Die Legenden von Andor – Die Reise in den Norden

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Wellenrauschen

Du bist gerade mitten in unserer Andorreihe eingestiegen und hast keine Ahnung, was dieses Andor sein soll? Dann empfehle ich dir hier nachzulesen, bevor du hier weiter liest. Denn heute schauen wir uns die Erweiterung „Die Reise in den Norden“ von Die Legenden von Andor an.

Hisst die Segel!

Auch diese Erweiterung kommt aus dem Hause Kosmos und stammt von Michael Menzel. Spielbar ist sie ebenso wie das Grundspiel mit bis zu 4 SpielerInnen und wenn man die Erweiterung „Neue Helden“ sein Eigen nennt, dann können sogar bis zu 6 Helden in den großen Kampf losziehen. Achso – das Grundspiel wird benötigt, denn es handelt sich ja um eine Erweiterung, nicht um ein eigenständiges Spiel, was ich selbst kaum glauben konnte, denn selten habe ich eine „Erweiterung“ in den Händen gehalten, die ähnlich viel Spielmaterial wie das Grundspiel bietet. Sehr geil. Ich bin ja totaler Fan von guter, fetter Spielausstattung und toller Atmosphäre, die durch Illustrationen oder andere Dinge erschaffen wird.

Pluspunkt

Ich muss mal kurz ausholen. Ich bin ja auch Rollenspielerin und ich finde es immer ziemlich cool, wenn Abenteuer auch musikalisch untermalt werden. Mit dieser Meinung bin ich auf weiter Flur ziemlich alleine, weil viele RollenspielerInnen sich von Musik abgelenkt fühlen oder es als notwendig erachten, dann auch immer zu 100% die passende Musik in der Spielsituation wiederzufinden. Das geht doch gar nicht. Gut, ich würde es auch als unpassend erachten, wenn ein fiddlediddledu Lied aus der Schänke aus der Anlage schallt, während auf dem Schlachtfeld die blutigste Schlacht ever geschlagen wird. Aber trotzdem. Das macht so viel aus! Musik zum Zocken ist immer ein Muss.

Und hier kommt der erste Pluspunkt für die Reise in den Norden: Es gibt einen Soundtrack. Wie cool ist das denn? Extra für diese Erweiterung wurde von der Band Elane ein Musikstück komponiert, das 70 Minuten lang die Andorrunde aus dem Hintergrund beschallt. Und auch toll daran: Es ist gratis downloadbar. Womit wir dann auch wieder beim Thema wären, dass Andor inzwischen fast mehr Marke als Spiel ist..

Okay, zurück zum Spiel. Worum gehts?

Eara, die Zauberin, hatte eine Vision. Das Land Hadria stünde kurz vor dem Untergang und man bräuchte die Hilfe der Helden, um das Unheil abzuwenden. Natürlich rannte Eara direkt los zur Rietburg, um dort von ihrer Vision zu berichten und ihre Verbündeten einzuweihen. Ach ja, und um ein Schiff zu leihen. Was sie auch bekommen sollte. Was sie nicht erwarten darf: Ein paar nette Worte zum Schiff dazu:

Die Grundregeln bleiben die, die wir schon aus dem Grundspiel kennen. Es sei denn, es gibt Karten, die etwas anderes behaupten. Dann haben die Recht. Die ordentliche Ausstattung an Spielmaterial aus dieser Box soll nicht unkommentiert bleiben: In der Spielregel gibt es 2 ganze Seiten nur mit neuem Spielmaterial. Auch hier heißt es wieder: Auspöppeln bis der Arzt kommt. Es gibt auch ein Schiff! Juhu! Das kann man im Spiel nun auch benutzen, anstatt zu laufen. Man kann nämlich auch über das Meer segeln. Mittelalterliches Inselhopping quasi. Natürlich ist das alles auch nicht so einfach, wie man meinen würde – denn auch in Andor gibt es Wind, der einen nach hier schubst oder in diese Richtung schiebt.

Wenn man nicht wüsste, dass man mit sehr, sehr großer Gewissheit auf seiner Reise auf weniger freundliche Wesen trifft, dann könnte man fast meinen: Mensch, tolle Reiseroute. Aber natürlich ist es bei dieser Erweiterung von Die Legenden von Andor nicht so, dass man die Aufgabe hat, sich den Pelz auf dem Deck eines Segelschiffs zu bräunen. Nein, man muss das Böse besiegen.

Schwer?

Ja. Schwer. Wie immer. Aber auch spannend und nervenaufreibend wie immer. Und noch ein bisschen toller wie immer, finde ich. Die Atmosphäre bei Die Reise in den Norden finde ich noch ein bisschen besser als die des Grundspiels. Aber ich bin auch ein Nordkind und ich mag das Meer – am liebsten natürlich ohne Monster, aber wenn´s sein muss, dann piekse ich auch einen Meerestroll in Grund und Meeresboden.

