang komische Sachen im Kopf, auch, wenn die Regel denkbar einfach ist: Wer gewinnen will, muss Karten auf der Hand behalten.

Und alle so: whaaaat??

Ja genau. Egal ob Uno, MauMau und Skip-Bo (um mal die wirklich gängigen Namen zu nennen) – in all diesen Spielen hat man unsjahrzehntelang eingetrichtert, dass man nur gewinnen kann, wenn man als erster die Karten los wird. Und dann kommt ein Nope und dreht das plötzlich um? In den ersten Partien habe ich wirklich gemerkt, wie sehr ich auf´s Karten loswerden konditioniert war.

Ich erzähl euch mal kurz, wie Nope funktioniert. Hier gibt´s die Regeln im Detail.

Jeder hat Handkarten und muss, wenn er dran ist eine Anzahl an Karten ablegen. Wieviele das sind und welche Farbe die Karten haben müssen gibt die Karte vor, die ganz oben auf dem Stapel liegt. Liegt etwa eine gelb-blaue (oder ist das lila?) 3 oben auf, bedeutet das, das der nächste 3 Karten in gelb oder blau spielen muss. Also entweder alle gelb oder alle blau – nicht gemischt. Die Reihenfolge, wie ich sie drauflege, ist egal, aber die Karte, die oben liegt, gilt dann für den nächsten Spieler. Es gibt zweifarbige Karten und einfarbige Karten. Bin ich an der Reihe und kann die vorgegebenen Karten nicht ablegen, muss ich ziehen. Kann ich danach immer noch nicht, sage ich Nope! und der nächste ist dran. Kann ich nach dem Ziehen jedoch, dann muss ich das auch nachholen.

Es gibt noch einige Spezialkarten, die ich spielen kann. Ich kann sie einzeln spielen und dann tun sie unterschiedliche Dinge: eine Karte ist quasi eine Arschkarte 😉 Ich leg sie ab, wenn sie die gleiche Farbe hat wie die oberste Karte und zeige auf einen anderen, der dann 1,2 oder 3 Karten dieser Farbe spielen muss. Wieviele suche ich mir aus. Ich kann auch eine Durchblickkarte in der passenden Farbe spielen und dann muss der nächste die Karte unter meiner Durchblickkarte bedienen, ich aber dafür nicht mehr! Mit einer Neustartkarte, die auf jede Farbe gespielt werden kann, bin ich fein raus und fertig mit meinem Zug und der nächste beginnt mit einer neuen Karte.

Und dann freuste dich, wennde Karten ablegen kannst.

Naja, und dann dreht sich dieses Gefühl plötzlich, wenn du merkst, dass das ja gar nicht gut ist, wenn du ablegen kannst, weil du nur gewinnst, wenn du als letztes noch Karten auf der Hand hast. Zu Beginn spielt man die Karten anfangs so runter, bis man merkt, dass die gut gemeinten Tipps aus der Regeln schon helfen können: Einfarbige Karten zu behalten, damit man weniger Auswahl auf der Hand hat, macht schon sehr viel Sinn. Was man nachzieht kann man natürlich nicht planen, aber man kann gut überlegen, welche Farbe man wie bedienen möchte … Und wenn man geschickt auslegt, dann kann man die eigene Angriffsfläche verkleinern. Auf der anderen Seite muss man auch immer darauf achten, was man auslegt. 3er Karten im fortgeschrittenen Spielverlauf nach oben auf den Stapel zu legen ist nicht wirklich sinnvoll – denn je weniger Karten noch auf den Händen sind, desto höher sind auch die Chancen, dass niemand die 3 bedienen darf und dadurch nachziehen darf.

Auch sollte man daran denken, was man sonst noch so auf der Hand hat, bevor man spielt. Denn bei Nope kann es immer mal wieder geschehen, dass man seine Karte selbst vor den Latz geballert bekommt. Kann man sie bedienen, muss man sie bedienen. So einfach ist das.

Ruckzuck genoped

Nope ist ein klassischer und wirklich toller und neuer Kandidat in Sachen Absacker und Icebreaker. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass in den meisten Fällen noch ne Runde drangehangen wurde – da kann das “Hauptspiel” schon mal warten müssen. Anfangs ist es hin und wieder ein bisschen schwergängig, wenn sich neue Spieler mit dem neuartigen “Behalte-deine-Karten-Ding” anfreunden und man selbst schon weiß, wie das Spiel tickt. Aber wenn dann alle wissen, wie es geht, dann geht es ruckzuck …

Etwas, was ein bisschen anstrengend sein kann ist, wenn sich zwei Spieler in einer Viererrunde batteln und es hin und her geht und die beiden ziehen und ablegen und ziehen und ablegen, während die anderen beiden schon ausgestiegen sind. Das kann sich dann ein bisschen ziehen und man sollte eigentlich eine zweite Partie parallel zu zweit starten, denn auch das funktioniert super. 😉

Fazit

Kaddy zieht eine Karte. Nope.

  "Nope bekommt eine wirklich gute Superfritte von mir - ein altbekanntes Prinzip wurde umgekehrt, bunt gemacht und aufgepeppt und zack - haste ein echt tolles, flottes Kartenspiel. Die Ideen, die in dem Spiel stecken, sind wirklich simpel und bringen wirklich ne Menge Spaß an den Tisch. Trotzdem ist Nope was es ist: ein kleines Kartenspiel mit niedrigem Einstieg (wenn man mal von dem Wirrwarr um die Aktionskarten absieht, weil man die so oder so spielen kann, aber so nicht und wenn diese eine Kombi vorliegt muss man sie spielen). Ich würde Nope sicher nicht den ganzen Abend spielen, aber als Opener für einen Spieleabend ist das schon wirklich gut geeignet.
Ein Dank geht an die Game Factory die uns das Spiel als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. "
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