Trails of Tucana

Brettspiele Frittenrezensionen
6

Gute Fritte

Flip und Strich

Mit der Machete sende ich mich durch das dichte Blattgrün der Insel Tucana. Oha, was erblicke ich denn hier? Eine Sehenswürdigkeit? Das sieht mir aber nach einem Obelisken aus. Nun gut zu wissen, wie Menschen aus meinem Dorf nun hier her kommen können. In Trails of Tucana bauen wir Schneisen und Wege auf einer kleinen oder etwas größeren Insel. Dabei versuchen wir Sehenswürdigkeiten zu finden, Dörfer mit einander zu verbinden und vor allem Punkte zu machen. Aufgedeckte Karten verraten uns die Strichverbindung. Ich berichte heute über Trails of Tucana von Eilif Svensson und Christian A. Øsrby aus dem Hause Pegasus Spiele.

Landkarte der Striche

Nun, eigentlich muss ich nicht mehr schreiben, als schon etwas weiter oben genannt. Denn genau das machen wir in diesem Flip & Write Spiel. Wir decken 2 Karten auf, malen einen Weg ein, und nach 2 x 13 Durchgängen (bzw. 3 x) ist das Ding fertig. Schnelle 20 Minuten sind gespielt, und auf dem relativ großen Blatt sind nur kleine popelige Striche zu erkennen, die mit dem mitgelieferten Bleistift noch nicht mal richtig zu erkennen sind.

Sehenswürdigkeiten, Dörferverbindungen und Bonuspunkte bringen insgesamt in Summe den Sieg. Aufgrund des immer neu gemischten Kartenstapels und der sich ändernden Dorfpositionen, sind die Spiele immer unterschiedlich, auch wenn sich nach einigen Partien eine bestimmte Symmetrie einschleicht.

Gefallen auf der Isla

Nun, ich mag Roll & Write Spiele, und auch Flip & Write finde ich echt cool. Noch immer spiele ich Spiele wie Welcome to … sehr gerne und auch dieses Spiel mag ich recht gerne. 1 bis 8 Menschen können parallel am Landkartengekritzel teilnehmen, wobei es sich in jeder Konstellation relativ gleich spielt. Ich zumindest habe keine großen und relevanten Unterschiede gemerkt in meinen Partien, sei es in kleineren Besetzungen oder in größeren. Auch zu Zweit hatte ich eine Freude am Spiel, und es spielt sich wirklich locker flockig runter.

Die große Insel mag ich irgendwie lieber, auch wenn ich bei der kleinen Insel mir wünschen würde, lieber 3 Runden zu spielen, und auf der großen Insel 4. Aber das nur am Rande.

Die mit beigepackten roten Bonuskarten bringen noch etwas Variation mit ins Spiel, was ganz okay ist. Auf jeden Fall habe ich es in meinen oft gespielten Runden begrüßt, dass sich noch etwas änderte im Spiel.

Tatsächlich muss ich sagen, dass meine Lust am Spiel im Laufe meiner Partien etwas gesunken ist. Trails of Tucana macht mir zwar immer noch Spaß, aber mittlerweile verspüre ich eine kleine Langeweile im Spiel. Irgendwie habe ich mir bestimmte Wege schon „zurecht“ gelegt, und wenn bestimmte Kartenkombinationen kommen, so kann ich diese Wege recht gut fahren. Auch habe ich gelernt mit den Punkten der Sehenswürdigkeiten besser zu spielen, um im Endeffekt am Ende besser dazustehen. Eine Strategie, die man fahren und vor allem lernen kann.

Nicht, dass ihr mich falsch versteht, ich mag das Spiel immer noch, aber wie gesagt, irgendwie fehlt mir nach den Partien etwas Abwechslung, etwas „Neues“, andere Herausforderungen und vielleicht die eine oder andere Andersartigkeit. Vielleicht wird es mal andere Blöcke geben, oder noch andere Karten – mal schauen.

Ausstattung und Aufmachung

Der Block ist schön groß, die Karten sind toll und ich mag die Haptik der Karten auch sehr. Die Aufbaukarten sind nett. Lediglich die Bonuskarten, und dabei ist es egal, ob es die blauen oder die roten Bonuskarten sind, hätten etwas schicker sein können nach meinem Geschmack. Die passen irgendwie nicht in das Inselflair. Ein Stern mit einem Tukan drauf – na ja, geht so. Und was ich überhaupt nicht mag, sind die IKEA Stifte im Spiel. Ich weiß, das ist eine Sache der Produktion und des Geldes, aber liebe Spielende da draußen, nehmt euch bitte n gut quietschenden Filzstift, dann seht ihr die Wege auch besser. Oder nutzt etwas Farbe, geht auch und sieht optisch auch recht okay aus.

Im Großen und Ganzen bekommt man ein sehr nettes und unterhaltsames Flip & Write Spiel, was mir gefällt. Daumen immer noch nach oben.

Lecker

  • Schnell erklärt und gespielt
  • Alle spielen gleichzeitig

Pfui

  • Bleistiftstriche zu ippsig auf dem Papier
  • Nach mehreren Partien irgendwie immer das Gleiche

Fazit

Funfairist schlachtet sich durchs Dickicht und sagt dabei

Eine sehr solide und liebe gute Fritte vergebe ich. Ich mag das Spiel und mag die Schnelligkeit. Alle spielen gleichzeitig und alle machen ihren Quark und schauen aber auch gerne nach links und rechts und nach gegenüber, um zu schauen, was die anderen alle so machen. Kleiner Wettkampf liegt bei den Bonuskarten vor, aber ansonsten: Nette Tourismustour durch die Insel. Herzlichen Dank Pegasus Spiele, die uns ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.
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Gute Fritte