Aber auch in dieser Erweiterung gibt’s wieder Möglichkeit, gewisse Gegenstände und Helden ins Spiel zu bringen, um es ein bisschen leichter zu gestalten. Gefällt mir. 😉 Ich finde es wirklich gut, dass es diese Möglichkeiten gibt. Denn wie oft gibt es kooperative Spiele, die in der Ecke landen und nicht mehr auf den Tisch gestellt werden, weil es einfach so scheint, als könne man einfach nicht gewinnen? ALS WÄRE ES IM SPIEL EINFACH NICHT VORGESEHEN, DASS MAN AUCH GEWINNEN KANN! *Haarerauf* Ghost Stories ist ja eines dieser Spiele für mich.

Die Legenden gehen weiter

Wer die Erweiterung Die Reise in den Norden sein eigen nennt, der darf sich auf 4 Legenden freuen, die es in sich haben. In der Legende eins, also der siebten Legende, die in der Geschichte fortgeführt wird, haben wir es mit einer Suche zu tun: Die Suche nach dem Kartographen. Unsere Aufgabe ist es Merrik zu finden, wie auch den Handelszwerg Garz. Dass das selbstverständlich nicht so einfach ist, versteht sich von selbst, denn bei dieser Suchfahrt haben wir es mit allerlei Monstern, Meerestrollen und sonstigen Ungeheuern zu tun. Ja ja … Bei dieser Legende bekommt man es gleich wie mit einem nassen Waschlappen ins Gesicht, bäm bäm. Schnell wird einem klar, dass die Reise in den Norden keine leichte Reise ist.

Die Legende 8 (Ein Sturm zieht auf) setzt genau da an, wo Legende 7 aufhört. Merrik kartographiert sich die Karte schick und zudem müssen wir einen Barden beschützen. Ach so, und ein paar Flüchtlinge (Taren oder Zwerge) müssen auch gerettet werden. Na dann. Alter Schwede! Nicht schlecht Herr Specht. Zumal es bei dieser Legende unterschiedliche Siegbedingungen gibt, macht es nichts, dass man an so vielen Enden jämmerlich versagt. Dann versucht man eben ein anderes Ende zu erreichen. Leichter gesagt als getan.

Die Legende neun (Die Mächte des Meeres) ist bisher unsere schwerste Legende, und ich muss sagen, dass wir an ihr immer noch knapsen. Hier müssen wir 3 Aufträge erfüllen, und die Macht des Meeres muss auch besiegt sein. Alter Falter, in dieser Legende bekommt man es mit einer Macht zu tun, die im Wasser lebt: Arkteron, Oktohan oder Kenvilar. Mehr will ich gar nicht schreiben, nur soviel: Freut euch auf keine dieser drei Mächte.

Auf jeden Fall kann man diese Legende öfter spielen, weil der Verlauf sich in den Kämpfen auf jeden Fall ändert.

Zur 10. Legende kann ich leider noch gar nichts schreiben, da Die Mächte des Meeres immer noch unsere Aufmerksamkeit genießt. Nur soviel: In der Legende 10, Hadria, muss ein Ort erreicht werden. So, aus, Ende der Informationen.

Noch etwas mehr?

Wer noch etwas mehr aus Die Legenden von Andor machen will, dem seien hier 2 kleine zusätzlich Erweiterungen ans Herz gelegt. Vielleicht habt ihr ja noch Glück, und erhaltet sie irgendwo. Wir haben sie als Zusatz auf der Spielemesse in Essen erhalten.

– Der Kampf um Cavern ist eine zusätzliche Legende, die zwischen den beiden Spielbrettern spielt. Es handelt sich dabei um das letzte Abenteuer, bevor Die Reise in den Norden startet. In dieser Legende wird wirklich sehr schön der Übergang in den Norden nachgespielt und sie ist auch gar nicht sooo schwer.

– Mit der Minierweiterung Die Nixe Irja bekommt man etwas Unterstützung in den Legenden 7 – 9. Irja ist nämlich ziemlich spendabel und verschenkt Gold, Kampfstärke und heilt den Barden. Ein netter Zusatz, ein Hoch auf die Nixe, wohwohwohhh.

Lecker

  • Fast schon düster, mega gut!
  • Mit Soundtrack sogar noch ein bisschen geilerer.
  • Noch etwas cooler als das Grundspiel!
  • Meer! braucht man mehr?

Pfui

  • ähm. Weniger Platz im Schrank dank Andor ... ?

Fazit

Kaddy packt den Seesack

  "Auch bei Die Reise in den Norden von Die Legenden von Andor kann ich nichts anderes sagen als: GEILO! Das gefällt mir wirklich sehr sehr gut, noch ein bisschen besser als das Grundspiel. Tolle, fast schon düstere Atmosphäre, tolle Grafiken, dann noch den Soundtrack dazu und der Abend auf dem Schiff ist geritzt. Ich geb 7,5 Frittenpunkte!"
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