Zug um Zug – Europa

Brettspiele Frittenrezensionen
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Superfritte

Kein simpler Abklatsch

Zug um Zug schlug wie eine Bombe ein. Nicht nur in Deutschland wurde das Gesellschaftsbrettspiel gefeiert und bejubelt, auch in den Staaten, Frankreich und weiteren Ländern ist das Spiel ein absoluter Megaerfolg. Es war klar, dass man auf der Erfolgswelle weiter oben schwimmen wollte, und so legte man dem Markt ein weiteres Päckchen Dynamit bei: Zug um Zug Europa! Ob das aber zuviel des Guten war, erfahrt ihr hier.

Jetzt wird Europa erkundet

Und weiter geht es mit dem nächsten Teil unserer Zug um Zug Reihe:

„Von den schroffen Hügeln bei Edinburgh zur sonnenüberfluteten Hafenanlage von Konstantinopel, von den staubigen Gassen Pamplonas zu einem zugigen Bahnhof in Berlin – Zug um Zug Europa entführt Sie zu einem neuen Zug-Abenteuer durch die großen europäischen Städte zur Zeit der Jahrhundertwende.
Wollen Sie eine Fahrt durch die finsteren Tunnels in der Schweiz riskieren? Wagen Sie sich an Bord einer Fähre auf dem Schwarzen Meer? Oder errichten Sie große Bahnhöfe in den Hauptstädten der alten Reiche? Vielleicht werden Sie schon durch Ihren nächsten Zug Europas bedeutendster Bahnmagnat!“

Wer jetzt denkt, dass es das gleiche Spiel ist, welches lediglich ein anderes Spielbrett besitzt, der irrt sich. Zwar ist die Idee und die Art des Spiels gleich geblieben, doch zeigt Zug um Zug Europa gravierende Unterschiede auf. Aber vorweg erst einmal die Fakten. Zug um Zug Europa ist auch für 2 – 5 Spieler ausgerichtet. Eine Partie wird mit 30-60 Minuten beworben und empfehlenswert ist das Spiel ab 8 Jahren. Ach so ja, auch das Spiel ist bei Days of Wonder zu bekommen, und von Alan R. Moon.

In die Schachtel geschaut und SpielZug-um-Zug

Wie das Original fängt auch Zug um Zug Europa fast gleich an. Das Spielbrett wird in die Mitte des Tisches gelegt und die Spielfarben verteilt. Der Punktestein wird auf die Punkteleiste, die rund ums Spielfeld führt, gesetzt. Auch wie im originalen Zug um Zug erhalten die MItspielenden 45 Wagons in der gewünschten Farbe und vier Waggonkarten (im Gegensatz zum Original sind die Karten bei Zug um Zug Europa größer und besser zu halten). Anderes als im Originalspiel erhält man vier Zielkarten (1 x eine lange Strecke + 3 x kurze Strecken). Von diesen vier Zielkarten muss der/die Spieler/-in mindestens 2 Karten behalten, kann aber auch alle vier auf der Hand lassen.

Ein weiterer Unterschied zum Original sind die Bahnhöfe. Zusätzlich erhält jede/r Spieler/-in 3 Bahnhöfe in der passenden Farbe. Jetzt kann das Spiel schon beginnen. Wie auch im originalen Zug um Zug gelten folgende Spielzüge:

– entweder darf eine Strecke gefahren werden; da muss die Anzahl der benötigten Karten auf den Ablagestapel gelegt werden, um somit seine Wagons auf eine Zwei-Städte-Verbindung stellen zu können (eine Strecke darf nur gefahren werden, denn die Anzahl der Wagonkarten das gleiche Motiv trägt; sollte also eine Strecke gefahren werden, die durch 3 blaue Kästchen gekennzeichnet ist, dann müssen drei blaue Wagonkarten abgegeben werden (ggf. Joker); bei grauen Strecken darf die Farbe selbst gewählt werden, die abgelegt werden soll, allerdings muss auch hier wieder die gleiche Farbe abgelegt werden)

– 2 Wagonkarte ziehen; hier darf man von den fünf aufgedeckten Karten wählen, es darf aber auch von Nachziehstapel gezogen werden (das Ziehen erfolgt folgendermaßen: Ein/e Spieler/-in darf nur zwei Karten ziehen (abgesehen vom Joker – nur eine Karte); entweder zieht man sie beide von den aufgedeckten Karten (erst eine ziehen, die frei gewordene Stelle mit einer weiteren Karte auffüllen), oder man zieht vom Stapel; man darf auch eine aufgedeckte Karte ziehen, und eine vom Stapel, oder auch umgekehrt, das ist egal… Sollte der/die Spieler/-in das Glück haben, einen Joker vom Nachziehstapel zu ziehen, so darf er/sie erneut eine Karte ziehen, da die anderen Mitspieler ja nicht wissen, was er/sie gezogen hat)

– neue Aufträge nehmen; sollte man seine Aufträge schon erfüllt haben (oder auch nicht), können neue Auftrage gezogen werden; dabei müssen wieder drei Karten gezogen werden, von denen man mindestens eine bis zu drei behalten muss.

