Die Befreiung der Rietburg

Brettspiele Frittenrezensionen
7

Superfritte

Kaddy reist zur Rietburg

Wie es sich für Fritten gehört haben wir natürlich – sobald es uns möglich war – ein, zwei, vier aufgeregte Augen auf die Befreiung der Rietburg geworfen. Nicht nur, weil ich, Kaddy, bei Kosmos auf den Pressetagen waren und die Chance dazu hatte, es zu tun, nein, auch, weil wir Fritten zutiefst Andor Fans sind und diese großartige Welt einfach in unsere Herzen geschlossen haben.

Als ich erfuhr, dass es ein weiteres Andor-Spiel geben würde, bin ich klatschend durch die Bude gerannt und war schon ganz gespannt, was es werden würde. Es war ja schon bald klar: Die Befreiung der Rietburg sollte ein eigenständiges Spiel in der Welt der Legenden von Andor werden. Kein weiterer Andorteil, kein Michael Menzel-Spiel (nur von ihm illustriert – nicht erfunden). Dafür aber ein leichteres, kartenbasiertes Spiel, das offenbar einen seichten Zugang in die Welt von Andor bieten soll. Ob das auch wirklich so ist?

Schauen wir mal.

Zuerst einmal geht ein ganz lieber Dank an den Kosmos Verlag, die uns Die Befreiung der Rietburg als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Dann will ich euch schnell davon erzählen, was man bei diesem Andor-Spiel tun muss:

Wir sind an der Rietburg, rund um die Burg herum befinden sich 6 unterschiedliche Plätze, die für das Spiel wichtig sind. An diesen 6 Plätzen liegt jeweils eine verdeckte Aufgabenkarte aus. An den einzelnen Orten werden sich im Laufe der Partie immer mehr gemeine Kreaturen ansammeln, die wir auch schon in Die Legenden von Andor kennen- und nicht lieben gelernt haben. 😉

Wir sind die bereits bekannten Helden aus den Andor-Spielen und ziehen gemeinsam zur Rietburg, um da mal wieder klar Schiff zu machen.

Jeder Held hat Handkarten, die ihm oder ihr unterschiedliche Aktionen ermöglichen. Und eigentlich ist es auch ganz einfach: Wenn ich dran bin, spiele ich eine Karte aus, lege sie vor mir ab und führe einer der möglichen Aktionen aus. Dann ist der nächste dran und macht das auch. Wenn ich irgendwann wieder an der Reihe bin und keine Karten mehr auf der Hand habe, dann muss ich eine Erzählerkarte abhandeln und danach darf ich alle ausgespielten Karten wieder auf die Hand nehmen. Allerdings endet das Spiel, sobald jemand von uns eine Erzählerkarte ziehen müsste, aber keine mehr da ist, mit einer Niederlage. Da jeder 3 oder maximal 4 Karten hat, geht das manchmal ruckizucki.

Auf dem Weg von Ort zu Ort rund um die Rietburg hat man auch die Möglichkeit, gegen die Kreaturen zu kämpfen. Naja: Man kommt nicht drum herum, wenn man gewinnen will. Und über besiegte Trolle zum Beispiel kommt man an Freunde, die eine tolle Fähigkeit haben, die man auf die Hand nehmen und auch wie eine Handkarte nutzen kann. Dadurch kann man eine Runde länger auf eine Erzählerkarte verzichten. So.

Aber wieso Kreaturen hauen?

Na, weil die auf den Aufgabenkarten hocken und die blockieren. Und nur, wenn wir es gemeinsam schaffen, 4 von 6 Aufgaben zu erfüllen, können wir gewinnen. Und erfüllen können wir eine Aufgabe nur, wenn wir sie freischaufeln, hingehen, umdrehen und erfahren, was wir tun müssen, um sie zu erfüllen, das dann erfüllen und wieder hingehen, nachdem wir sie wieder freigeschaufelt haben, um sie dann abzuschließen.

Getötete Kreaturen kommen in die Trophäengalerie und dort zählen sie dann auch für viele Aufgaben. Das kann zum Beispiel sein, dass man eine gewisse Anzahl einer bestimmten Kreaturenart niedergemetzelt haben muss, dass man eine bestimmte Anzahl an Freunden haben muss oder eine vorgegebene Anzahl an Kreaturen allgemein haben muss.

Hilfe

Damit man das gut schafft, kann man an den unterschiedlichen Orten der Burg auch hilfreiche Gegenstände finden.

