Mystery House

#ausgebrochen Brettspiele Frittenrezensionen
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Gute Fritte

Ausgestattet mit Taschenlampe und Entdeckergeist auf ins nächste Abenteuer

Ich sitze hier, habe das Album „Ghost Story“ von Celestial Aeon Project laufen und schwelge in Erinnerungen an Mystery House und meine Erfahrungen damit ….

Bevor wir aber im Detail dazu kommen, will ich euch noch erzählen, wann wir das erste Mal mit diesem Spiel in Kontakt kamen. Oder besser, ich frag dich direkt mal, Funfairist. Weißt du noch, wann und wo wir Mystery House schonmal angespielt haben?

Das war in Berlin. Vom 19.07. – 21.07.2019 wurde zum 5. Mal die Berlin Brettspiel Con durchgeführt. Damals … Und dort haben wir dieses nette verspielte Schächtelchen gesehen und waren schon gleich Feuer und Flamme. Damals war Cranio Creations verantwortlich für die „Schieb rein Schachtel“, aber jetzt kann die verspielte Gemeinschaft auf die Lokalisierung aus dem Hause Schmidt sich freuen. Stimmt doch Kaddy, oder?

Genau. Schmidt Spiele hat dieses 3D-Escape-Abenteuer von Cranio Creations in diesem Jahr veröffentlicht und direkt 2 Fälle in die Schachtel gepackt, die wir gemeinsam er- und überleben können … oder sollen? Escape Rooms – die kennen wir ja inzwischen ohne Ende. Aber ein 3D-Escape-Room? Was soll das denn sein? Das kann ich euch erklären.

So, wie es auch bei den „normalen“ Escape Rooms ist, ist es auch hier: Wir werden in eine Geschichte geschleudert, dort gibt es ein Problem und weil wir gerade da sind, müssen wir das lösen. Mitgehangen, mitgefangen. Hier finden wir allerdings keine Karten in der Schachtel, die wir nacheinander durchrätseln müssen oder so, nein: Hier bauen wir uns den Tatort quasi selbst, in dem wir die Verpackung öffnen und das Innenliegende rausziehen. Das sieht ein bisschen aus wie ein zerlöcherter Käse und zwar aus gutem Grunde: In die Schlitze stecken wir Plättchen, die Wände darstellen. Und an den Kanten der Schachtel haben wir Löcher, durch die wir ins Innere schauen und alles inspizieren können. Das müssen wir auch mit Adleraugen und gutem Licht tun! In alle Ecken und Winkel, die man nur erspähen kann, sollte man im Spiel auch einen oder mehrere Blicke werfen. Naja und dann brauchen wir noch eine App, die uns leitet und einen Kartenstapel, der durchnummeriert ist. Was sich dahinter verbirgt, wissen wir anfangs nicht.

Samma, Funfairist, was ist denn mit diesen beiden Storys, die in der Schachtel stecken – worum geht’s denn da?

Also, wer sich die Kiste zulegt, hat gleich zwei Abenteuer im Spiel. Einmal Der Herr des Labyrinths und Familienportrait. Nach Angaben des Spiels ist das Labyrinth etwas einfacher, als das Familienportrait. Dieses hat nämlich schon eine Wertung von 4/5, und 3/5 wie das Labyrinth.

Aber um was geht es denn im Spiel?

Nun, im ersten Szenario Der Herr des Labyrinths müssen wir versuchen einem kleinen Mädchen die Tränen zu trocknen und den verloren gegangenen Bruder wiederfinden. Dieser ist nämlich verschollen gegangen und irgendwo im Labyrinth verschwunden. Also, irgendwie rein ins Labyrinth und dann links, und rechts und durch die Mauer durch.

Im Familienportrait kommen wir an einem Haus vorbei. Und statt einfach dran vorbei zu gehen, machen wir was? Genau: Reingehen. Na ja, wir kommen bis zum Garten, und dann fällt hinter uns das Tor zu. Gefangen im Garten. Statt über die Mauer zu klettern, gehen wir lieber ins Haus. Vielleicht geht das schneller und bequemer – als ob.

