Zombie Kidz Evolution

Brettspiele Frittenrezensionen
7

Superfritte

Die Schule frisst Dich auf

Na ja, vielleicht frisst Dich nicht die Schule auf, aber vielleicht Herr Lehrer und Frau Lehrerin. In Zombie Kidz Evolution nämlich haben wir es mit einer ganzen Meute von Zombies zu tun, die uns in der Schule auflauern. Wir haben nur eine Chance: Die Schulhoftore zuschließen und dann weiter Mathe pauken. Na ja, dass mit dem pauken gucken wir dann mal, aber erst einmal die Schotten schließen. Scorpion Masqué hat das bekannte Zombie Kidz neu aufgenommen, überarbeitet und daraus ein Legacy Spiel für Kinder und Familien gemacht. Wir berichten von unseren ersten 50 Partien.

Auf dem Weg zur Schule

Es war wieder einer dieser Tage, an denen ich nicht in die Schule gehen wollte. Der Wecker schrillte, und durch mein Fenster schien die Sonne. „Ach menno, warum heute schon wieder Schule. Ich will viel lieber mit meinem Skateboard fahren, oder mit der Wasserpistole rumballern. Nicht zur Schule. Es ist so ein schönes Wetter.“ Ja, das ging mir durch den Kopf. Nicht schon wieder Schule.

Aber was soll man machen? Die Pflicht ruft, und schon höre ich meine Mutters Stimme im Kopf: „Los! Anziehen! Du kommst zu spät zur Schule!“

Komisch, dass Mama noch gar nicht in der Tür stand … Die ist doch sonst so fix hier.

Na ja egal, ich bin erst einmal aufgestanden, da ich zum Klo musste. Müde und noch schlaftrunkend bin ich aufgestanden und habe mein Kinderzimmer verlassen. Erst mal Klo, dann mal weitersehen.

Es war erstaunlich ruhig. Noch nicht mal das Radio habe ich von unten düdeln hören. Hm, ob Mama gerade das Radio leiser gemacht hat? Oder hat die sogar verpennt? Das wäre es ja noch.

Als ich mit dem Pipi machen fertig war, bin ich zurück in mein Zimmer gegangen und hab mir mein Handy geschnappt. Das blinkte nämlich und ich sah, dass ich eine Sprachnahnachricht von Kira erhalten habe. Ich ließ mich in die weiche Bettdecke fallen und drückte auf Play. „Alter, hier sind alle wahnsinnig geworden. Die Stadt wimmelt nur so vor lauter Zombies. Mach schnell, dass Du und Deine Eltern die Biege macht. Hier ist der Teufel los.“ Und dann war auch die Sprachnachricht vorbei. Diese Kira, immer n Witz auf Lager. Aber in ihrer Stimme war echt Panik drin. Warum verarscht die mich so? Ich hielt die Sprachnachrichttaste gedrückt und sprach zurück, dass Kira mich nicht verarschen sollte, und dass wir uns gleich in der Schule sehen.

Genau in diesem Augenblick kratzte es an meiner Tür, und meine Türklinke ging ganz langsam nach unten. Ich hörte ein Stöhnen und ganz langsam öffnete sich meine Kinderzimmertür. Mama stand in der Tür. Aber anders als sonst, denn in ihrem Kopf steckte ein 30 cm großes Fleischermesser, welches ihr durch die Wange gerammt war. Ich schrie auf, und mit ausgestreckten Armen kam meine Mutter mit einem Grollen in der Kehle auf mich zu. In ihren Augen erblickte ich Mordlust.

Ich war noch nie so schnell uns dem Bett aufgesprungen und schrie wie am Spieß. Mit einem wendigen Zug konnte ich Mama zurück aus dem Zimmer stoßen und die Tür zu machen. Beim Zuschließen der Tür erblickte ich Papa, wie er die Treppe hochkam. Auch er sah nicht gut aus, zumindest  fehlte ihm ein Arm und das weiße Arbeitshemd war voller Blutflecken. Ich schrie wie am Spieß und haute die Tür zu. Mein Schlüssel fuhr im Schloss herum, und auf der anderen Seite hörte ich Mama und Papa an der Tür kratzen und stöhnen. Verflixt. Es stimmt. Zombies sind in der Stadt. Ach Du meine Güte. Was denn nun?