Alles in allem ist Die Befreiung der Rietburg durchaus gut zu schaffen. Daher gibt es die Möglichkeit, das Spiel auf unterschiedliche Weisen anzupassen und so den Schwierigkeitsgrad graduell zu erhöhen.

Was definitiv klar ist: In Sachen Spielzeit und und Schwierigkeit ist Die Befreiung der Rietburg auf keine Art mit Andor zu vergleichen. Eine Partie ist locker in 30 bis 45 Minuten gespielt und auch Menschen, die nicht so viel spielen, finden mit diesem Spiel hier einen seichten Einstieg in das Andor-Universum. Auch, wenn man in den Legenden ja Stück für Stück an das, was man tun muss herangeführt wird und dadurch die Hürde ebenfalls eher niedrig ist – Die Befreiung der Rietburg ist quasi die Einstiegsdroge für Andor.

Es ist auch einfacher – ich habe bisher nur 2 Partien gespielt, in denen wir verloren haben und da waren wir auf „schwerster“ Stufe unterwegs. Trotzdem ist es häufiger mal knapp – was uns zum Schwitzen gebracht hat. Es ist auch einfach mal schön, wenn man ein kooperatives Spiel gewinnen kann und sich nicht andauernd die Zähne an dem gemeinsamen Spaß ausbeißt. Tatsächlich verliert dadurch das Spiel auch nicht an Reiz für mich, denn die zufällige Kombination an Aufträgen und Co sorgt in jeder Runde für Abwechslung und unterschiedliche Schwierigkeiten, denen man sich gegenüber sieht.

Andor!

Die Befreiung der Rietburg wird sicherlich nicht den Langzeitgeschmack von Hardcoregamern treffen, die Robinson Crusoe zu einfach finden … 😉 Aber ich glaube, dass Menschen durch die Rietburg an Andor herangeführt werden können, denen die Legenden zu viel sind. Die Rietburg spielt sich lockerflockig, nimmt die Spieler dank der wie immer grandiosen Illustrationen von Michael Menzel mit in die Welt von Andor und macht – würde ich vermuten – auch Lust, auf alle anderen Spiele im Andor-Universum, falls sie noch nicht bekannt sind. Aber auch, wenn man sie kennt, dann sorgt der Kampf um den Frieden in der Rietburg dafür, dass man mal wieder Bock hat, die Legenden aus dem Schrank zu ziehen. Ich habe auf jeden Fall von mehr als einer Person den Satz gehört: „Sag mal Kaddy, wann steht eigentlich mal wieder ein Andor-Tag an???“

Hier gibt´s übrigens das Regelheft, falls ihr mal einen Blick reinschmeißen wollt.

Lecker

  • Leichter Einstieg
  • Man kann es gut gewinnen
  • Geht auch mal zwischendurch
  • Wieder einmal ganz toll illustriert.

Pfui

  • Manchmal kann man es auch zu leicht gewinnen
  • Es ist nicht Andor. ;-)
  • Ist glaub ich nix für Hardcore-Gamer

Fazit

Kaddy erklimmt die Rietburg

  "Bei der Bewertung von Die Befreiung der Rietburg muss ich etwas vorweg nehmen: Man darf Die Legenden von Andor nicht mit Die Befreiung der Rietburg vergleichen (und ja, das ist schwer ;-)). Die Rietburg hat eine andere Zielgruppe, wie ich finde, und auch, wenn man einige Dinge aus dem Spiel bereits aus den Legenden kennt - es ist nicht Andor! Es ist nur ein weiteres Abenteuer in der Welt von Andor. Ein Vorteil, den die Befreiung der Rietburg hat, ist, dass man das auch einfach mal zu Beginn oder zum Abschluss eines Spieleabends spielen kann - und dann trotzdem noch Zeit hat, was anderes zu spielen! ;-D Sicher: der Nervenkitzel ist nicht so, wie man ihn aus den Legenden kennt, aber ich finde, dass Die Befreiung der Rietburg wirklich gut gelungen ist, sich toll spielt und dank unterschiedlicher Kombinationsmöglichkeiten das Spiel immer ein bisschen anders als beim letzten Mal sein wird. An die Superfritte kommt daher noch ein +mit*, nur ganz knapp an der 8 vorbei. Warum? Durch die unterschiedlichen Kartenzusammenstellungen kann es unter anderem auch mal passieren, dass die Karten so günstig für uns liegen, dass das Spiel zu schnell vorbei ist. Gewinnen ist schön, ja, aber wenn es zuuuu einfach ist, dann ist das auch nicht so glücklichmachend. Ich bin halt nicht zufrieden zu stellen. ;-D
7

Superfritte