Wie funktioniert das Ganze? Nun, in den Szenarioboxen haben wir kleine Wände, die wir von oben in die Box stecken. Damit erstellen wir einen dreidimensionalen Raum, den wir von den Seitenfenstern einsehen können. Unsere Aufgabe: Durch Rätsellösen, Kombination und einem guten Auge diese Wände „öffnen“ und „wegspielen“, um immer tiefer in das Haus zu gelangen. Eine App und Karten helfen uns sorgen dafür, dass wir weiterkommen. So in kurz und knapp zusammengefasst.

Okay, dann gehen wir mal weg von der „sachlichen“ Ebene und hin zu den Gefühlen. *schnulz*
Welche Emotionen und Gedanken kommen in mir auf, wenn ich die Schachtel betrachte?
Düster.
Abenteuer.
Übersinnlich.
Gefahr.
Anlocken.

Und habe ich das im Spiel auch gefühlt?
Zum Teil. Mir persönlich hat der Herr des Labyrinths nicht so gut gefallen, weil die App bei uns total rumgezickt hat, wir verschiedene Rätsel übersprungen haben und irgendwann festgehangen haben. Das war irgendwie frustrierend und hat jede Art von Spannung im Nu zerbombt. Anders war es beim Familienportrait. Das hat gut funktioniert und es gab auch ein paar Gänsehautstellen. Das war ganz gut umgesetzt, fand ich. Wie haben dir denn die beiden Fälle gefallen, Funfairist?

Schon recht ähnlich. Auch mir hat das Familienportrait besser gefallen, als das Labyrinth. Vielleicht liegt es daran, dass ich erst das Labyrinth gespielt habe, und ich hier und da ein paar Fragen hatte, und beim zweiten Szenario besser bescheid wusste, aber fern ab dessen hatte auch ich beim Labyrinth-Szenario auch das Gefühl, dass die App hier nicht ganz so gut funktioniert hatte. Zum Beispiel haben wir einen Hinweis bekommen, der vom Text so lang war, dass man gar nicht alles lesen konnte. Berührte man die Oberfläche des Handys, war der Hinweis weg und damit auch die Infos. Scrollen konnten wir nicht. Das war schade.

Aber so eine App kann man mit einem Update sehr gut lösen. Das ist jetzt nicht das Thema. Vielmehr würde ich gerne sagen, dass ich Mystery House anstrengend finde. Anstrengend im Sinne von „augenaufrebend“. Die Art und Weise wie das Spiel gespielt wird, ist sensationell innovativ und was ganz Neues. Immer tiefer schauen wir in die Kiste rein, entdecken im Verborgen immer mehr. Das finde ich richtig cool. Selten verlangt ein Spiel, dass man in dieses „tief hinein gehen muss“. Aber, und das ist die Herausforderung, um tief blicken zu können, bedarf es auch guter Augen. Das Erblicken von Details im Inneren ist ohne Lampe nicht möglich. Nutzt man die Lampe des Handys zum Beispiel, kann man wesentlich mehr sehen im tief Verborgenen.
Aber Achtung!!! Schaut jemand von der anderen Seite genau dann auch ins das Mystery House, kann es schnell zu Blendungen kommen. Einmal ist das okay, ein zweites Mal auch, spätestens ab dem 3. Blendangriff hatte ich Kopfschmerzen.

A propos Kopfschmerzen. Tatsächlich kann ich das Spiel in einer maximalen Besetzung von 4 Menschen empfehlen. Auf der Schachtel steht: 1 bis 5. Da die Schachtel viel bewegt wird, hin und her geschoben wird, und gedreht wird, kann einem hierbei schon recht schnell schwindelig werden. Ist man in einer 4er Besetzung, kann jede Seite von einem Spielenden „bearbeitet“ werden. Das finde ich sehr kooperativ und verlangt einiges an Kommunikation ab. Das gefällt mir. Ansonsten lieber in kleinerer Besetzung spielen.

