Andor Junior

Brettspiele Frittenrezensionen
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Superfritte

Andor Junior oder doch eher Andor Short?

Andor – ein Land wie kein Land! Schon seit der ersten Schachtel hat mich das Spiel ja echt in seinen Bann gezogen. Ich hab häufiger verloren, als gewonnen, aber trotzdem finde ich die Legenden von Andor nach wie vor super. Aufgeben? Sicher nicht.

Das. Muss. Doch. Gehen.

Und ja, irgendwie geht´s dann ja doch auch immer wieder. Aber einen Tritt in den Hintern von Gor, Troll & Co muss man immer riskieren.

Im Moment gehen ja schon die News rum, dass im Herbst eine neue Verschollene Legende für Andor auftaucht (juhu!). Aber heute soll es erstmal um Andor Junior gehen.

Ein Andor, das nicht von Michael Menzel stammt.

WTF?! Ja, ist echt so – und keiner kann sagen, dass er nicht drauf vorbereitet wurde! Denn die letzten Erweiterungen für die Legenden von Andor sind auch schon nicht mehr von Michael selbst (ach guck, ein Frittenplausch mit Michael!?), sondern von anderen Autoren (die wir übrigens teilweise auch im Frittenplausch hatten. ?).

Diese Andorschachtel stammt von Inka und Markus Brand, die ihr vielleicht von den EXIT Spielen kennt (die hatten wir übrigens auch schon im Frittenplausch ^^).

„Junior“ – was suggeriert das für euch? Wenn man das Design, die Illustrationen miteinbezieht, dann könnte man tatsächlich denken, dass es sich hierbei um ein Kinderspiel handelt. Aber – und das möchte ich schonmal vorweg nehmen – meiner Meinung nach ist das hier kein Kinderspiel, kein Junior, sondern viel mehr eine knappere Variante von Andor. Sowohl, was die Spieldauer, als auch, was den Inhalt angeht. Anfangs mag man auch meinen, dass der Schwierigkeitsgerade auch „junior“ ist, aber spätestens, wenn einem dann der Drache im etwas fortgeschrittenen Spielverlauf um die Ohren fliegt, dann merkt man: Das ist nicht Junior, also ran an den Speck.

Und welche Legende wird hier erzählt?

Naja, irgendwie ist es immer die gleiche Geschichte, die aber immer wieder abweicht. Das „Finale“ besteht darin, dass wir die die Wolfsjungen aus der Zwergenmine retten müssen, weil die sonst von fiesen Monstern blutrünstig gefressen werden. Äh. Also, ich meine … Weil die sonst die Nacht in der Höhle verbringen müssen davor furchtbare Angst haben.

Der Weg dahin kann variieren, denn wir müssen immer erst eine Aufgabe erfüllen, die uns der Brückenwächter stellt, bevor wir in die Mine dürfen, um die Wölfies zu holen.

Ich frag mich: Warum werden die Wölfe nicht mal angekettet? Die hauen JEDES Mal ab und immer wieder machen wir uns auf den Weg, um ihnen zu helfen. Die bauen Scheiße, wir baden es aus. Pfffft.

So kann es zum Beispiel sein, dass wir Kräuter sammeln und den Falken gesund machen müssen. Oder wir sollen die Brunnen reinigen oder dabei helfen, eine Brücke zu reparieren. Und wenn wir das erledigt haben, dann dürfen wir die Wölfe suchen gehen.

