Die Dritte Fritte: Crime Zoom – Vögel des Unheils

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Knusperfritte

Krimi im Detail

Unsere Dritte Fritte Michelle hat sich Crime Zoom – Vögel des Unheils vom Aurora Verlag bzw. Asmodee angeschaut und berichtet euch heute hier bei uns von ihren Erfahrungen. Viel Spaß!

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Als die liebe Kaddy mich fragte, ob ich nicht mal wieder als 3. Fritte agieren möchte, konnte ich einfach nicht nein sagen. Zum einen kann man Kaddy einfach nichts abschlagen und zum anderen hat sie mich gefragt, ob ich ein Krimispiel rezensieren möchte und da hatte ich gleich Herzchen in den Augen. Also habe ich einfach mal ignoriert, dass mein Stapel an ungespielten Escape-, Exit- und Krimispielen beschämend hoch ist und so sind die Spiele bei mir eingezogen.

Begonnen habe ich mit dem Spiel „Crime Zoom – Vögel es Unheils“. Das Spiel ist mit etwa 60 Minuten Spielzeit angesetzt und kann alleine oder mit einer Gruppe bis zu 6 Leuten gespielt werden. Die Altersempfehlung liegt bei 12+. Es enthält 55 (doppelseitig bedruckte) Karten und eine Spielanleitung.

Mein erster Eindruck:

Nachdem ich die Spiele endlich (! :P) in den Händen hielt, war mein erster Eindruck durchaus positiv. Ich mochte das handliche Format und der Text „Alles beginnt mit einem großen Bild, das vor euch ausliegt. Untersucht den Tatort und findet Hinweise, in dem ihr Karten umdreht…“ klang durchaus innovativ. Ich habe zwar schon Spiele gespielt, bei denen Vorder- und Rückseite der Karten wichtig sind, wie z.B. Escape Tales, aber das hier sah doch noch etwas anders aus.

Wie wird gespielt: Als dann der nächste Spieleabend anstand, habe ich die anderen Spiele weinend im Regal zurückgelassen und die Vögel des Unheils eingepackt. Das Spielprinzip ist einfach erklärt und die erste Karte hilft uns auch direkt mit einigen Hinweisen: Man legt aus den ersten Karten einen Schauplatz und muss dann gemeinsam entscheiden, welche der Karten man umdrehen möchte, weil etwas auf dieser Karte für den Fall als wichtig erscheint. Anhand der Karten werden wir auch schnell geschichtlich abgeholt. Durch die Texte auf den Kartenvorderseiten gelangen wir zu anderen Schauplätzen und weiteren Informationen. Am Ende gibt es einen Fragenkatalog (und freiwillige Zusatzfragen) und eine Bepunktung anhand der Anzahl der nicht aufgedeckten Karten.

Wie hat’s gefallen:

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, kann ich verraten, dass eine Pizza hier wesentlicher Bestandteil der Geschichte ist (in welchem Leben ist sie das nicht?!) und eine tote Frau spielt natürlich auch eine Rolle.

Weil wir brave Spielende sind, haben wir uns zu Beginn des Spiels die Anleitung (fast) ganz durchgelesen. Ich persönlich habe sie als zu lang empfunden. Diese Informationen hätte man durchaus bündeln können. Als es dann zum Thema „Ende des Spiels und Bepunktung“ kam, waren wir uns beide einig „Ach, das können wir dann lesen, wenn es soweit ist.“ Wir wussten bis zu diesem Zeitpunktpunkt schon, dass Fragen auf uns warten würden.

Der Einstieg in das Spiel war leicht – eigentlich. Für einen Moment waren wir dann doch irritiert, denn wir beide hatten es so verstanden, dass man so viele Karten umdrehen darf, wie man möchte… ohne irgendwelche Regeln zu beachten. Das haben wir dann noch zwei Mal nachgelesen und es ist tatsächlich so. Man kann jederzeit entscheiden, sich den Inhalt einer Karte genauer anzuschauen. Das erschien uns ein bisschen zu einfach und uns beiden fehlte dadurch zuerst der Reiz hinter dem Ganzen.

Nun kann ich kurz erklären, wieso es ein großer Fehler war, die Spielanleitung nicht bis zum Schluss zu lesen. Als wir fertig waren, stellte sich heraus, dass jedes Set aus 5 nicht umgedrehten Karten uns noch Zusatzpunkte bringt. Haha. Da ist er, der Reiz des Spiels. Was soll ich sagen? Wir haben bis auf 4 oder 5 Karten alle offen auf dem Tisch liegen gehabt.

Letztendlich konnten wir einen Großteil der Geschichte relativ schnell nachvollziehen, jedoch hat uns bis zum Ende ein gewisser Punkt gefehlt. Doch auch, nachdem wir eigentlich soweit alle Informationen zusammen hatten, blieb unsere Frage unbeantwortet. Auch die Auflösung des Falls in der Spielanleitung hat sie nicht beantwortet und uns dadurch etwas unbefriedigt zurückgelassen.

An sich kann ich aber sagen, dass ich das Spielprinzip mochte. Die Idee, Räumlichkeiten aus Karten zu legen und dann zu entscheiden, welcher Spur wir weiter nachgehen wollen, hat mich auf jeden Fall angesprochen. Auch die Rätsel bzw. Hinweise für Schlussfolgerungen fand ich gut umgesetzt.

Das Spiel ist für 1-6 Personen ausgelegt. Ich persönlich würde sagen, dass es eigentlich schon reicht, wenn man es im kleinen Kreis von 2-3 Personen spielt. Letztendlich ist es ja auch das Mitdenken und Vorlesen und Vergleichen von Informationen, dass zur Spielfreude führt und bei so Kartenspielen geht das schnell unter, wenn die Gruppe zu groß ist.

 

Anmerkung Spielfritte: Ein herzlicher Dank geht an Asmodee, die das Spiel für die Rezension zur Verfügung gestellt haben.

Lecker

  • + interessantes Spielprinzip
  • + guter Einstieg
  • + gute Rätsel/Hinweise

Pfui

  • - Anleitung könnte kürzer sein
  • - auf Punkteverteilung könnte eher hingewiesen werden
  • - Schlussfolgerung am Ende hat uns in einer Hinsicht ratlos zurückgelassen

Fazit

Michelle sagt

"Das Spielprinzip konnte mich durchaus begeistern und das nächste Mal, wenn ich dann auch weiß, wie man wirklich richtig spielt, wird es bestimmt auch noch mal ein Stück spannender. Die Geschichte und die Rätsel bzw. Hinweise fand ich auch klasse und waren – zumindest für mich – auch mal ein bisschen neuer. Von der Spielweise erinnert es an eine Mischung aus Idventure (Zusammensuchen von Informationen) und Escape Tales (Informationen über Karten). Allerdings konnten wir am Ende eine Sache nicht richtig nachvollziehen, was bei uns ein komisches Gefühl zurückgelassen hat. Insgesamt kann ich sagen, dass wir durchaus Crime Zoom noch mal auf den Tisch packen würden, es zum jetzigen Zeitpunkt aber kein „Must Have“ für unseren Krimispiel-Haufen ist. Ich bin gespannt, wie sich die anderen beiden Teile spielen werden. "
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