Beasty Bar Born to be wild

Frittenrezensionen Kartenspiele
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Gute Fritte

Du kommst hier nicht rein

Wer sagt denn das? Dass ich hier nicht reinkomme? Hm? Wer sagt denn das? Dass ich hier nicht hingehöre? Wer sagt denn das? Dass dieser Club nicht auch für mich was wäre? Wer sagt denn das? Nun, vielleicht der Türsteher, und nun: Zieh Leine, sonst gibt’s Zahnpüree. Ja, raue Sitten an der Beasty Bar aka Heaven’s Gate. Und nun wird es wild, denn mit der dritten Auskopplung Born to be wild kommen wilde Tiere in die Disco – oder eben nicht. Wir schauen auf das lustige Kartenspiel Beasty Bar Born to be wild von Stefan Kloß und Anna Oppolzer, welches bei Zoch erschienen ist.

Club Animal

Oh ja, welcher Schuppen ist Nummer eins in Town? Genau, die Beasty Bar. Und das weiß ich, das weißt Du und jedes andere animalische Wesen der Stadt weiß es auch. Und gerade weil der Schuppen so mega en Vogue ist, kommt nicht jede*r rein. Dabei möchte ich zu sehr den Adler an der Discokugel flattern, das Okapi nen Breakdance auf dem Floor machen und den Zen-Panda auf der Box sitzen sehen. Wäre das schön. Aber in die Beasty Bar kommt nicht jede*r rein. In diesem Kartenspiel liegen Karten als Warteschlange vor der Bar aus, und die Spielenden wollen gerne ihre eigenen Tiere in der Zappelbude sehen, nicht die anderen, denn am Ende entscheidet, wer die meisten Punkte hat, und das wird durch die Tiere entschieden.

Sicherlich habt ihr von Beasty Bar schon mal gehört, denn das Grundspiel gibt es schon etwas länger. Danach folgten die New Beasts in Town, und nun kommt die Erweiterung, was auch gleichzeitig ein eigenes Spiel ist: Born to be wild.

Wer Teil eins und/oder Teil zwei schon sein eigen nennt, kann mit Teil drei seine eigen Kombi zusammenwürfeln. Wohuuuu, bei dem Tieraufkommen ist die Schlange (he he, Schlange) vor der Bar lang.

Flamingomoves

So richtiges wildes Abzappeln bekommen wir wieder nicht zu sehen, stattdessen aber eine Riga an unterschiedlichen Tieren, die sich anstellen: Kojote, Kamel, Wiesel und Elefant sind mit am Start. Sogar das Faultier hat sich n fetzigen Zwirn angezogen und hat Bock auf Raga-Mukke. In dem Spiel befinden sich 13 Tierkarten in 4 Farben und sie alle haben eine Spezialeigenschaft, die wunderbar zum Tier passt. Drängeln, umrennen, angreifen, hindurchhuschen, Unruhe stiften – ja, da ist für alle was zu haben.

Wir legen geschickt und planerisch unsere Tiere in die Schlange. Liegen 5 Karten aus, wird geschaut wer in ist, wer noch warten kann und wer out ist. Für die IN’s wartet der Donnerschuppen Heaven’s Gate mit allerlei SchiSchi, wer noch wartet, wartet halt, und wer out ist, nun darf am Ende der Drängelmeile rumlungern – Das war’s, Du kommst hier nicht rein. Aber sowas von gar nicht.

Ellenbogen und Schieberempelei

Ja, in Beasty Bar geht es nicht zimperlich zu. Wer richtig Lust auf kompetitive Spiele hat, sollte hier auf jeden Fall mal ein Auge werfen – wenn nicht eh schon geschehen. Hier wird gedrängelt, geschoben, rausgekickt und fies gespielt. Weg. Platz. Ich. So lautet die Ellenbogendevise. Und in Born to be wild wird hart gekämpft.

Beasty Bar, egal welche Ausgabe, muss man mindestens zweimal spielen, denn in Spiel eins sammelt man erst einmal die Erfahrung, wie die einzelnen Tierchen so ticken. Das kann in einer ersten Partie etwas humpelig sein. Aber gönnt euch die Erfahrung, denn schon nach einer Runde spielt sich dieses echt nette Drängelspiel lockerflockig runter. Man lernt ziemlich schnell die „Sprache“ der Bilder, und die kleinen Übersichtsblätter helfen beim verstehen der Fähigkeiten schnell. Bei Runde zwei wird man schon taktischer spielen wollen. Runde drei und vier geht dann immer flockiger von der Hand. Nur wenige Minuten, und es kann ausgewertet werden, welcher Tierhengst den Schweif im Rhythmus der Musik baumeln lässt. In 15-20 Minuten ist die Runde runtergespielt – geht ganz schnell.

Am liebsten spiele ich Beasty Bar in einer 3er oder 4er Kombo. Zwar ist in Vollbesetzung die Drängelmeile immer sehr schnell voll, aber egal, der Spielspaß ist dennoch gegeben. In einer 2er Partie hatte ich auch Spaß, aber die beste Besetzung war eigentlich zu dritt.

Es ist spannend mitzuerleben, wie gerne gemeine Freundschaften im Spiel geschlossen werden, die schon nach nur wenigen Kartenzügen bösartig gebrochen und aufgehoben werden. Beasty Bar ist kein Spiel, um Freunde zu finden. Hier hauen wir uns aufs Maul, aufs fette, aufs tierische.

Und das macht Freude. Ich mag Beasty Bar und spiele es echt gerne. Wenn man mal die Hürde des ersten Spiels geschafft habt, geht es echt schnell von der Hand.

Ein tolles Spiel mit erstklassigen Karten und einer echt tollen Grafik.

Lecker

  • Richtig schön ärgern und aufs Maul hauen
  • Ab Partie 2 wird's immer besser
  • Kombinierbar mit Teil 1 und 2 und allein spielbar

Pfui

  • Ich hätte gerne das Flamingo tanzen gesehen

Fazit

Funfairist ist im Heaven’s Gate und gröhlt raus

„Ich bin drin, ihr Looser. Wir sehen uns, aber nicht hier drin!“ Ja ja. Erst auf dicke Hose machen, und dann allein nach Hause wackeln. Aber egal. Dafür steckt im kleinen Spiel ne schöne Prise Ärgerspaß, die ich so manch kleine Freundesclique an den Spieltisch wünsche. Ich mag Beasty Bar und vergebe eine richtig gute Fritte. Herzlichen Dank dem Zoch Verlag, die uns ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.
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