The Mind Extreme

Frittenrezensionen Kartenspiele
8

Absolute Superfritte

Hasenextremgedankenkraftdiesdas

Ich sollte diese Rezension ohne Worte schreiben, ein stilles Schreiben sozusagen, denn auch in The Mind Extreme heißt es: Fresse halten und Kopf klar bekommen, so dass Du wie ein offenes Buch für alle Deine Karten lesbar erscheinen lassen kannst. Kommunikation ohne Sprache, ohne Augenrollen, ohne Zucken der Finger, nur die telepathische Kraft der Wahrsagung – ja, unsere Gruppentherapiestunde ist noch lange nicht zu Ende. Hier wird es EXTREME. Wir schauen auf und sprechen sogar über The Mind Extreme, dem Nachfolger des Gleichnamigen ohne Extreme im Titel, aber im Empfinden. Ein weiterer 2 – 4 Spielendentitel von Wolfgang Warsch, was ebenfalls beim NSV erschienen ist.

Ihr Profi-Telepathen vereinigt euch!

Zwei kleine Witzchen vornweg:

Treffen sich 4 Wahrsagende im Mysterium-Herrschaftshaus, und beschließen ein Ründchen Karten zu spielen, bevor sie bereit sind Visionen um ein Mordfall herum zu empfangen. Sagt eine der 4: „Was haltet …“ „Nein“, sagt ein anderer, „ich weiß, was Du sagen willst, aber The Mind wird nicht gespielt, das gewinnen wir immer.“

Schlecht? Okay, dann der:

„Sie sollen jetzt noch gar nichts sagen Hildegard. Aber sie fühlen es doch auch …“ „Hildegard, bitte sagen Sie jetzt nichts …“ „Hildegard, warum sagen Sie denn nichts?“ „Jetzt sehen Sie sich das an: HERR OBER!!!“

Okay, auch nicht? Egal. The Mind ist auch nicht zum Scherzen gedacht. Und EXTREME schon gar nicht, denn nun haben wir es nicht nur mit einem Ablagestapel zu tun, sondern mit Zwein. WHAAAAT??????? Ja genau. Zwei Ablagestapel, und schlimmer noch: Der eine geht aufwärts, der andere abwärts. Steffen Benndorf und Wolfgang Warsch haben sich wohl gedacht: Was können wir als Medikament in die Gruppentherapie eintröpfeln, so dass sich die Spielenden auf jeden Fall die Köpfe einschlagen. Herausgekommen sind die Farben weiß und rot, ein paar Hasen und Wurfsterne. Manchmal hilft auch wirklich nur ein Wurfstern – frag meinen Shinobihasen, der muss es wissen.

Schluss jetzt mit der Inter- und Transtextualität. Jetzt wird mal auf The Mind Extreme geschaut, und auch mal Klartext gesprochen, auch wenn das in The Mind nicht erlaubt ist: Danke, das ist geschafft. Meine Spielgruppen sind nun alle wirr im Kopf und durch Zusammengepresste Zähne wird ein wütendes „DAS GEHT NIEMALS“ gepresst. Jetzt mal ehrlich in die Runde da draußen? Wer schafft denn schon The Mind? Und wer schafft denn schon The Mind Extreme?

Im kooperativen The Mind (und auch im Extreme-Fall) wird nicht gesprochen, und wir wollen doch nur unsere Karten ablegen. Es gibt keine Spielrunde. Man spielt eine Karte einfach so auf einen Stapel, wenn man das Gefühl hat, genau den richtigen Zeitpunkt zu spüren. An der Vorgehensweise ändert sich auch im Extreme-Fall nichts. Nur haben wir es hier, wie schon beschrieben, mit 2 Stapeln zu tun. Weiß geht von 1 bis 50 hoch, und rot rückwärts von 50 auf die 1. Bei Fehler verlieren wir Hasenleben. Wurfsterne hauen eine Karte auf der Tischplatte fest – entweder niedrigste Weiße oder höchste Rote. Hier kann man schon etwas mehr planen, weil etwas offensichtlich vorliegt. Aber Extreme würde nicht Extreme heißen, wenn nicht manches Level verlangen würde, dass manch Kartenstapel mit verdeckten Karten bespielt wird. Ja genau. Verdeckt! Profi-Telepathen sehen erst zum Ende der Runde, wie die Hasenleben über die Klinge springen – oder eben nicht.

Ein Spiel?

Schon zu The Mind gab es viele Diskussionen und Anmerkungen: Ist das denn noch ein Spiel? Oder ne Gruppentherapiestunde? Auch Extreme wird uns keine Antwort offenbaren, aber was sowohl The Mind als auch die Extreme-Version uns ganz klar offenbart: Hier wird mit unserem Gefühl gespielt. Die einen gehen wildjauchzend und händklatschend in die Höhe, wenn Level geschafft wurden, andere lehnen sich zurück und sagen: Was ein Kack! Ja, so weit klafft die Spanne auseinander. The Mind spielt mit unseren Gefühlen, der Telepathenspaß ist eine Spielerei, ein anderes miteinander, bei dem so viele Grenzen vorliegen.

Wer sich im Fluss des Telepathieexperiments zu treiben erlaubt, kann Runde um Runde immer wieder versuchen noch ein Level mehr zu schaffen, noch einmal weiter zu kommen, noch einmal seine Hellsehfähigkeit zu erproben. Ja, denen kann eine wunderbare, wenn auch frustrierende Spielzeit ermöglicht werden. Und auch Extreme macht hier genau das, was The Mind es ebenso schon tat: Mit einem hasenrümpfigen Schnuppernäschen das Dritte Auge berotzen und dabei leicht kopfschüttelnd die eigene Grenze der Wahrnehmungsfähigkeit spöttisch offenbaren. Wie gemein. Das hätte ich nicht von einem Hasen erwartet, auch nicht im EXTREME-Fall.

Lecker

  • Mehr als ein Spiel
  • Echt sehr sehr schwer

Pfui

  • Frust, Frust, Frust, und gleich noch mal versuchen ...

Fazit

Funfairist telepathiert hinaus

Ja, ne Absolute Superfritte, ne, ist klar. Wie schon bei den anderen Auskopplungen. Wie lebending, wenn auch unschön-verlierend man sich fühlt, bei diesem Un-Spiel in Kartenform. The Mind Extreme schafft intensives Spielerleben und offenbart die eigene Wahrnehmungsgrenze in höchster Form. Ich bin weiterhin The Mind Fan in allen Formen. Herzlichen Dank dem NSV, die uns das Spiel für eine Rezension gestellt haben.
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Absolute Superfritte

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