Guten APPetit – Tichu

Frittenrezensionen Guten APPetit
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Voll Turbofritte

Damals…

…im Jahre 1991 (nein, das gehört jetzt nicht zur Retro-Reihe ;o) ) hatte der Urs Hostettler eine grandiose Idee für ein Kartenspiel. Diese Idee war zwar nicht sonderlich neu, aber trotzdem gut. In Ostasien war einmal ein Spiel, das Tichu sehr ähnlich ist. Angeblich sind allein in China eine halbe Milliarde Menschen diesem Spiel verfallen. Urs wollte das ganze ein bisschen anders machen und entwickelte in der Schweiz das Tichu, über das ich heute erzählen möchte. Extra dafür entwickelte er asiatisch aussehende Karten und noch ein paar neue Regeln und brachte das Spiel auf den Markt. Im Jahre 2010 setze sich Steve Blanding dann an seinen Rechner und entwickelte die passende APP dazu. Einer der Betatester dieser APP war übrigens Ted Alspach – na, woher kennen wir den denn?

So, und ich, weil mein iTunes-Gutschein so gerade eben noch für eine kleine Spiele-APP gereicht hat, dachte mir, ich versuch das einfach mal.

Was zur Hölle ist ein Tichu?

Keine Ahnung. Auch dieses Internet konnte mir bei der Aufklärung dieser Frage nicht helfen. Der Name stammt aber wohl von einer Variante des asiatischen Tichu-ähnliches Spiels…. das muss reichen an Informationen.

Also, bei Tichu spielt man zu viert, jeweils in 2 Teams. Natürlich, wie bei fast jeder APP, kann man das auch alleine spielen, dann bekommt man noch 3 Bots an den Tisch gesetzt. Oder man spielt es online. Je nachdem, was man lieber mag. Ingesamt gibt es 4 Farben und jeweils 13 davon und noch Sonderkarten.Jeder bekommt 14 Karten, gibt jeweils eine seiner Karten an jeden Mitspieler, bekommt demnach auch wieder 3 zurück (na, wieviele Karten hat jetzt jeder?! ;o) ). Dann wird gespielt und es ist echt einfach: Man spielt Karten aus, entweder einzelne Karten, die immer in aufsteigender Punktezahl ausgespielt werden müssen, man kann Zwillinge legen oder Straßen oder alles Mögliche an Kombinationen, die man so aus dem Kartenspielen kennt. Es gibt noch einige Sonderkarten wie die 1 (das ist der Mahjong, da darf man sich noch was wünschen), einen Vogel, ein Hundi und einen Drachen, die sind alle ganz gut, wenn die Minuspunkte mancher Karten nicht wären… So werden die Karten ausgespielt, es wird gestochen und der mit dem höchsten Stich bekommt die Karten und er bzw. sie darf den neuen Stich vorgeben. Es gibt Siegpunkte für Könige, Zehner und Fünfer, der Drache gibt + 25 Punkte, (die muss man allerdings an einen Gegner verschenken, voll kacke) und der Vogel gibt – 25 Punkte (ja, die darf man natürlich behalten…. Super.). Alle anderen Karten haben keine Siegpunkte. Man kann noch, wenn glaubt, der Geilste zu sein, Tichu ansagen. Wenn man es dann schafft, als erster alle seine Karten loszuwerden, gibt’s noch extra Pünktchen. So wird gespielt und gespielt und gespielt und zwar so lange, bis das erste Team 1.000 Punkte erreicht.

Bruno forever!

Im voreingestellten Spiel ist mein Partner der Bruno und Bruno und ich spielen gegen Cyril und Alexandra. Da frag ich mich doch, wer hat sich diese Namen nur ausgedacht? Ich nenne die 3 bei jedem Spiel einfach anders. Da hat man ganz schnell ganz viele neue Freunde. Die Hildegard, den Jochen und die Gundi. So einfach ist das!

Mein erstes Mal.

Als ich Tichu das erste Mal ausprobiert hab, war ich positiv überrascht, weil die Einführung ins Spiel echt gut umgesetzt ist. Die Erklärungen zu allen wichtigen Fakten gibt´s per Pop-Up-Fenster, und wenn man keine Ahnung hat, welche Karten am besten gespielt werden, gibt’s noch einen „HILFÄÄÄ“-Button. Im Hintergrund läuft asiatisches Gedudel, was ich total ambientisch (oder wie sagt man das?!) finde. Dafür lass ich sogar die Ärzte mal aus. Nachdem ich dann nach den ersten paar Spielen das Spielprinzip verstanden hatte (das Kartenspiel hab ich vorher nie gespielt), joa, was soll ich sagen? Seitdem hallt hier des Öfteren mal der Satz „Ich helf dir gleich beim Spülen, ich spiel nur noch eben die Runde zu Ende“ durch die Bude. Wie gut, dass meine bessere Hälfte noch nicht mitbekommen hat, dass man 1.000 Punkte braucht, um eine Runde zu beenden. Und dass ich den Satz am liebsten dann rufe, wenn Bruno und ich gerade mal bei 150 Punkten sind. Aber ich kann doch Bruno nicht einfach im Stich lassen!!

Lecker

  • Auch noch 2018 mein Lieblingsspiel auf dem iPad!
  • Immer wieder abwechslungsreich, auch, wenn es im Endeffekt immer das gleiche ist
  • Super schnell zwischendurch gespielt und trotzdem anspruchsvoll, wenn man sich nicht bei jedem Zug eine Hilfe geben lässt, was am schlausten ist.

Pfui

  • Manchmal regt mich Bruno auf.
  • Man muss halt Kartenspiele dieser Art mögen

Fazit

Kaddy sagt APP-sichtlich

"Tolle APP, tolle Einführung ins Spiel, einfache, aber schöne Grafik, gutes Hintergrundgedudel (das wird auch tatsächlich nicht so schnell nervig…). Außerdem auch noch ein hohes Suchtpotential, weil man das mal eben schnell spielen kann. Selbst, wenn man die Runde unterbrechen muss kein Problem, der letzte Spielstand bleibt aktiv. Voll gut, auf meinen neuen Freund Bruno!"
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