Und dann noch die Höhe: Leute, baut euch durch andere Spiele einen Untergrund und legt das Mystery House höher. Auf Augenhöhe spielt es sich wesentlich angenehmer, als tief auf dem Tisch. Das mal so als gut gemeinter Ratschlag.

Vom Gefühl muss ich sagen: Ich fand die Rätsel spannend und gut gemacht. Auch die Verbidnung von App und Spielmaterial ist gelungen. Dass ich die App Oberfläche jetzt nicht so hübsch finde ist zwar nur eigener Quark, erfüllt aber seinen Sinn. Also, alles gut erst einmal.
Ich mochte die Ausgewogenheit aus entdecken, rätseln und kombinieren und absuchen. Manche Wand ist eine Art Suchbild, und dann braucht man Kombination. Das ist ganz nett gemacht. Für alle etwas dabei. Ich würde es sehr schön finden, wenn wir „Sehaufträge“ bekommen würden, wie „sucht nach einem …“ oder „was machen wir blos mit diesem Schlüssel?“ …

Lecker

  • Da steckt eine Menge Potential im Spiel

Pfui

  • Bitte die APP aktualisieren.

Fazit

Kaddy versteckt sich umme Ecke und Funtairist sagt

“Meine Meinung zu Mystery House ist irgendwie etwas durchwachsen. Mein erster Eindruck letztes Jahr in Berlin war cool - ich hatte echt Bock auf mehr. Dann kam das Spiel und wir begannen mit Dem Herr des Labyrinths und waren ganz schön enttäuscht. Zäh, merkwürdig und unfertig fühlte sich das alles irgendwie an. Aber das Grundprinzip war doch so super! Das kann ja nicht alles gewesen sein - so dachten wir es uns. Und das Familienportrait bestärkte uns in unserer Annahme. Da hat das Zusammenspiel zwischen uns und der App gut funktioniert, wir hatten Spaß, haben lustige und überraschende Momente erlebt und hatten eine gute Zeit. Trotzdem reicht es hier aufgrund der eher durchmischten Erlebnisse nur für ein Gute Fritte. Ich glaube und hoffe aber, dass mit weiteren Teilen aus der ganzen Sache noch ein bisschen mehr herausgeholt werden kann. Ich finde nämlich, dass hier eine Menge Potential drinsteckt. “ Eine Gute Fritte – da bin ich dabei. Auch ich finde, dass in Mystery House echt viel Potential steckt, und ich bin gespannt auf das nächste Szenario Back to Tombstone. Mal schauen, was Cranio und Schmidt sich einfallen gelassen haben und hoffentlich noch weiter einfallen lassen. Ich würde mir wünschen die App würde ein Update bekommen. Ein schönes und tiefblickendes Escape Spiel der anderen Sorte. Auf jeden Fall ist das Spiel ein Hingucker, denn so manch Mensch bleibt gerne stehen und schaut auf dieses besondere Haus. Auch ich bin damals in Berlin gleich stehen geblieben, habe die Augenbrauen hochgehoben und war entzückt. Gerne würde ich die Entzücktheit weiter aufrecht behalten. Also, Cranio und Schmidt, rockt mal was Geiles raus!

Kaddy und Funfairist meinen

Eine gute Fritte für Mytsery House. Viel Potential und nach oben hin noch ne Menge Luft. Wir sind gespannt auf die nächsten Abenteuer und hoffen, dass es noch etwas länger weitergeht. Denn mit Mystery House kann man noch Menge machen. Bitte entwickelt nicht nur die Szenarien weiter, sondern auch gerne die App. Das wäre super. Herzlichen Dank an Schmidt Spiele, die uns dieses Spiel als Rezensionsexemplar gestellt haben.
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