Im Gegensatz zum Originalspiel kommt bei Zug um Zug Europa noch eine weitere Aktion dazu: Der Bahnhof!

Der Bahnhof

– sollte eine Strecke, die man selbst eigentlich befahren wollte, bereits fremd befahren worden sein, so ist es dem/der Spieler/-in erlaubt eine Strecke „fremd zu fahren“, das heißt, dass man eine bereits befahrene Strecke ebenfalls fahren, ohne seine eigenen Steine setzen zu müssen. Von der Stadt aus bis zur nächsten Stadt, die „fremd benutzt werden möchte“ kann ein Bahnhof auf die Stadt gebaut werden. Die Kosten eines Bahnhofs staffeln sich folgendermaßen: der erste Bahnhof kostet eine Karte, der Zweite zwei gleiche Karten, der Dritte drei gleiche Wagonkarten. Allerdings erhält der/die Spieler/-in keine Punkte für die „fremd benutzte“ Strecke, und die Strecke zählt auch nicht zur längsten Strecke.

Weitere Unterschiede zum Original

Weitere Unterschiede zum Original sind die Tunnels und die Fähren. Bei Zug um Zug Europa gibt es Tunnels, die man durchfahren muss. Wenn man einen Tunnel durchfahren möchte, so muss man erst die Anzahl der erforderlichen Waggonkarten legen, und dann drei Karten vom Nachziehstapel aufdecken. Sollten sich von der bezahlten Farbe Karten in den drei gezogenen Karten befinden, so muss die Anzahl nachgezahlt werden. Sollte man sogar einen Joker bei der Bezahlung gespielt haben, und es wird ein (oder auch bis zu drei) Joker nachgezogen, so muss die Anzahl der Joker nachgezahlt werden. Sollte es vorkommen, dass man die Anzahl der erforderlichen Wagonkarten nicht zahlen kann, so werden die Karten auf die Hand zurück genommen, und der Zug ist beendet – die Strecke wird nicht gebaut und es gibt auch keine Punkte. Pech gehabt, das war wohl ne Nullrunde.

Dann gibt es noch die Fähren. Im Gegensatz zum Original gibt es bei Zug um Zug Europa Felder, die nur mit Jokern befahren werden können. Diese Felder sind mit einem kleinen Zug markiert. Für dieses Feld muss ein Joker bezahlt werden.

Ziel

Ziel des Spiels ist es erneut so viele Punkte wie möglich zu bekommen. Die Punktezählung geschieht wie im Original Zug um Zug. Der/Die Spieler/-in mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel. Zusätzliche Punkte gibt es auch wie im Original mit der längsten Strecke, aber auch nicht verwendete Bahnhöfe bringen Punkte (pro Bahnhof gibt es 4 Punkte).

Fazit

Was Zug um Zug Europa so ungemein witzig macht, sind die vielen Strategiemöglichkeiten, die es auch schon bei dem Original gab. Was das Spiel aber abwechslungsreich macht, sind die Neuerungen im Gegensatz zum Original. Die Bahnhöfe machen das Spiel zwar etwas leichter, aber auch fahrlässiger. Die Tunnels erschweren dagegen das Spiel ungemein und die teils langen Strecken erfordern ein langandauerndes Sammeln. Dagegen gibt es auch jede Menge kurze Strecken, die einen zum „Verbauen“ umso mehr einladen.

Lecker

  • Fast besser als das Original
  • Die Bahnhöfe sind eine wunderbare Ergänzung
  • Die Europaversion ist familienfreundlicher

Pfui

  • Alles super, kein Pfui

Fazit

Funfairist tuuutet

Genial! Ich liebe Zug um Zug Europa. Als Brettspiel spiele ich es sogar noch lieber, als die Amerikavariante. Die Schwierigkeit mit einem Tunnel und die langen Strecken machen das Spiel einfach spannend. Und mit dem Bahnhof hat man immer noch eine kleine „Notlösung“, wenn die Strecken schon verbaut sein sollten. Allerdings kostet das ja auch Punkte, wenn man sie nicht „gewinnbringend“ einsetzt. Einfach Hammer das Spiel.
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