Das ganze läuft so ab, dass wir über den Plan laufen und – abhängig von der Aufgabe – Dinge erledigen. Das Grundprinzip ist schon an Andor angelehnt, allerdings haben die Charaktere jetzt unterschiedlich viele Sonnenscheiben, die anzeigen, wieviele Aktionen sie machen können. Wir finden auch wieder Nebelplättchen auf dem Plan, die wir erkunden können bzw. sollten. Natürlich wird auch wieder gekämpft, allerdings verjagen wir in dieser niedlicheren Variante von Andor die Gors nur, wir schlachten sie nicht ab. Für jeden „verjagten“ Gegner zieht sich auch der Drache auf der Leiste zurück, weil er Angst vor uns hat. Sollte jener Drache irgendwann mal zu weit nach links auf der Leiste rutschen, hauen wir jedoch vor Schiss ab und haben verloren. Und der Drache rutscht immer dann weiter, wenn der Tag vorbei ist. Wir haben also nicht sonderlich viel Zeit – vor allem nicht, wenn wir Würfelpech haben. Denn der Würfel bestimmt, wie weit der Drache fliegt.

Ich hab euch die Anleitung mal rausgesucht, falls ihr euch die Regeln genauer anschauen möchtet.

So, aber mal Butter bei die Fische: Kann das was?

Ja, kann es. Wer eine schlanke Variante von Andor sucht (das war ja Die Befreiung der Rietburg nicht – das war ja ein wirklich anderes Spiel.), der kann mit Andor Junior üben, aber kriegt auch den Hintern schonmal voll. Das hier ist nämlich kein Spaziergang durch Andor mit Blick auf die Rietburg, das ist Gors „verjagen“ für Einsteiger. Knapp verlieren konnte ich bei dem Spiel ganz gut ? (Wenn dir EINE Sonnenscheibe fehlt. Jaja.) Dadurch, dass man unterschiedliche Herausforderungen mit unterschiedlichen Aufgaben durchspielen kann, ist auch während des Spielverlaufs für Abwechslung gesorgt.

Was ich allerdings ein bisschen schade finde, ist, dass das Finale immer das gleiche ist. Die Idee, dass wir die Wolfsjungen retten müssen, ist total niedlich, aber ich hätte es cool gefunden, wenn hier ein bisschen Abwechslung geherrscht hätte. Mal sind sie im Fluss und wir müssen sie retten, mal in der Höhle und dann haben sie sich im Wald verlaufen. Das wäre zwar eigentlich auch immer das gleiche, hätte aber doch frischen Wind rund um die Rietburg wehen lassen. Wie doof ist der Brückenwächter denn auch?! Da sind WOLFBABIES in Gefahr und er hat nichts Besseres zu tun, als uns Aufgaben zu erteilen!? Idiot. Wolfbabies gehen immer vor!111!11!

Wenn ich die volle Ladung Andor will, würde ich zu einem der Grundspiele greifen. Das dauert allerdings natürlich auch seine Zeit – viel Material und viel Spiel. Wenn ich die nicht habe (oder gerade keine Lust auf was zeitlich intensiveres habe), dann ist Andor Junior echt super. Das ist fix aufgebaut, auch fix für Neulinge erklärt und fix gespielt. Trotzdem muss man sich als Team gut absprechen und Pläne machen, damit der Drache die Rietburg nicht erreicht (dann hätten wir nämlich verloren und das wollen wir nicht).

Und: Es sieht. So. Niedlich. Aus.

Lecker

  • Das schnelle Andor

Pfui

  • "Junior"? Finde ich nicht - und etwas wenig Abwechslung im Finale

Fazit

Kaddy ist ein Drache

  "Ich gebe Andor Junior eine Superfritte, aber mit einem dicken Minus dran. Wieso? Hab ich ja schon erklärt. Ich hätte mir ein bisschen mehr Abwechslung gewünscht, vor allem, was das Finale angeht. Denn auch, wenn die Plättchen mit den Wölfchen immer anders liegen, ist es doch immer das gleiche, was wir tun. Gerade, wenn man die frechen Biester ein paar Mal hintereinander nicht finden konnte, schleicht sich ein merkwürdiges Gefühl ein, wenn man es wieder versucht. Ansonsten ist das hier Andor - Short für mich. Nicht Junior, sondern viel mehr das Andor für zwischendurch. Ein Dank geht an den Kosmos Verlag, die uns das Spiel für die Rezension gestellt haben!"
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