Crime Master 2 – Tatort: Urlaub

Frittenrezensionen Kartenspiele
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Lasche Fritte

Knobeln im liegen

Wünscht ihr euch nicht auch manchmal, dass es mehr Spiele gäbe, die man im Liegen spielen kann? Also so richtig klischeemäßig mit ner Schüssel Chips auf dem Bauch, während man auf dem Sofa abhängt. Geilo. Crime Master ist so ein Spiel – und was das kann, könnt ihr hier heute bei uns erfahren.

Krimiliebhaber

Bei Crime Master ist nachdenken, kombinieren und ermitteln angesagt, denn hierbei handelt es sich um ein Krimispiel – so wie Black Stories, nur ganz anders, quasi.

Zuerst einmal die groben Infos kompakt:
Crime Master 2 in der Urlaubsedition ist ein Krimispiel vom Gmeiner Verlag. Die machen Krimibücher, Krimispiele und irgendwie auch alles andere, was mit Kriminalgedönse zu tun hat. Gmeiner wird übrigens über Hutter vertrieben. Daher an dieser Stelle auch direkt ein dickes Dankeschön an Hutter, die uns das Spiel als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Crime Master 2 ist ab 2 Spielern spielbar, die sollten mindestens 14 Jahre alt sein und ein Fall nimmt lt. Schachtel 15-20 Minuten in Anspruch, bis man ihn gelöst hat. In der Box befinden sich 25 Krimi-Fälle die gelöst werden wollen.

Das war der offizielle Teil.

Was ist drin?

In der Schachtel finden wir 25 Kriminalfälle, die jeweils aus 2 Karten bestehen.

Eine kleine Karte steht den Ermittlern zur Verfügung. Darauf finden sie einige Informationen, die ihnen dabei helfen, den Fall zu lösen. Auf dieser Karte gibt´s einige Hinweise und auch eine Info darüber, welche Infos gefunden werden müssen, um den Fall aufzuklären.
Diese Infos unterteilen sich in unterschiedliche Themengebiete: Täter, Motive, Hilfsmittel, Tathergang.
Auf der Vorderseite finden wir eine Illustration, die vielleicht auch noch Infos bereithält. Wer weiß?!
Diese Karte wird laut vorgelesen, sodass alle Spieler die gleichen Dinge zu Beginn des Spiels wissen.

Eine große Karte ist jeweils für den Ermittlungsleiter. Darauf befindet sich die Lösung des Falls. Darauf sind die gesuchten Informationen aus den verschiedenen Themengebieten in bunt markiert.

Nun müssen die Ermittler dem Ermittlungsleiter Fragen stellen, die er mit JA oder NEIN beantworten kann.

Und dann gibt es auch noch einen Block, auf dem man die gefundenen Einzelheiten der Taten aufschreiben kann. Abhängig davon, wieviele von ihnen richtig sind, gibt es entsprechend Punkte.

Das Ganze kann man entweder in einer kooperativen Variante spielen, in der das gesamte Team gemeinsam versucht, den Fall zu lösen, oder aber man spielt es kompetitiv und am Ende gewinnt dann derjenige, der die meisten Dinge herausgefunden hat.

Blutige Angelegenheit

Bei den Kriminalfällen gibt´s unterschiedliche Themenbereiche. Was alle gemeinsam haben: Es hat was mit Urlaub zu tun.

Hoffen wir mal, dass uns sowas im Urlaub nicht passiert … Es gibt immer 12 Dinge, die herausgefunden werden müssen. Wieviele es in den einzelnen Kategorien sind, ändert sich von Fall zu Fall.

Da fallen mir ganz schön viele Dinge ein, die man fragen kann. Ich bin auch bekannt dafür, den Ermittlungsleiter zur Verzweiflung zu bringen. Häufig frage ich, ob ein Einhorn eine wichtige Rolle bei dem Fall spielt oder alternativ ein Hundebaby. Ich erhalte entweder die Antwort „NEIN, KADDY!“ oder „Ja, ist aber völlig irrelevant für die Geschichte.“. Irgendwann, ja irgendwann, dann werden in einem Fall direkt Hundebabies und ein Einhorn vorkommen ich kann ihn dann direkt lösen. Und dann werden sich alle bei mir entschuldigen. Ganz sicher.