Ich rief Kira an und zog mir meine Klamotten an. „Alter. Die Hölle ist auf Erden. Überall Zombies!“ schrie sie. „Ich weiß, meine Eltern kratzen an meiner Tür und wollen sicherlich nicht, dass ich zur Schule gehe. Die wollen mich fressen. Ganz sicher!“ „Alter, komm sofort zur Schule.“ „Was? Bist Du doof?“ „Nein, komm her, wir sind alle hier und wollen uns verbarrikadieren. Die Schule ist save. Sieh zu, dass Du Deinen Arsch herbekommst.“

In dem Moment zerbarste meine Tür ein Stück und die fleischzerfetzte Hand meiner Mutter kroch durch das Loch. Eins war klar. Durch die Tür kam ich nicht ohne zerfetzt zu werden. Und so schnappte ich mein Skateboard, öffnete das Fenster, schaute noch einmal auf die mordlustige Visage meiner Eltern zurück, die gerade durch die Tür gebrochen waren, und sprang auf die Garage. Ich wusste, dass mein Leben nie mehr das Gleiche sein würde …

In der Schule überleben

Und damit herzlich Willkommen zu Zombie Kidz Evolution. Ich verspreche euch, so blutrünstig geht es nicht zu im Kinder- und Familienspiel. Zwar sieht man hier und da mal ein Gehirn, aber so richtig blutig wird es nicht – versprochen. Stattdessen schaut es ziemlich splatoonhaft aus, und man könnte meinen die Illustrator*innen von NIKAO haben hier copy und paste durchgeführt. Alles sehr kinderfreundllich und bunt.

In Zombie Kidz Evolution befinden wir uns mittlerweile in einer Schule (im Originalspiel versuchen wir die Tore eines Friedhofs zuzuschließen), und unsere Aufgabe ist es, die Schulhoftore zu schließen, so dass nicht noch mehr Zombies hineingewatschelt kommen. Unglaublich. Erst will man, dass kein Balg aus der Schule flieht, und dann will man, dass kein Zombie in die Schule eindringt. Hauptsache die Schotten sind dicht. Weder raus noch rein.

Also: Aufgabe ist Tore zu schließen. Aber das ist leichter gesagt, als getan, denn in der Schule befinden sich schon einige Zombies, und die müssen wir erst einmal platt machen. Wie gewonnen so zerronnen, denn die Ackerei stellt sich sehr schnell als Sisyphus-Arbeit heraus. Wir würfeln, es kommt ein neuer Zombie, wir bewegen uns und machen einen Zombie platt. So einfach ist das Spiel und geht immer so weiter.

Nun, anfangs, denn das Spiel heißt Zombie Kidz Evolution.

Schule im Wandel

Wir haben es im Spiel mit einem Legacy Spiel zu tun. Das bedeutet, dass das Spiel sich von Partie zu Partie entwickelt. Und das tut es tatsächlich. Im Spiel befinden sich 13 Umschläge, die so einiges zu bieten haben, und die erst einmal freigeschaltet werden müssen. Alle 4 bis 5 Runden dürfen wir einen Umschlag öffnen, was eine weitere Regel ins Spiel bringt, oder Extras, etc. All zu viel will ich nicht verraten, denn ihr sollt es selber spielen. Und ja, es lohnt sich es zu spielen.

Eine Partie Zombie Kidz Evolution ist innerhalb von 4 – 8 Minuten gespielt. Kommt drauf an, wie gut/schlecht ihr würfelt und agieren werdet. Jede Partie wird bei einem Sieg mit einer Trophäe und bei Niederlage mit einem Gehirn gemarkt. Das dürft ihr sehr gerne in euer „Das Zombiejäger-Handbuch“ kleben. Eine sehr nette und süße Idee.

Mehr noch: Es gibt, wie durch Browserspiele inspiriert Missionen, die ebenso angegangen werden können. So muss man zum Beispiel das Spiel gewinnen, indem man alle Zombies aus dem Vorrat auf dem Spielfeld hat, oder indem man zu Zweit die Sonnenseite des Spielbretts schafft, etc. Ihr könnt euch mit den Missionen austoben und eure kleinen Pokale hineinkleben.

Zusätzlich kann man noch Orden bekommen, unsere Spielfiguren erleben eine Veränderung und so weiter und so fort. Ich spoiler hier nicht mehr weiter.

Aber was sagt denn der Spielspaß? Der sagt: GEILO! Ja, Zombie Kidz hat mir schon gefallen, und mit Zombie Kidz Evolution hat das Spiel noch eins dazubekommen. Sehr sehr cool. Ich mag die Optik, das sehr schnelle Spielgefühl, ich mag es ein Legacy Spiel mit Kindern spielen zu können und ich mag die super kurze Spielzeit. Hier entsteht gleich ein: Und noch eins, und noch eins, und noch eins …

Von mir: Daumen hoch!

Lecker

  • Endlich ein Legacy-Spiel für Kinder
  • So schnell gespielt - gleich noch einmal
  • Überraschungen und Spannung

Pfui

  • Sehr nah an Splatoon, was an sich nicht schlecht ist

Fazit

Funfairist lässt einen Zombiekopf zerplatzen und sagt

Eine Superfritte für dieses super kurzweilige und sehr rasant gespielte kooperative Kinder- und Familienspiel. Ein kurzes Vergnügen, was man immer mal eben zwischendurch spielen kann. Vor allem die Missionen finde ich richtig klasse und wünsche mir mehr davon. Schade, dass wir mit unserem Legacy-Erlebnis nun schon bald ganz durch sind. Herzlichen Dank an Asmodee, die uns dieses Spiel für eine Rezension zur Verfügung gestellt haben.
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