Zen Garden

Brettspiele Frittenrezensionen
7

Superfritte

Gartenarbeit und Vorlieben

Wo können wir am besten entspannen? Im Liegestuhl? Vor dem Kamin? Auf dem Wasser treibend? Oder gar im Garten? Nun, einen Garten muss mensch erst mal haben, nicht wahr? Am besten lassen wir uns einen bauen. Aber schön muss er sein, und meinem Vorlieben entsprechen. Wenn Kaiser Etepetete Vorlieben der Extravaganz besitzt, will ich eigentlich nicht Gärtner für die verwöhnte Rümpfnase sein. Aber was macht man nicht alles, wenn Kaiser Kingdingeling mir seine Vorlieben mitteilt. Also, ran an die Schüppe und her mit dem Grünschnitt, der Kaiser will es so. Ich schaue heute auf Zen Garden, dem Plättchenlegespiel von Mike Georgiou, was bei Queen Games erschienen ist.

Lass den Garten wachsen …

… aber auf gar keinen Fall so, wie Mutter Natur es vorsieht. Nein, nix da. Wenn der Kaiser den Garten so haben will, wie es seiner Vorliebe entspricht, dann hat Mama Nature nix zu melden. Für uns artet das in Arbeit aus, was wir aber in Zen Garden nicht wirklich spüren. Im Gegenteil. Zen Garden ist ein so einfaches und erstaunlich simples Plättchenlegespiel, dass selbst klein, groß, jung und alt zusammen spielen können. Wenn, jaha, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre, denn obwohl das Spiel so einfach und zugänglich ist, so steckt doch allerhand Schmackes in der Schachtel, wenn die Vorlieben um so exquisiter werden.

Aber der Reihe nach. Kurz zusammengefasst: Wir haben alle ein Gartentableau, ziehen immer n Plättchen (umsonst bis zu 2 Geld), und bauen es an. 16 Runden spielen wir, und dann wird abgerechnet. Bums. Fertig.

Das Besondere an Zen Garden ist die Vorliebe, nach der der Garten gebaut und angelegt werden soll. Das Plättchenanlegen ist nicht die Herausforderung, eigentlich kann mensch alles im Spiel machen, was er*sie will. Aber ob dies sinnvoll zum Ende ist, das steht auf einer ganz anderen Hake.

Am Ende werden die Vorlieben abgerechnet, und die sind so modular im Spiel, dass jedes Spiel anders verlaufen wird. Bei einem Spiel sind vor allem die Buddha-Figuren lukrativ, aber bitte wenig unterschiedliche Gartenplättchen nutzen, dann sollen Steinwege gebaut werden, und zugleich hätte der Kaiser aber auch unterschiedliche Wege. Währen in einem anderen Spiel die Anordnung vollkommen Wurst ist, spielt sie in einem weiteren Spiel eine besondere Rolle.

Zen Garden besitzt ein Vorliebentableau, welches ganz nach Vorlieben-Couleur zusammengebaut werden kann. Kaiserplättchen sorgen für Variabilität. So kann mensch das Spiel anpassen, wie mensch es gerade haben will.

Zähneknirschen

Um Plättchen zu erhalten, tummeln wir am Auswahltableau herum. Hier gibt es Plättchen für lutsche, für ein oder zwei Geld. Wie oft, ja wie oft habe ich zähneknirschend am Tisch gesessen und meine Fingernägel in die Tischplatte gerammt, weil irgend so ein Drecksack vor mir GENAU DIESES EINE PLÄTTCHEN wegnimmt. ALTER! Jetzt ehrlich? Ja, Zen Garden ist an manchen Momenten überhaupt nicht zen, wohl eher grrrr… Aber das macht das Spiel auch so schön emotional. Es gibt Momente, da läuft es wie am Schnürchen und die Plättchenlegerei verläuft harmonisch und ausgewogen. Und dann gibt es diese Moment, an denen mensch schreien möchte, so dass die Kraniche vor Schreck aus dem Tümpel fliegen. Grrrr…

Zen Garden ist schnell gespielt, und meistens hat mensch Zeit und Lust noch ne Partie hinterher zu spielen. Gerade weil das Spiel so wunderbar modular ist, wird schnell zu einem weiteren Ausbau des Vorliebentableaus gegriffen und neue Kaiserplättchen verteilt.

Ja, ich gebe es zu, Zen Garden ist eher ein simples und einfaches Plättchenlegespiel. Aber das macht es perfekt für Familien und Spielneulinge. Spielerfahrene würden vielleicht sagen: Na ja, da gibt es bessere. Welche mit mehr Entscheidungsschwierigkeit und mit mehr Auswahl.

Aber Zen Garden ist in Familienbesetzung genau das Richtige und in seiner Vielzahl an Vorliebenabrechnungen sehr variabel. Das finde ich ganz klasse und sehr empfehlenswert.

Die wunderschöne Optik (tatsächlich gefällt mir die Rückseite der Plättchen ein ticken besser, als die Vorderseite) und das tolle Material runden das schöne Spiel sehr gut ab.

Mich hat Zen Garden sehr überrascht und abgeholt. Und in meinen Spielen in unterschiedlichen Familien habe ich erlebt, dass ich mit meinem Gefühl nicht alleine dastehe. Daher: Empfehlung. Zen Garden ist wirklich toll.

Lecker

  • So einfach. So schnell erklärt. Und doch so viele Entscheidungen.
  • Ich mag die Variabilität.
  • Super für Familien geeignet.

Pfui

  • Wenn die Vorderseite der Plättchen so schön wäre, wie die Rückseite ...
  • Bitte noch weitere Erweiterungen ...

Fazit

Funfairist schaufelt die Kirschblüte aus und meint

Für mich ein super Spiel. Tolle Optik und die Variabilität ist einfach großartig. Das Vorliebentableau ist echt toll und ich würde mich freuen weitere Erweiterungen / Queenies für das Spiel auf dem Markt zu sehen. Ich mag es sehr. Herzlichen Dank Queen Games, die uns ein Rezensionsexemplar gestellt haben.
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