Im direkten Vergleich

Ich bin Black Stories Fan. Kennt ihr vielleicht. Das ist vom Prinzip her das gleiche, nur, dass man nicht genaue Details kennen muss, sondern die Geschichte beschreiben können müssen.

Früher fand ich es doof. Dann haben wir es nach Jahren mal wieder gespielt und haben an einem kompletten Tag, den wir herumlungernd auf der Couch verbracht haben, eine ganze Schachtel Black Stories durchgespielt. Seither sind die Black Stories ein treuer Begleiter und haben schon für viele schöne Tage, Abende und Nächte gesorgt. Wir haben schon einige Schachteln auf dem Buckel.

Daher komme ich nicht herum, Crime Master mit Black Stories zu vergleichen. Und ich muss leider sagen, dass mir das Black Stories Prinzip besser gefällt, als das von Crime Master. Dadurch, dass man genaue Details finden muss, um Punkte zu erhalten, ist es bei uns häufiger mal vorgekommen, dass am Spieletisch Schweigen herrschte, weil niemand weiter wusste. Die Grundpfeiler waren schon geklärt, aber die Details waren eben noch unklar. Dann noch herauszufinden, worum es dann im Kleinen ging, war schon echt ein ganzes Stück Arbeit und irgendwie auch überflüssig. Zumindestens hat es sich bei uns so angefühlt.

Leider hat gerade das dafür gesorgt, dass der Wiederspielreiz von Geschichte zu Geschichte gesunken ist und die anfängliche Euphorie sich dann auch verabschiedet hat. So richtig umgehauen haben uns alle die Stories nicht – oft gab´s irgendwie stirnrunzelnderweise verständnislose Blicke und „Aha“s …

Das find ich echt schade, denn ich fänd es toll, wenn es noch Alternativen zu den Black Stories gäbe. Mir ist durchaus klar, dass sich andere Formate dann natürlich von den originären Black Stories unterscheiden müssen – aber irgendwie gefällt mir die Umsetzung hier bei Crime Master nicht wirklich gut. Das ging auch nicht nur mir so, sondern auch die Mitspielenden haben ihren Unmut geäußert …

Generell würde ich auch noch sagen, dass es besser ist, Crime Master mit mehreren zu spielen. Zu 2. verläuft die Suche nach Indizien manchmal recht schnell im Sande und man steckt fest. Dadurch ist man dann auf Hilfestellungen angewiesen, die man ja eigentlich vermeidne möchte.

Lecker

  • Für angehende Ermittler gut zum Üben

Pfui

  • Die Geschichten sind nicht so richtig spannend
  • Es müssen ziemlich detaillierte Antworten gefunden werden
  • Wer die Fälle erlebt hat, hatte nen scheiß Urlaub ;-)

Fazit

Ich werd auch zum Kriminalfall

Leider ist für mich Crime Master 2 in der Urlaubsedition nicht besonders interessant. Ich finde es nicht gut, dass man hier jedes Detail genau benennen muss, damit man Punkte dafür erhält. Das kann auf Dauer am Tisch für Frustration sorgen. Vor allem, wenn die Geschichte eigentlich schon geklärt ist, zieht sich das Finden der Details dann ganz schön in die Länge. Das ist dann nicht mehr besonders einladend.  Und die Geschichten … Naja, ich fand sie zum größtenteil nicht sonderlich spannend und manchmal auch an den Haaren vorbeigezogen. Diese beiden Gefühle in Kombination – also die „Qualität“ der Geschichten und das Spielprinzip, in dem man sich irgendwie ganz schön verrennen kann – sind eben eher ein lasches Frittchen. Schade. Und ich hatte mich so drauf gefreut.
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